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Marokko Hoher Atlas  -  Okt. / Nov. 2008

Marokko-Karte

Tag

 Strecke

Höhenmeter

Kilometer

   1. Tag, Sa.

 Aufenthalt Marrakesh

 ---

 ---

   2. Tag, So.

 Marrakesh - Tizi n`Tichka (Transfer)
 Tizi n`Tichka - Ait Ben Haddou

370

77

   3. Tag, Mo.

 Ait Ben Haddou - Ouazazate

180

31

   4. Tag, Di.

 Ouazazate - Agdez

1000

70

   5. Tag, Mi.

 Agdez - Tamsahalte

600

95

   6. Tag, Do.

 Tamsahalte - vor Alnif

300

61

   7. Tag, Fr.

 vor Alnif - Rissani

400

107

   8. Tag, Sa.

 Rissani - Merzouga

100

42

   9. Tag, So.

 Merzouga - Erfoud

100

37

 10. Tag, Mo.

 Erfoud - Tinejdad

 400

98

 11. Tag  Di.

 Tinejdad - Todhra Gorge

800

69

 12. Tag  Mi.

 Todhra Gorge - Dades Gorge

1000

101

 13. Tag  Do.

 Dades Gorge - Kelaa m`Gouna

750

71

 14. Tag  Fr.

 Kelaa m`Gouna - Skoura

500

74

 15. Tag  Sa.

 Skoura - Ouarzazate

250

40

 16. Tag  So.

 Rückflug nach Amsterdam

 

 

 

 Gesamthöhe / -strecke = 6,3 m/km

6750 m

974 km

Zur Einzelbildansicht oder zum Start der Diashow
bitte ein Foto anklicken

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L1010320

 

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Allgemeine Infos:  (bitte quer ausdrucken)

Tolle weite Landschaften, grandiose Bergketten, freundliche Menschen, wenig Verkehr und eine gute Infrastruktur machen Marokko zu einem guten Land für Radtouristen. Marokko ist für afrikanische Verhältnisse nicht gerade ein Billigland, jedoch bietet es ein recht gutes Preis-/Leistungsverhältnis für deutsche Touristen. Nepp ist uns auf der ganzen Reise nicht bewusst geworden.

Einreise / Währung

Linienflüge nach Marokko starten von den großen deutschen Flughäfen und auch von Amsterdam und wurden u.a. von Air Berlin und der Royal Air Maroc durchgeführt.  Die Flugzeuge aus Europa landen überwiegend in Casablanca (Umsteigen) und in Agadir. Der Vorteil der Royal Air Maroc ist die Möglichkeit, viele kleinere Flughäfen im Land als Start oder Ziel zu nutzen. Die Einreise auf dem Landweg ist über Spanien mit Schnellfähren in wenigen Stunden möglich.

Zahlungsmittel in Marokko ist der Dirham. Der Wechselkurs lag Ende 2008 etwa bei 1Euro : 11Dirham. Es dürfen nur etwa 1000 Dirham ein- und ausgeführt werden. Im Flughafen von Casablanca, Marrakesh und Agadir sind Wechselstuben eingerichtet. In Marrakesh gibt es auch einige Wechselstuben in der Fußgängerzone am Jemaa el Fna.  Auch ist es möglich, an einem der Bankautomaten gebührenfrei mit der Postsparbuch-Card Landeswährung abzuheben. In Marokko werden nur in einigen Hotels, Banken, und in den großen Supermärkten Kreditkarten akzeptiert (meist Visa/Mastercard).

Geografie

Der Südosten Marokkos ist ein von hohen Bergketten und weiten Hochebenen geprägtes Land. Die Topographie ist überwiegend nicht sehr anstrengend. Radler müssen nur wenige nennenswerte Steigungen bewältigen, meistens bei der Überquerung des Atlas und in den großen Schluchten. Wir haben selten mehr als 500-600 Höhenmeter am Tag bewältigen müssen. Vielfach bewegen sich die Straßen jenseits des hohen Atlas auf Höhen um 1000m. Die Pässe liegen zwischen 1500m und 2300m Höhe.

Klima / Winde / Regenzeiten

Wir waren Mitte Oktober bis Anfang November unterwegs und hatten Maximaltemperaturen zwischen 10°C und 22°C. Mit Regenschauern und sehr kalten Tagen muss ebenso wie mit warmen Temperaturen gerechnet werden. Längere Regenperioden hatten wir nicht, meist waren es ein paar schwere Schauer. Nachts kann es in den Höhenlagen frisch werden, daher ist ein warmer Schlafsack für Camper besonders im hochgelegenen Hinterland unbedingt erforderlich. Ab Anfang-/Mitte November beginnt im Atlasgebirge der nasse und schneereiche Winter, der für Radfahrer nicht empfehlenswert ist.

Gute Bedingungen findet der Radler unseres Erachtens hauptsächlich im Frühling und Herbst vor. Die beste Reisezeit ist nach meinem Dafürhalten der Herbst mit (noch) angenehm Temperaturen und weitgehend schneefreien Straßen.

Gesundheit

Die Sonne brennt in der klaren und sehr trockenen Luft im Sommer so stark vom Himmel,  dass die Haut sogar durch T-Shirts hindurch gebräunt wird. Zu den empfohlenen Impfungen gehören Hepatitis, Typhus, Tollwut und natürlich Tetanus. Marokko ist stark mit Tollwut durchseucht. Daher sollte man frühzeitig eine entsprechende Impfung in Erwägung ziehen, da im Ernstfall die lebensrettenden Injektionen (zu) weit weg sein können. Eine Malariaprophylaxe war nach Auskunft der einschlägigen Publikationen im von uns bereisten Gebiet nicht erforderlich. Die Atlasüberquerung, einige Pässe, teils starke Gegenwinde und die Höhenlage erfordern eine gute körperliche Kondition. Leitungswasser haben wir nie getrunken, es gibt überall Mineralwasser in PET-Flaschen.

Bevölkerung, Sprache

Die Bevölkerung setzt sich im Süd-Osten aus vielen Berbern und einigen Arabern zusammen und fällt durch ihre außerordentliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auf. Wir hatten auf der ganzen Reise keine Angst, und auch nicht die geringsten Sicherheitsprobleme gehabt. Die verschleierten Frauen waren uns gegenüber sehr freundlich und aufgeschlossen, meine Frau hatte auch bei den Männern keine Akzeptanzprobleme (mit langer Hose).

Die Menschen in Südost-Marokko sprechen fast alle Französisch und Arabisch sowie die Sprache der Berber. In den Touristenorten werden von den Händlern, Restaurantschleppern und sonstigen Personen mit Touristenkontakt fast alle europäische Sprachen wenigstens in Grundzügen gesprochen.

Übernachten

Eine Radtour durch Marokko lässt in der Regel die Wahl aller möglichen Übernachtungsformen zu, doch ganz ohne Hotel wird auch der Zeltfreund nicht auskommen können. Es waren einige Campingplätze auf unserer Route vorhanden, viele erschienen uns aber sehr sehr einfach. Wir sind deshalb ausschließlich auf Hotels ausgewichen, obwohl wir leidenschaftliche Camper sind. Die Hotels und die Flüge haben wir beim sehr empfehlenswerten niederländischen Radreiseveranstalter Vlieg en fiets gebucht (Die Firma hat eine sehr gute und ausführliche Homepage).

Verpflegung

Überall gibt es kleine Läden  für Selbstversorger, mindestens mit einem Angebot an Fladenbrot und Schmelzkäse (auch Kiri ist hier Schmelzkäse). Essengehen ist nicht ausgesprochen billig, aber qualitativ gut. Sehr lecker ist die Tajine, eine Art Römertopf mit langgegartem Fleisch und Gemüse. Auch gut sind Brochettas, Fleischspieße, die meist mit Couscous oder Fladenbrot gereicht werden. Kein Problem ist die Trinkwasserversorgung. Wir haben uns überwiegend mit Flaschenwasser versorgt. In den kleinen Kramläden und Tankstellen kann man das Trinkwasser überall kaufen. Leckeres Bier gibt es manchmal in Hotels (Flag Spéciale, Casablanca).

Gefahren, restriktive Reisegebiete

Eine Radtour durch Südost-Marokko ist m.E. nicht gefährlicher als eine Reise durch Europa. Hunde sind im ganzen Gebiet sehr zurückhaltend und faul. Angebellt wird man nur von angeketteten oder eingesperrten Hunden. Wir hatten auf der ganzen Reise keine Probleme mit Hunden! Jedoch ist Marokko sehr stark mit Tollwut durchseucht, so dass man eine Tollwutimpfung unbedingt in Betracht ziehen sollte (Der nächste verfügbare Impfstoff kann im Falle eines Kratzers oder Bisses zu weit weg sein, um den Tod zu verhindern!). Ganz selten hatten wir das Problem, dass Kinder mit kleinen Steinen nach uns warfen, wenn sie auf Verlangen keinen Kugelschreiber oder Geld von uns bekamen. Die Steinwürfe haben uns aber mehr geärgert als gefährdet und würden uns von keiner weiteren Reise nach Südost-Marokko abhalten.

Rad und Ausrüstung

Da sich Fahrten bei Dunkelheit verbieten, kann die Beleuchtung daheim bleiben. Trotzdem sollte man beachten, dass es im Herbst und Frühjahr bereits ab 17:30 Uhr dunkel ist. Als Transportschutz hatten wir auf dem Hinweg pro Rad einen großen Karton dabei. Die Reifen sollten mindestens 32mm breit sein, da es auf wenigen Abschnitten über feste Schotterpisten geht. Bei Regen gibt es abseits der Asphaltstraßen große Probleme mit sich am Reifen aufbauendem Lehm. Wer überwiegend abseits der befestigten Straßen fahren möchte, sollte daher auf Schutzbleche und Klickpedalen verzichten. Aufgrund möglicher kalter Nächte (Frost!) in den Höhenlagen ist in Frühjahr und Herbst  ein warmer Schlafsack notwendig.  Der Fotoapparat sollte aufgrund viel feinen Sands in der Luft unbedingt mit einem Vorsatzfilter ausgerüstet werden. Auch das Wechseln von Objektiven an digitalen Kameras ist aufgrund des allgegenwärtigen Staubs nicht unbedingt empfehlenswert (Stippen auf dem Sensor). Mit einem Polfilter lassen sich auf der Reise bei der ungewöhnlich klaren Luft tolle Effekte erzielen. Als Frau sollte man unbedingt eine lange weite Hose tragen und die Schultern bedecken (Islam!).

Straßen und Verkehr, Transport

Die Straßen waren vielfach sehr gut und außerhalb der Städte auch wenig befahren. Auf den Durchgangsstraßen ist teils ein Seitenstreifen vorhanden, den aber auch andere langsame Fahrzeuge  und Esel nutzen. Es war sehr wenig LKW-/-Schwerverkehr vorhanden und die Autos machten einen großen Bogen um uns. Voll und laut wurde es nur im Einzugsbereich der wenigen Städte, die für Radfahrer aber kein Problem darstellen. Ausweichmöglichkeiten auf Bus sind möglich, Busse fahren in den letzten Winkel des Landes.

Reiseführer und Karten

Marokko, Reise Know How, ist sehr ausführlich und hat sehr viele Unterkünfte beschrieben. Auch der Lonely Planet ist ok, aber mehr als Ergänzung, denn als Alternative.

Als Karte eignet sich die Michelin “Marokko”, Südost-Marokko ist hier teils mit größerem Maßstab abgebildet.


Etappeninfos in Kurzform:   (bitte quer ausdrucken)

1. Tag: Flug von Amsterdam über Casablanca nach Marrakesh

2. Tag: Aufenthalt Marrakesh
 Hotel Riad Sherazade (Riad Maud)

Achtung! Beim Schlafen Ohrstöpsel benutzen, wenn man um 5:00Uhr nicht von den Beschallungen der Moscheen geweckt werden möchte! Bummel durch die Medina, durch die unendlichen Souqs und natürlich über den abendlichen Jemaa el Fna (DAS Erlebnis!) und der Tag ist schon vorüber.

Hotel Sherazade: Nettes einfaches kleines Hotel in einem alten Riad inmitten der Medina und nur wenige Fußminuten vom Jemaa el Fna entfernt. Gutes Frühstück auf der Dachterrasse mit Blick über die Dächer der Medina von Marrakesh. Zum Riad gehört auch das naheliegende Riad Maud, das ebenfalls sehr ruhig nebenan in einer Nebengasse liegt und einige nette Zimmer hat. Sehr private Atmosphäre. --> Empfehlenswert.

 

3. Tag:  Marrakesh - Ait Ben Haddou                       77km - Summe 77km
 Dar Mouna                                                            370 Höhenmeter - Summe 370Hm

Um 5:00 Uhr weckt uns wieder der Gesang aus den Lautsprechern der Moscheen. Unser Fahrer wartet nach dem Frühstück auf uns. Die Fahrt im Toyota Landcruiser geht zuerst durch öde Vororte und dann durch grüne Hügel direkt zum Hohen Atlas mit seinen bis 4200m hohen schneebedeckten Gipfeln. Durch etliche Dörfer stetig bergauf. Taddert ist die letzte nennenswerte Siedlung. Dann erreichen wir den Paß Tizi n`Tichka mit 2260m Höhe wo wir auf die Räder umsteigen. Es ist kalt und windig während wir überwiegend bergab radeln.  Unterwegs gibt es mehrere Möglichkeiten, etwas zu Essen und Getränke zu kaufen. Rundum alles sehr trocken, nur entlang des Flusses ist es grün. Vom Abzweig nach Ait Ben Haddou sind es noch 9km bis zur Unterkunft, wobei es überwiegend leicht etwa 80 Höhenmeter bergauf geht. Von der Unterkunft Dar Mouna aus hat man einen tollen Blick auf die malerische Altstadt von Ait Ben Haddou (Weltkulturerbe) auf der anderen Seite des fast trockenen Flüßchens.

Hotel Dar Mouna: Nette Besitzer, wenige Zimmer, sehr gutes Restaurant, toller Blick über den Fluß zur Altstadt, urige Zimmer im Berberstil, nettes Kaminzimmer zum Verweilen, Fahrräder und Gepäck können während der Besichtigung von Ait Ben Haddou am Hotel bleiben. --> Sehr empfehlenswert.

 

4. Tag: Ait Ben Haddou - Ouarzazate                      31km - Summe 108km
Hotel la Perle du Sud                                             180 Höhenmeter - S550 Hm

Nach dem Frühstück (u.a. Pfannekuchen und Fladenbrot mit Marmelade) erstmal die Altstadt besichtigt. Hierzu muß man das (meist) kleine Flüßchen überqueren. Kinder haben Sandsäcke in den Fluß gelegt, damit man trockenen Fußes rüber kommt, was natürlich einen kleinen Obulus kostet. Barfuß durch den Fluß zu gehen ist nicht empfehlenswert, da man den Lehm hinterher kaum noch von den Fußsohlen bekommt. Drüben schließen wir uns einer Reisegruppe an und kommen so an eine kostenlose Führung. Teils verfallen, teils restauriert ist die Altstadt absolut sehenswert. Sie diente auch mehrfach als Filmkulisse, z.B. für den Film “Lawrence aus Arabien”. Leider wohnen fast keine Leute mehr in der Altstadt. Wir fahren zurück zur Hauptstraße und müssen über einen kleinen Hügel. Bergab gehts in eine schöne wüstenhafte Gegend, die uns ein wenig an den Golden Gate Highlands NP in Südafrika erinnert. Lange gerade Straßen bringen uns dann bis Ouarzazate. In den großen Filmstudios vor der Stadt werden gerade orientalische Kulissen aufgebaut. Quarzazate ist eine sehr saubere Stadt mit etwa 150.000 Einwohnern. Das Hotel liegt am Rande der Innenstadt. Wir laufen von hier in die Stadt zur Fußgängerzone (!) und zur alten Kasbah. Außerdem gibt es hier einen kleinen aber recht untouristischen Souq, den wir sehr interessant fanden. Am riesigen Platz in der Fußgängerzone liegt ein tolles Café mit angeschlossener Bäckerei, die die beste auf der ganzen Reise war. Hier muß man vor der Weiterfahrt unbedingt einige der leckeren Brote, Croissants, oder Plätzchen (Rosinenschnecken = “Schneck”) kaufen. So was gibts erstmal nicht mehr! Das erste ofenfrische Baguette verzehren wir sofort, bevor wir uns auf der Terrasse des Cafés bei einem leckeren Espresso niederlassen und die Leute beobachten. In Ouarzazate gibt es mehrere Geldautomaten, Banken zum Geldtausch und auch eine Post mit Wechselstube.

Hotel La Perle du Sud: Großes Touristenhotel, in das auch Reisegruppen einkehren. Daher recht betriebsam. Freundliches Personal, wir dürfen die Räder in den Keller stellen. Zimmer ok, hat aber nicht das Flair der vielen kleineren Hotels unterwegs. Restaurant gut, es gibt auch Bier. Leider dröhnt die ganze Nacht bis 5:00Uhr morgens Musik aus dem angeschlossenen Nachtclub! Also unbedingt Oropax mitnehmen! --> trotzdem noch empfehlenswerte Unterkunft.

5. Tag: Ouarzazate - Agdez                                    70km - Summe 178km
Hotel Dar Quarmar                                                 1000Hm - Summe 1550Hm

An der Post gehts rechts ab Richtung Zagora. Bald überqueren wir den Draa. Die Stadtteile auf der anderen Seite des Flusses sind nicht mehr so  sauber und erscheinen auch ärmer. Kurz hinter der Stadt gehts seicht bis auf etwa 1350m hoch. Schöne wilde Wüstenberge rundum. Sehr einsame Strecke, nur eine Verpflegungsmöglichkeit bei km 42. Die Landschaft wird nun immer schöner und wilder, die Straße führt in welligem Auf und  Ab bis auf 1500m Höhe und dann weiter auf 1600m bei km 36. Dann folgt eine traumhafte Abfahrt 100 Höhenmeter hinab. In Ait Saoun gibt es einige Cafés und Restaurants. Hier kann man sich für die letzten Höhenmeter bis zum Paß stärken. Vom Dorf aus sieht man schon die Straße, die bei gemächlichen 5-7% Steigung bis auf 1700m Höhe hinaufführt. Tolle Aussichten auf die zurückliegende Landschaft und schneebedeckte Berge des Hohen Atlas. TOLL!  Oben gibts erstmal keinen Blick auf die andere Seite des Passes, denn bis km 51 bleiben wir in Wellen auf etwa 1700m Höhe bevor wir einen grandiosen Blick auf eine beeindruckende Bergwelt genießen können. Die nahen Berge sind in dünnen Schichten aufgebaut, die von einzelnen Schluchten durchzogen sind. Wirklich spektakuläre Aussicht! Wir bremsen viel, da wir viel fotografieren und wir uns nicht satt sehen können. Später kommt das Tal des Draa mit Agdez in Blickweite. Wir rollen auf langen flach fallenden Geraden auf unser heutiges Ziel zu. Agdez ist nach Oarzazate ein kleiner “Schock”, da etwas chaotisch, schäbig bebaut und ziemlich dreckig. Am Hauptplatz biegen wir nach links in eine Straße ein, die zum alten Dorf Agdez führt. Die Straße ist weiträumig mit Lehm oder Pfützen bedeckt und die Häuser wirken mit jedem Meter verfallener. Hier steht das Schild unserer heutigen Herberge (Chambre d`Hote), was uns schon das Schlimmste befürchten lässt. Wir biegen ab ins alte Dorf Agdez, wo uns nach ein paar Metern eine wahre Oase inmitten verfallenem Gemäuer erwartet. Im Hinterhof am Rande einer alten Palmenplantage liegt ein wirkliches Idyll. Nach dem Einchecken bummeln wir noch durch das alte Dorf, wo wir recht erschrocken sind, als wir noch Bewohner antreffen. Einige sehr nette Jugendliche und Kinder schließen sich unserem Bummel an. Sehr interessanter Einblick in ein altes Dorf, das nicht für Touristen hergerichtet ist. Das Dorf verfällt, da die Leute nach und nach zum neuen Dorf an der Hauptstraße ziehen, die die Franzosen vor über 50 Jahren gebaut haben.

Hotel Dar Quarmar: Kleine Idylle eines Franzosen und seiner marokkanischen Frau inmitten des alten Dorfes von Agdez, das rundherum langsam verfällt, jedoch noch in Teilen bewohnt ist. Authentisch restaurierte Anlage mit (schön beleuchtetem) Pool und super Restaurant. Nebenan Palmenplantage und abends schön beleuchtete Kasbah. --> Sehr empfehlenswert!!

 

6. Tag: Adez - Tamsahalte                                      95km -  Summe 273km
Kasbah Riad du Sud                                               600 Höhenmeter - S 2150Hm

Am Marktplatz von Agdez gibt es eine kleine versteckte Boulangerie  wo wir uns mit Brot für den Tag eindecken. Dann müssen wir durch den schlammigen Fluß waten, da die Straße vom Regen weggerissen wurde und die neue Brücke noch nicht fertig ist. Es wird nun wieder schön, denn es geht entlang der Draa leicht wellig weiter. Es folgen nette Dörfer während im Hintergrund eine mächtige Kasbah auf einem Hügel vor beeindruckender Bergkulisse steht. Das Tal ist dicht mit Dattelpalmen bewachsen und wirkt dadurch wie ein dicker grüner Teppich, auf den wir etwas später von der ansteigenden Straße zurückschauen. Bei km31 erreichen wir den Abzweig nach Nkob, wo wir kurz auf einen Espresso in das Café einkehren. Bis km 52 gehts leicht auf und ab, Nkob liegt dann auf etwa 1100m Höhe. Viele Kinder laufen aus dem Nichts zur Straße und bitten freundlich um Stylos und “Bubus”, was Bonbons bedeuten soll. Landschaft nett aber recht gleichförmig. Nun tauchen bereits sporadisch die ersten kleinen Sandfelder auf, in denen Dromedare umherziehen. Zur Kasbah Riad du Sud müssen wir von der Straße am Hinweisschild abzweigen und gleich eine Piste durch ein trockenes Flußbett folgen. Da der Sand sehr weich ist, müssen wir zum ersten Mal ein kurzes Stück schieben. Die Kasbah liegt in einem kleinen Dorf auf einer Anhöhe. Anstrengende Strecke wegen des starken Gegenwinds auf den weiten Flächen.

Kasbah Riad du Sud:  Schön restaurierte Familienkasbah, super ruhig gelegen. Urige Zimmer, mit alten Holztüren und altertümlichen Schlössern aus Holz! Gutes Essen im Restaurant --> Empfehlenswerte Unterkunft.

 

7. Tag: Tamsahalte - kurz vor Alnif                         61km - Summe 334km
Kasbah Meteorite                                                   300Hm - S 2450Hm

Nach dem anstrengenden Vortag lassen wir es heute beim Frühstück etwas gemütlicher angehen. Die nette Landschaft wird wieder sandiger. Wir sehen wieder große Herden Dromedare. Tazzarine erwartet uns zunächst mit einem netten Palmenhain am Fluß. Die Stadt selbst ist ziemlich dreckig, überall bedecken dicke Lehmschichten die Straßen und Wege, was auf den vielen Regen der letzten Wochen zurückzuführen ist. Am Stadteingang liegt in einer Nebenstraße gleich eine kleine Boulangerie, wo es frisches Brot gibt. Hinter der Stadt liegt ein weites ödes Brachland, durch das die überwiegend  flache Straße führt. Dann führt die Straße zwischen zwei Berghängen hindurch und die Aussicht wird wieder interessanter. Es folgen ein paar gammelige Dörfer ohne Verpflegungsmöglichkeit. Wieder gehts durch eine riesige Hochebene wobei die Berge nun weit zurückweichen. Heute erleben wir die erste “Straßensperre”, die einige Kinder mit ihren Fahrrädern aufgestellt haben. Wir beschleunigen und fahren gezielt auf den Anführer los, was diesen gleich animiert, Platz zu machen. Noch ein paar strenge Worte, als die Bengel hinter uns her rennen, und der Spuk ist vorbei.  Dann verdrecken wir uns total die Räder und Schuhe mit dickem Lehm, als wir eine riesige Pfütze passieren wollen, die die Straße und den Randstreifen bedeckt. Das heutige Hotel liegt mitten im Nirvana und ist ein wenig trostlos, zumal wir die einzigen Gäste sind.

Kasbah Meteorite: Abgelegenes großes Hotel ohne Flair. Angestellte sind aber sehr bemüht und nett. Etwas trostlose Stimmung wenn wenige Gäste anwesend sind. Zimmer sind sauber aber ziemlich steril, wie im normalen Businesshotel    --> Hotel ist OK, auch gibts ansonsten keine Alternativen in der Nähe.

 

8. Tag: vor Alnif - Rissani                                       107km - Summe 441km
Kasbah Asmaa                                                       400Hm - S 2850Hm

Zum Frühstück gibts lecker Omlette aus der Tajine. Heute siehts den ganzen Tag über fast durchgängig flach aus, es gibt nur wenige seichte Steigungen. Alnif ist eine dreckige Wüstenstadt mit Läden, 2 Hotels (nicht zu empfehlen), Cafés und Restaurants. Die Gegend wird sehr einsam und es gibt fast keinen Verkehr mehr. Als nächstes folgt Mecissi, ein verschlafenes Dorf mit Tankstelle und 2 “Restaurants”. Die Berge werden immer flacher. Nach zwei Minipässen erreichen wir die Ausläufer der riesigen Saharaebenen. Es mischt sich nun mehr und mehr Sand zwischen die Steine neben der Straße. In der Ferne tauchen Palmen auf, und wir sehen Schutzzäune die die Straße vor Sandverwehungen schützen sollen. Kurz vor Rissani holen wir uns dann noch nasse Füße, als wir durch einen glasklaren Fluß rauschen, der quer über die Straße fließt. Das Hotel liegt noch vor der Stadt an der Straße nach Erfoud.

Kasbah Asmaa: Etwas älteres Hotel mit netten hilfsbereiten Angestellten. Zimmer sind etwas in die Tage gekommen aber sauber. Das wandteppichverzierte Restaurant sieht aus wie aus 1000 und einer Nacht, der schönste auf der Reise! Und auch das Essen war sehr gut. Schöner Blick von der Dachterrasse. Abends ist der Garten und der Eingang wunderschön beleuchtet. --> Das Hotel mit dem größten orientalischen Flair auf der Reise, empfehlenswert.

 

9. Tag: Rissani - Merzouga                                     42km - Summe 483km
Kasbah Mohayut                                                    100Hm - S 2950Hm

Bei wolkenlosem Himmel fahren wir durch das schöne Stadttor in das nette und lebendige Rissani, wo wir uns in den Läden neben den Souqs erstmal die Taschen mit Brot, Wasser und Käse füllen. Die nächsten Kilometer führen noch durch die schöne Oase, wo aber viele Felder überschwemmt sind. Dann gehts hinein in die weite und öde schwarze Sahara, wo zunächst noch dunkle Steine die Straße säumen. In der Ferne ist eine riesige gelbe Wolke zu sehen, wo normalerweise die Dünen am Horizont liegen. Wir haben orkanartigen Gegenwind und die an sich kurze Strecke wird zur Tortur. Wir erreichen einen breiten Fluß, der  reißendes Wasser führt. Der Himmel verdunkelt sich mehr und mehr, und langsam wird die Luft staubiger. Wir fahren durch die dunkelgelbe Wolke aus Sandstaub und sind froh, den Abzweig zum Hotel erreicht zu haben. Direkt dahinter liegen die Dünen, aber davon sieht man nun nichts mehr. Der Sturm steigert sich zum Orkan und das Hotel wird soweit möglich mit Planen gegen den Sand geschützt. Dann gibt es auch noch stundenlangen Starkregen, und das in der Wüste! An einen Spaziergang durch die Wüste ist so nicht zu denken, Schade! Auch unsere Dachterrasse mit Blick auf die Dünen können wir nicht betreten. Wir nutzen die Zeit bis zum Abendessen, um uns und die Räder wieder etwas zu entstauben.

Kasbah Mohajut: Gehört dem Marokkkaner MOHAmmed und der Deutschen JUTta, daher der Name Mohajut. Schöne Anlage im Kasbah-Stil, direkt an den Dünen des Erg-Chebbi. Tolle Zimmer, teils mit eigener Dachterrasse.  Restaurant mittelmäßig aber OK. --> empfehlenswert

 

10. Tag: Merzouga-Erfoud                                       37km - Summe 520km
Kasbah Tizimi                                                         100Hm - S 3050Hm

Um 6:00Uhr brechen wir zu Fuß bei Windstille und wolkenlosem Himmel in der Dämmerung zu den Dünen auf. Bis zum Sonnenaufgang schaffen wir es nicht mehr auf die höchste Düne, sind aber schon mitten im Meer aus rotgelbem Sand. Da es gestern geregnet hat, können wir gut auf dem festen Sand laufen. Als dann die Sonne über die Dünen steigt, läuft ein grandioser Film in blau (Himmel) und rot (Dünen) ab. Dann kommt das Unvermeidliche in Form eines Händlers, der uns hier seine Waren feilbieten will...   Wir haben uns gestern einen Toyota-Landcruiser mit Fahrer organisiert, der uns nun fast einmal um die Dünen herumfährt, da der Sand für unsere schmale Bereifung zu weich ist, und wir unbedingt auch die andere Seite des Erg-Chebbi sehen wollen. Wir halten an etlichen Aussichtspunkten und genießen die Einsamkeit und schönen Ansichten der Dünen. Der Fahrer zeigt uns noch eine Stelle, an der stark fossilienhaltiges Gestein aus dem Sand hervortritt und dann lassen wir uns an der Straße nach Merzouga wieder absetzen. Die Tour würden wir unbedingt empfehlen, da man die Vielfalt des Erg-Chebbi  gut bewundern kann, was von der Hauptstraße aus nicht so eindrucksvoll gelingt. Zurück in Rissani kommen wir mitten in den interessanten Trubel des Markttages. Insbesondere der Eselparkplatz mit hunderten Tieren ist sehenswert, da hier die Berber für die Zeit des Marktbesuchs ihre Esel “abstellen”. Heute sind auch viele schwarz vermummte Frauen unterwegs, was uns bisher in der großen Anzahl noch nicht auffiel. Entlang unzähliger Dattelpalmen, die dicke Früchte tragen, gehts durch die Oase weiter in Richtung Erfoud. Dann erreichen wir das Ende der Oase und es geht durch langweiliges Brachland weiter bis zum Hotel, das am Stadtrand von Erfoud liegt.

Kasbah Tizimi:  Nettes größeres Hotel mit steril wirkendem Restaurant aber gutem Essen. Wir haben uns am offenen Kamin etwas aufgewärmt, da es ziemlich frisch wurde. Zimmer ok, Badezimmer mit Granitplatten, in denen Fossilien eingelagert sind. Bar und Fernsehraum. Großer Pool --> Empfehlenswertes Hotel, aber ziemlich groß (Reisegruppen).

 


11. Tag: Efoud - Tinejdad                                        98km - Summe 618km
Ksar Khorbat                                                          400Hm - Summe 3450km

Als wir frühstücken ist der Kamin Gott sei Dank noch schön warm. Wir fahren in die lebendige Stadt, um Einzukaufen und dann wieder am Hotel vorbei weiter. Es ist eine nette schöne Strecke mit vielen Oasen und Bergen in Sichtweite. Unterwegs liegen neben der Straße unzählige Sandhaufen, die von unterirdischen Bewässerungsstollen herrühren, die in der Vergangenheit Sklaven gegraben hatten. Auch gibt es ein paar flache Dünen, die schon die halbe Straße erobert haben, ohne dass sich jemand um Abhilfe zu bemühen scheint. In Tinejdad ist gerade Schulschluß und hunderte Kinder schlendern über die Straße nach Hause. Da sind wir natürlich eine willkommene Abwechslung. Fast alle Kinder grüßen freundlich, aber ein paar Bengel bücken sich nach kleinen Steinen, die uns kurz darauf um die Räder fliegen. Ich mache eine Kehrtwende und schon fliehen die Burschen wie die Hasen in panischer Angst... Hinter dem Stadtzentrum kommen wir an den Abzweig zum Ksar Khorbat, das wir nach kurzer Schotterstrecke erreichen. Wir wohnen hier in einem alten großen befestigten Dorf, das ruhig in einem Palmenhain liegt. Nach der Begrüßung gehen wir mit einem Führer durch die beeindruckenden Tunnel des Dorfes, die für die Bewohner in der Sommerhitze einen erträglichen Schutz bieten. Wir schlendern noch durch die Felder am Rande des Dorfes und genießen dann das leckere Essen.

Kasar Khorbat:  Tolle Unterkunft mitten im befestigten Dorf. Schön restauriert. Schon allein wegen der Führung durch die Anlage lohnenswert, die einen guten Einblick ins marokkanische Dorfleben ermöglicht. Sehr schöner Garten. --> sehr empfehlenswert!

 

12. Tag: Tinejdad - Todra                                        69km - Summe 687km
Auberge Le Festival                                                800Hm - Summe 4250Hm

Nach dem Frühstück fahren wir in glasklarer Luft mit grandioser Weitsicht an den Sarkro-Bergen entlang und auf die schneebedeckten Berge des Hohen Atlas zu. Die Aussicht lässt die langen schnurgeraden Strecken nicht langweilig werden. Erst kurz vor Tinerhir treffen wir wieder auf bebautes Gebiet. In der Stadt biegen wir noch vor dem Zentrum nach rechts ab zur Schlucht. Bald schon gehts in einigen teils knackigen Kehren bergauf, bevor es dann nach kurzer Gefällestrecke zur eigentlichen Schlucht geht. Die Aussicht ist klasse, aber wir wundern uns dann doch über die vielen parkenden Busse. Der Grund ist bald augenfällig, denn direkt vor der engsten Stelle der Schlucht hat der Fluß die Straße weggerissen und für Autos unpassierbar gemacht. Gut für uns, denn für Fußgänger wurden einige Bretter provisorisch als Behelfsbrücke genutzt. Die Felsen sind hier fast senkrecht und leuchten feuerrot in der weichen Nachmittagssonne. Wir passieren ein Hotel, das mitten in der Schlucht liegt und normalerweise von den Bustouristen angefahren wird. So trotten die Leute nun eben zu Fuß dorthin. Wir passieren einige Souvenirhändler, die im kalten Schatten auf Kundschaft warten und sind froh, trotz der beeindruckenden Szenerie bald wieder die warme Sonne zu spüren. Der Weg führt uns nun kurvenreich weiter bergauf neben dem Fluß entlang durch die auch weiterhin sehr schöne Schlucht. In einer großen Flußschleife liegt total einsam unsere heutige Unterkunft.

Auberge Le Festival:  Sehr schöne Herberge, die ganz aus Stein gebaut wurde! Neben dem älteren Hauptgebäude mit Restaurant wurde ein neuer Trakt mit Turm- und Höhlenzimmern gebaut. Lecker Essen im Restaurant, das ein bisschen das Flair einer Berghütte hat. Geheizt wird mit Gasstrahlern, da die Herberge nur Solarstrom hat. In der klaren Nacht konnten wir in der absoluten Dunkelheit einen fantastischen Sternenhimmel beobachten --> Sehr empfehlenswerte und ruhige Unterkunft.

 

13. Tag: Todra Schlucht - Dadés Schlucht               101km Summe 788km
Kasbah de la Vallee                                                1000Hm  Summe 5250Hm

Wir frühstücken früh, da es heute eine lange Etappe gibt. Von der Herberge benötigen wir 1,5 Stunden zurück durch die Schlucht bis zum Abzweig in Tinerhir. Es folgt eine ziemlich langweilige Strecke bis zum Dorf Imiter. Dort biegen wir dann um eine Kurve und wir freuen uns über die total fantastische Aussicht auf die stark verschneiten Berge des Hohen Atlas. Wir genießen die grandiose Kulisse bis Boulmane Dades, eine große Stadt mit riesigem Markt am Stadteingang. Bald erreichen wir den Abzweig in die Dadés-Schlucht. Zunächst gehts noch recht lange Auf und Ab durch ruhige Dörfer mit einigen Kasbahs. Die Landschaft sieht leider teilweise aus wie eine schmutzige rotbraune Abraumhalde wird aber später wieder netter. Am späten Nachmittag leuchten die Berge wieder in tollem Rot, aber von der Schlucht ist weit und breit noch nichts zu sehen. Dafür passieren wir einen Bereich mit ungewöhnlich erodierten Bergflanken, die wie ein riesiges Gehirn aussehen. Klasse! Nun gehts endlich langsam in die Schlucht. Noch ganz am Anfang, am Fuße der Serpentinen, liegt unser heutiges Hotel.

Kasbah de la Vallee: Älteres großes Hotel, ziemlich touristisch. Zimmer mit Balkon ok, Essen war gut, Abends im Restaurant Life-Berbermusik --> für eine Übernachtung gut.

 

14. Tag: Dadés Schlucht - Kelaa M´Gouna              71km  Summe 859km
Kasbah Itrane                                                         750Hm Summe 6000Hm

Frühmorgens gehts los, in die Schlucht hinein. Erst einmal müssen wir 2km die Serpentinen hoch, was aber in 20Minuten erledigt ist. Oben im 100m höher liegenden Restaurant trinken wir erstmal einen Kaffee. Die Temperatur ist seit dem Start von 6°C auf nur noch 3°C gefallen. Von der hochgelegenen Straße schaut man nun auf den tief unten liegenden Fluß hinunter. Dann gehts steil wieder bergab und wir erreichen die Engstelle der Schlucht. Sehr sehenswert, aber aus unserer Sicht lohnt die lange Anfahrt nicht unbedingt, wenn man schon die Todra-Schlucht gesehen hat. Wir radeln noch ein Stück weiter bis zu einem Dorf und kehren dann nach einer Stunde und etwa 8km wieder um. Der Weg zurück hält einige Steigungen mit bis zu 13% für uns bereit. In Boulmanes kaufen wir Verpflegung ein und radeln dann auf der sogenannten Straße der Kasbahs weiter. Wir sehen viele alte und neuere Kasbahs, aber leider auch fast durchgängig Bebauung neben der Straße. Hier sieht es viel ärmer als auf dem Land aus. Insbesondere die kleinen Kinder sind auch viel unfreundlicher als bisher und einmal fliegen uns sogar kleine Steine hinterher, ohne uns aber zu treffen. Nicht gefährlich, da die Kleinen nicht sonderlich treffsicher sind, aber schon ein wenig ärgerlich. Kelaa ist ziemlich dreckig. In der Stadtmitte biegen wir rechts ab um zur Herberge zu kommen. Wir müssen ein kurzes Stück bergauf und erreichen die schönste Herberge unserer Reise!

Kasbah Itrane:  Tolle Lage auf einer Anhöhe mit fantastischem Blick auf mehrere alte Kasbahs, die Stadt und die schneebedeckten Berge des Hohen Atlas. Bewirtschaftete Aussichtsterrasse, Zimmer mit kleinem Aussichtsbalkon, sehr gemütlich und verschachteltes altes Gebäude, sehr nettes bemühtes Personal. Abendessen bei Kerzenlicht, danach Berbermusik im kerzenbeleuchteten Vorraum des Speiseraums. Einziger “Nachteil”: Kein Bier, da traditionelle Herberge. Unser Geheimtip, der noch nicht seine entsprechende Berücksichtigung in den Reiseführern hat.  --> absolut empfehlenswert!!

 

15. Tag: Kelaa - Skoura                                          74km  Summe 933km
Kasbah Ait Ben Moro                                              500Hm  Summe 6500Hm

Wir frühstücken mit Fernblick auf der Aussichtsterrasse und radeln dann die Straße weiter ins Rosental, das aber den Umweg nicht lohnt. Wieder unten in der Stadt, trinken wir an der großen Kreuzung erst einmal einen Minztee im Salón de The für 2,5Dirham! Das ist ja fast geschenkt. Den weiteren Weg säumen nun wieder viele Kasbahs aller Größen und Erhaltungszustände, von toll restauriert bis total verfallen. Heute wieder recht nette Strecke. Dann wird es wieder wüstenhafter aber es gibt nun eine irre Weitsicht von fast 100km in der glasklaren trockenen Luft. Der Paß Tizi n´Taddert liegt auf fast 1500m Höhe und ermöglicht ein tolles 360° Panorama. Wer weite und karge Landschaften mit Bergen am Horizont mag, kommt hier voll auf seine Kosten!  Skoura lassen wir liegen und kommen kurz darauf zur toll restaurierten Kasbah, die unsere heutige Unterkunft ist.

Kasbah Ait Ben Moro:  Bis in den letzten Winkel 1A restaurierte Luxus-Kasbah. Tolle Zimmer, tolle Anlage, sehr freundliches Personal, ein kleiner Traum. Sehr gutes Restaurant, aber die Kellner in “Schwarzweiß” sind ein wenig befremdlich nach den vielen urigen Herbergen der letzten Wochen. Absolute Nobelunterkunft, die beste der Reise, fast schon zu fein für Radler wie uns. Vom Zimmer und vom Garten aus toller Blick auf eine Kasbah im Palmenmeer vor verschneitem Hochgebirge --> Sehr empfehlenswert!
 

16. Tag: Skoura - Quarzazate                                 40km  Summe 974km
Hotel la Perle du Sud                                              250Hm  Summe 6750Hm

Beim Frühstück werden wir mit europäischen Hits berieselt, was uns an das baldige Urlaubsende erinnert. Noch gibts einige Kasbahs und Oasen, bevor die Landschaft wieder in Wüste übergeht. Kurz vor Quarzazate liegt noch eine schön restaurierte Kasbah auf einem Hügel, dann gehts auch schon hinunter in die Stadt. Den Nachmittag verbringen wir noch in der Stadt und dem netten kleinen Souq, und dann ist auch schon Packen angesagt.

Hotel: siehe Tag 4

 

17. Tag: Rückflug  von Quarzazate über Casablanca nach Amsterdam
 

 


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