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NAMIBIA  -  September 2000


Etappenplan:

Tag

 Strecke

Höhenmeter

Kilometer

   1. Tag, Fr.

 Windhoek - Etosha Park (Okaukuejo)   / Auto

 

 

   2. Tag, Sa.

 Etosha Park Autorundfahrt

 

 

   3. Tag, So.

 Okaukuejo - Namutoni (Auto)

 

 

   4. Tag, Mo.

 Namutoni - Sachsenheim Gästefarm (Fahrrad)

200 m

29 km

   5. Tag, Di.

 Sachsenheim - Tsumeb

500 m

86 km

   6. Tag, Mi.

 Tsumeb - Tirol Gästefarm

500 m

111 km

   7. Tag, Do.

 Tirol Gästefarm - Otjiwarongo

200 m

79 km

   8. Tag, Fr.

 Otjiwarongo - Outjo

100 m

71 km

   9. Tag, Sa.

 Outjo - Bambatsi Gästefarm

300 m

83 km

 10. Tag, So.

 Bambatsi GF - Khorixas

400 m

96 km

 11. Tag, Mo.

 Khorixas - Ugab River

500 m

81 km

 12. Tag, Di.

 Ugab River - Uis Mine

400 m

39 km

 13. Tag, Mi.

 Uis Mine - Hentiesbaii

200 m

126 km

 14. Tag, Do.

 Hentiesbaii - Swakopmund

200 m

76 km

 15. Tag, Fr.

 Swakopmund - Langstrand

100 m

20 km

 16. Tag, Sa.

 Langstarnd - Vogelfederberg (Namib)

600 m

74 km

 17. Tag, So.

 Vogelfederberg - Kriess se Russ (Namib)

600 m

65 km

 18. Tag, Mo.

 Kriess se Russ - Rostock Ritz Lodge

900 m

83 km

 19. Tag, Di.

 Rostock Ritz - Ruhetag am Pool

 

 

 20. Tag, Mi.

 Rostock Ritz - Ababis Gästefarm

300 m

60 km

 21. Tag, Do.

 Ababis - Sossusvlei - Ababis (Jeeptour)

 

 

 22. Tag, Fr.

 Ababis - Gecko Camp

200 m

45 km

 23. Tag, Sa.

 Gecko Camp - Namibgrens Gästefarm

800 m

26 km

 24. Tag. So.

 Namibgrens - Wandertag

 

 

 25. Tag, Mo.

 Namibgrens - Weissenfels Gästefarm

 300 m

70 km

 26. Tag, Di.

 Weissenfels - Melrose Gästefarm

700 m

77 km

 27. Tag, Mi.

 Melrose Gf. - Heja Game Lodge

300 m

27 km

 28. Tag, Do.

 Heja - Airport (Autotransfer)

 

 

 

 Gesamthöhe / -strecke =5,8m/km

8300 m

1424 km


Zur Einzelbildansicht oder zum Start der Diashow
bitte ein Foto anklicken

Namibia Löwe mittel

Namibia Leopard mittel

Namibia Elefanten mittel

Namibia Bambatsi Zufahrt mittel

Namibia Mathew mittel

Namibia Ugab Schotterstr mittel

Namibia Straßenschild Uis mittel

Namibia Weg nach Hentiesbaii mittel

Namibia Kuiseb Canyon mittel

Namibia vor Rostock mittel

Namibia Kücki mittel

Namibia Düne 45 mittel

Namibia Sossusvlei mittel

Namibia Spreetshoogte Paßmittel

Namibia Sonnenuntergang mittel


Allgemeine Infos:     (Bitte quer drucken)

Um es vorweg zu sagen, Namibia ist ein tolles Steppen- und Wüstenland im südlichen Afrika, aber keineswegs ein ideales Ziel für Tourenradler. Die Reise lebt vom langsamen Wechsel der landschaftlichen Eindrücke zwischen den Highlights, wie z.B. die roten Dünen am Sossusvlei, der Namib Naukluft Park, der Fish River Canyon und der weltbekannte Etosha Park.

Als Vorzüge sind allem voran die überaus freundlichen Menschen, viele exotische Tiere und scheinbar unberührte weite Landschaften zu nennen. Als eines der wenigen Länder in Afrika ist Namibia zudem sehr sicher für Individualreisende. Wenn man dann noch weiß, dass in Namibia mehr deutsch gesprochen wird als in manchem anderen Land der Welt, versteht man daß in vielerlei Hinsicht Namibia DAS Land nicht nur für Afrika-Einsteiger ist.

Zu den Problempunkten für Radfahrer zählen neben der Hitze vor allem die vielen Schotterpisten unterschiedlichster Qualität und die vielerorts recht dünne bzw. nicht vorhandene Infrastruktur für Radfahrer. Diese Umstände erfordern eine sehr gute Vorbereitung der Reise und auch Improvisationsbereitschaft vor Ort.

Namibia ist für afrikanische Verhältnisse nicht gerade ein Billigland, jedoch bietet es ein recht gutes Preis-/Leistungsverhältnis für deutsche Touristen. Nepp ist uns auf der ganzen Reise nicht bewusst geworden.

 

Anreise / Geld

Linienflüge nach Namibia starten von Frankfurt/M. und werden von Air Namibia, South African Airlines und der heimischen Lufthansa durchgeführt. Eine oft preiswertere Variante ist der Charterflug mit LTU (regelmäßig ab Düsseldorf über München). In Herbst 2000 kostete uns der Flug mit LTU 1250,-DM, zuzüglich 30,-DM für den Radtransport. Sämtliche Flüge aus Europa landen auf dem internationalen Flughafen von Windhoek, der ca. 45 km östlich der Stadt liegt. Die Flugzeit beträgt ab München oder Frankfurt ca. 9 ½ Stunden, bei max. 1 Stunde Zeitverschiebung. Die Einreise auf dem Landweg ist z.Z. nur über Botswana und Südafrika zu empfehlen.

Zahlungsmittel in Namibia ist der namibische Dollar. Im gleichen Gegenwert wird überall auch der südafrikanische Rand angenommen. Namibische Dollar sind in Deutschland nur sehr schwer erhältlich, leichter ist südafrikanische Währung zu bestellen. Im Flughafen von Windhoek sind zwei Wechselstuben eingerichtet, die jedoch rel. hohe Gebühren verlangen. Besser ist es, am Bankautomaten in der Stadt gebührenfrei mit der Postsparbuchcard Landeswährung abzuheben. Auch in Namibia werden in vielen Hotels, Lodges und in den großen Supermärkten Kreditkarten angenommen (meist Visa/Mastercard), Tankstellen hingegen akzeptieren ausschließlich Bargeld.

Wie schon erwähnt ist Namibia kein ausgesprochenes Billigland. Wir haben Ende 2000 mit zwei Personen bei 4 Wochen Reisezeit, incl. Flug und 4 Tage Mietwagen, bei 19 Zelt- und 9 Lodge-Übernachtungen mit Verpflegung zusammen ca. 7000,-DM ausgegeben.

 

Landschaften

Namibia ist ein durch hohe Berge und weite Ebenen geprägtes Land. Von den Küsten ausgehend steigt ein Wüsten- und Halbwüstengürtel langsam bis zum Rand der Hochlandsgebiete an, die terrassenartig bis auf etwa 1700m Höhe zwischen den Bergen liegen. Im Gegensatz zu den stark eingeschnittenen Tälern z.B. der europäischen Alpen sehen viele namibische Landstriche aus, als wenn die Täler mit riesigen Sandmengen zugeschüttet wurden und nur noch die bis nahezu 2600m hohen Gipfel herausschauen. Eine Besonderheit ist die flache Salzpfanne des Etosha-Parks im Norden des Landes, die zugleich ein unvergleichbares Tierparadies ist. Charakteristisch sind auch die vielen Trockenflüsse, Riviere genannt, die nur an wenigen Tagen oder Stunden im Jahr reißende Wasser führen und die Erdoberfläche teilweise stark einschneiden. Spektakuläre Beispiele hierfür sind z.B. der Kuiseb- und Gaub Canyon.

Die Topographie Namibias führt dazu, dass Radler vielfach lange, flache Steigungen zu bewältigen haben, die oft mit Rivieren durchzogen sind. Da keine Brücken vorhanden sind, stellen sich dem Radler so immer wieder kurze aber nicht selten knackige Steigungen in den Weg. Auf die Hochebenen führen überwiegend Schotterpässe mit gemäßigten Steigungen, die nur vereinzelt so steil sind, dass sogar das Schieben zur Quälerei ausartet (Spreetshogte Paß).

 

Wetter

Die Jahreszeiten sind aufgrund der Lage Namibias auf der südlichen Erdhalbkugel den unsrigen entgegengesetzt, d.h. in unserem Winter ist dort Hochsommer. Der Sommer in Namibia dauert von Mitte Oktober bis Mitte März und ist die „niederschlagsreichste“ Zeit im Land. Neben grüner Natur hat dies an einzelnen Tagen u.U. nicht befahrbare Pisten und Probleme beim Queren von Rivieren zur Folge. Die Niederschlagsmenge steigt dabei von Süd nach Nord an. Das Hauptproblem für den Radler abseits der Küstenregionen ist in dieser Zeit aber die große Hitze, die den Wasserverbrauch in ungeahnte Höhen und die täglichen Fahrzeiten in den Keller treibt. Die Temperaturen liegen an kühlen Tagen um die 30°C und können auch locker 40°C im Schatten (den es kaum gibt) erreichen. Außerdem ist dann auch Ferienzeit, was volle Lodges und Campingplätze bedeutet. Der Südwinter wartet mit Trockenheit und Sonnengarantie bei Tagestemperaturen zwischen 15-20°C und häufig frostigen Nächten auf. An der Küste ist es das ganze Jahr über so frisch, dass sich für Radler die Mitnahme einer Windjacke empfiehlt. Die Schwarzen vermummen sich gar mit Wollmützen und dicken Jacken.

Gute Bedingungen findet der Radler hauptsächlich im Süd-Frühling (Anfang September - Mitte Oktober) und Herbst vor (Mitte März bis Anfang Mai). Der Herbst ist nach der Regenperiode durch relativ üppiges Pflanzenwachstum gekennzeichnet, was jedoch aufgrund des hohen Grases und vieler vorhandener Wasserstellen die Tierbeobachtung erschwert und die Anzahl der Mücken drastisch erhöht. Die beste Reisezeit ist nach meinem dafürhalten der noch trockene Frühling mit angenehm warmen Temperaturen. Wir hatten in diesem Zeitraum keinen Regen und immer Temperaturen zwischen 28°C und 33°C bei sehr geringer Luftfeuchtigkeit. Die Nachttemperaturen liegen dann etwa zwischen 4°C und 14°C. Hinzu kommt, daß der Frühling die Zeit mit den wenigsten Mücken ist, was die Gefahr einer Malariainfektion wesentlich reduziert.

In der warmen Jahreszeit fallen die kühlen Luftmassen der Nacht als Wind aus Osten in Richtung Meer, um im Laufe des Vormittags innerhalb kurzer Zeit zu drehen und bis zum Abend aus westlicher Richtung zu blasen.

 

Gesundheit

Namibia kann in mancher Hinsicht eine gesundheitliche Belastung für den Radfahrer werden. Die gnadenlose Sonne brennt in der sehr klaren und trockenen Luft so stark vom Himmel, daß die Haut sogar durch T-Shirts hindurch gebräunt wird und daß sich die Träger der Unterwäsche deutlich abzeichnen. Auch „dunklen Typen“ sei die regelmäßige Anwendung eines Sonnenblockers angeraten. Die sehr trockene Luft führt schnell zu Nasenbluten, weshalb eine Wundcreme nicht fehlen sollte. Auch in der trockenen Jahreszeit ist an ständigen Wasserstellen, wie z. B. im Etosha-Park, mit Mücken zu rechnen, weshalb ein Repellent nützlich ist. Aufgrund der starken Erschütterungen auf den Wellblechpisten ist Damen die Mitnahme eines guten Sport-BH anzuraten (Tip meiner Frau). Trotz des sehr hohen Hygienestandards ist die Mitnahme eines Durchfallmittels besonders für Radler Pflicht. Zu den empfohlenen Impfungen gehören Hepatitis, Typhus, Diphtherie, Polio und natürlich Tetanus. Eine Malariaprophylaxe wird von vielen Ärzten auch für die Trockenzeit empfohlen. Die relativ problematische Obst- und Gemüseversorgung in vielen Landesteilen lässt für anfällige Personen ein Multivitaminpräparat sinnvoll erscheinen. Die gleißende Sonne und stark blendende Pisten belasten die Augen sehr, weshalb eine starke Sonnenbrille ein Muß ist.

Schotterpisten in Verbindung mit der Hitze und oft lange Tagesetappen zwischen den Übernachtungsplätzen erfordern eine gute körperliche Kondition. Die trockene Luft führt zu einem hohen Flüssigkeitsbedarf, der ohne die Getränke zum Frühstück und Abendbrot bei ca. 0,5-1,0 Liter auf 10km Fahrstrecke liegt. Der Schweiß verdunstet sofort und hinterlässt dicke Salzschichten auf der Haut. Den Mineralverlust sollte man durch geeignete Mineraltabletten aus der Apotheke ergänzen.

 

Bevölkerung, Sprache

Die Bevölkerung setzt sich aus wenigen Weißen und vielen Schwarzen zusammen und fällt durch ihre außerordentliche Freundlichkeit auf. Die Menschen in Namibia repräsentieren eine Vielzahl verschiedener Stämme und Rassen, wie z.B. Ovambo, Damara, Buschmänner u.a. Viele Weiße sprechen ein  ausgezeichnetes Deutsch oder auch Englisch und Afrikaans. Und auch mit der schwarzen Bevölkerung kommt man oft in deutsch oder englisch klar. Namibia ist ein sehr dünn besiedeltes Land mit nicht einmal 2Mio. Einwohnern, von denen ein Großteil im äußersten, fruchtbaren Norden des Landes lebt. Außerhalb dieses Gebiets und der wenigen Städte trifft man daher nur auf wenige Dörfer und fast keine Menschen. Daher kommt der Vorbereitung der Reise in punkto Übernachtung und Verpflegung besondere Bedeutung zu.

 

Übernachten

Eine Radtour durch Namibia lässt in der Regel die Wahl aller möglichen Übernachtungsformen zu, doch ganz ohne Zelt wird auch der Hotelfreund nicht auskommen können. Und auch wer gerne zeltet, ist hin und wieder auf ein Hotel oder eine Lodge angewiesen. Die wenigen staatlichen Camps haben neben Bungalows fast alle eine Zeltmöglichkeit und sind annehmbar ausgestattet. Nachteilhaft ist hier die offiziell notwendige Vorausbuchung an zentralen Stellen. Daneben bietet vor allem die weiße Bevölkerung Übernachtungsmöglichkeiten, viele von ihnen mit Zeltmöglichkeit, auf Ihren Gästefarmen und in Lodges oder Hotels an. Bei vorhandener Zeltmöglichkeit kann der Radler die ganze Infrastruktur, wie Restaurant oder Pool nutzen. Hotels sind fast nur in größeren Städten und an der Küste zu finden. In einigen Städten sind preiswerte B&B-Unterkünfte eine günstige Alternative zum Zelt (z.B. das Falkennest in Otjiwarongo, H.Falke ist Outdoorfreak, kennt den Nordwesten Namibias wie seine Westentasche und gibt viele Insidertips!). Unverzichtbar für die Unterkunftsplanung ist das weiter unten beschriebene Buch aus dem Reise Know-How Verlag und das Unterkunftsverzeichnis des Namibischen Verkehrsbüros mit Buchungshinweisen für die staatlichen Rastlager. Wildzelten ist in seltenen  Fällen nicht zu vermeiden und aufgrund der menschenleeren Weiten problemlos möglich. Nur ist es manchmal recht schwer, ein nicht einsehbares Plätzchen in Straßennähe zu finden. Im Namib Naukluft Park sind einige Zeltplätze mit Trocken-WC, aber ansonsten ohne jegliche Einrichtungen vorhanden (kein Wasser).  Für die letzte Nacht ist eine Übernachtung auf einer Lodge in Flughafennähe dringend zu empfehlen, da das Flughafengelände nachts geschlossen ist (Reservierung sinnvoll). Die Lodges in der Umgebung bieten für wenig Geld eine Transportmöglichkeit zum Flughafen an.

An Übernachtungskosten fallen pro Person für das Zelten um die 30N$ an, mit Halbpension z.B. auf Gästefarmen zahlt man 100-200N$ und Lodgeübernachtungen im Zimmer schlagen bei Halbpension mit 200-400N$ zu Buche. Der Vorteil der Privatunterkünfte ist der gute Kontakt zu den Besitzern, die viel von Land und Leuten erzählen können.

 

Verpflegung

Wasserknappheit, wenig Möglichkeiten zum Kauf von frischem Obst und Gemüse sowie eine reiche Auswahl an hochwertigen Fleischsorten (z.B. Strauß, Oryx, Kudu) kennzeichnen die Versorgungslage. Fastfood ist abseits der Touristenstädte kaum zu finden. Während im Norden meist noch Städtchen oder Dörfer mit Einkaufs- oder Einkehrmöglichkeiten im Abstand von Tagesetappen zu finden sind, ist man besonders in den westlichen Wüstengebieten oder der Kalahari fast ausschließlich auf mitgeschlepptes Proviant und Lodges bzw. Gästefarmen angewiesen.

Besonders auf den Strecken zwischen Walvis Bay und Solitaire, Khorixas und Swakopmund sowie südwestlich des Fish River Canyons ist die Mitnahme von ausreichend Wasser (7-10Liter pro Person und Tag) und Proviant (Trockengerichte) notwendig. Für Selbstversorger sind die vielen deutschen Bäckereien eine willkommene Abwechslung (Tip: Cafe Probst in Walvis Bay, knusprige Brötchen mit Roastbeef).

Wasser kommt in Namibia meist aus tiefen Bohrlöchern, ist fast immer trinkbar, schmeckt aber manchmal etwas seltsam. In Supermärkten und Tankstellen kann man 5l-Wasserkanister für umgerechnet 5DM kaufen. Bier nach deutschem Reinheitsgebot gibt es fast in jeder Unterkunft für knapp 2DM pro ½ Liter, oft sogar vom Faß!

 

Gefahren, restriktive Reisegebiete

Eine Radtour durch Namibia ist m.E. nicht gefährlicher als eine Reise durch Europa. Doch es gilt auch hier einige wichtige Punkte zu beachten.

Zum einen sind da die wilden Tiere. Der Etosha Park mit seinen Raubtieren ist eingezäunt und für Radler verboten. Außerhalb der Wildgebiete wird man nur Tiere zu Gesicht bekommen, die beim Näherkommen eines Fahrrads flüchten. Das gilt auch für die ansonsten neugierigen und frechen Paviane. Hunde sind fast nur auf Farmen anzutreffen und nach erstem Beschnüffeln lammfromm. Bleiben da noch die Schlangen und Skorpione, die zu den giftigsten Arten der Welt zählen. Doch zu Gesicht bekamen wir kein einziges lebendes Exemplar. Daß Namibia eine der größten Leoparden- und Gepardenpopulationen in Afrika hat, ist nicht weiter störend, wenn man nachts im geschlossenen Zelt bleibt. Auch in Namibia gilt, dass wilde Tiere sich vom Menschen fernhalten. Ängstliche Naturen haben als Beruhigungsmittel ein Pfefferspray dabei.

Farmbesetzungen oder Mordanschläge auf weiße Farmer, wie sie in Zimbabwe oder Südafrika an der Tagesordnung sind, hat es in Namibia bisher noch nicht gegeben. Das einzige Gebiet, das man als Radler z. Z. meiden sollten, ist der Caprivi-Streifen, auf dem kriegerische Auseinandersetzungen ausgetragen werden, an denen Namibia aber nicht direkt beteiligt ist.

 

Rad und Ausrüstung

Zumindest im namibischen Winter und Frühling kann man die Schutzbleche getrost zu hause lassen. Da sich auf den Pisten Fahrten bei Dunkelheit verbieten, kann auch die Beleuchtung daheim bleiben. Als Transportschutz hatten wir pro Rad einen großen Karton dabei, den wir (gegen ein Trinkgeld) an der AVIS-Tankstelle am Flughafen unterstellen konnten. Das Rad sollte wegen der Pisten stabil sein, man kommt auch ohne Federungen gut klar. Die Reifen sollten mindestens 37mm breit sein und zum besten gehören, was es zu kaufen gibt. Wir hatten mit dem Schwalbe Marathon XR keinen einzigen Platten, Ersatzmantel und –schlauch aber unbedingt mitnehmen und regelmäßig Dornen aus dem Gummi entfernen! Kettenöl ist ca. alle 300-400km aufzutragen. Der Lenker sollte stoßabsorbierend sein, am besten ein Rennlenker mit hohem Vorbau. Ein Mountainbike ist nicht erforderlich, aber bei 28“ Laufrädern auf stabile Speichen achten (2,0-1,8-2,3mm). Das Werkzeugset muß vollständig sein, da es kaum Radgeschäfte außerhalb von Windhoek oder Swakopmund gibt.

Wer die Namib durchradelt oder andere abgelegene Gebiete durchquert, wird nur schwer ohne einen Anhänger auskommen können, da man kaum zusätzlich 7-10l Wasser pro Person und Tag sowie das Proviant auf dem Rad transportieren kann. Anzuraten ist unbedingt ein Einspuranhänger, wie er z.B. bei Globetrotter oder Rose-Radversand erhältlich ist.

Aufgrund der kalten Nächte ist ein warmer Schlafsack notwendig. Das Zelt sollte unbedingt insektendicht sein. Für die Tierbeobachtung ist ein Fernglas unabdingbar.

 

Straßen und Verkehr, Transport

Namibia weist nur auf wenigen Hauptverbindungsstrecken asphaltierte Straßen auf. Daher wird man in der Regel auf Schotter durch das Land rumpeln. Die Asphaltstraßen sind in gutem Zustand, während die Güte der Schotterstrecken von erträglich bis katastrophal reicht. Der Verkehr außerhalb von Swakopmund und Windhoek ist sehr gering, auf vielen Pisten sind Fahrzeuge eine Seltenheit. So kann man sich auf der gesamten Fahrbahn die besten Stellen suchen. Die einzige subjektiv gefährliche Strecke liegt zwischen Swakopmund und Walvisbay. Hier wird auf der schmalen Asphaltbahn erbarmungslos gerast. Wie schon erwähnt ist der Etosha-Park für Radfahrer gesperrt, so dass sich das Anmieten eines Leihwagens für einige Tage anbietet.

Aufgrund der Pistenverhältnisse sind, verbunden mit der Hitze, nur in Ausnahmefällen Etappen über 70km möglich. Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf Schotter liegt zwischen 8 und 16km/h, in der Regel waren es bei uns im Tagesdurchschnitt 12km/h. Lange und starke Steigungen sind die Ausnahme, meistens geht es lang und flachansteigend bzw. –fallend weiter. Kräftezehrend sind auf manchen Strecken die vielen Riviere, die meist kurz aber steil hinunterführen und mit tiefem Sand aufwarten.

Ausweichmöglichkeiten auf Bus und Bahn sind aufgrund der wenigen Strecken und seltenen Abfahrten zu vernachlässigen. Wer nicht mehr radeln kann oder will lässt sich mitnehmen (eine Mitnahme wird regelmäßig angeboten) oder leiht sich ein Auto.

 

Reiseführer und Karten

Ein Muß ist der Kontakt zum namibischen Touristenbüro in Frankfurt. Dort bekommt man einen ausführlichen Beherbergungsführer, und eine Straßenkarte im Mst. 1:2.000.000 auf der alle für Radler interessanten Straßen und Pisten verzeichnet sind. Im gleichen Maßstab aber übersichtlicher und mit mehr Infos ist die empfehlenswerte Karte Namibia 2000 von Namibia Safaris (ca. 17DM plus Porto, Tel.:07531/914491). Zusätzlich gibt es hier auf der Rückseite der Karte noch einen Plan des Etosha-Parks und Stadtpläne von Windhoek und Swakopmund.

Das wirklich beste Buch für Radfahrer ist der im Reise Know-How Verlag erschienene Band Namibia. Im Gegensatz zu allen anderen Büchern ist hier für alle interessanten Strecken ein kilometergenaues Roadbook mit fast allen Übernachtungsmöglichkeiten abgedruckt. Sehr nützlich ist außerdem das sehr umfangreiche Unterkunftsverzeichnis mit Kurzbeschreibung, Preisen und Telefonnummern. Wer mehr als üblich im Vorfeld über Land und Leute erfahren will ist mit dem Iwanowski-Führer gut bedient, der m.E. aber für die Tourenplanung nicht so gut ist. Viele schöne Bilder gibt es im Vista-Point Führer, der die Hauptroute durch Namibia beschreibt, insgesamt aber mehr für Autofahrer gedacht ist. Sehr umfangreiche Literatur- und Kartenauswahl gibt es beim Namibiana Buchdepot.

Ein Buch für lange Abende unterwegs: „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“, Henno Martin, Abenteuerbericht aus dem Kuiseb Canyon. Am besten lesen, wenn man schon dort durchgefahren ist. Erhältlich vor Ort u.a. in Swakopmund und Windhoek.

 

Ziele und Routen

Der „normale“ Radtourist  mit 3-4 Wochen Zeit muß sich zwangsläufig auf Teilgebiete Namibias beschränken. Es bieten sich hier Touren in den nördlichen/mittleren Teil, oder in den mittleren/südlichen Teil des Landes an. Neben dem schon erwähnten Etosha-Park und dem Damaraland stellt besonders der Namib-Naukluft Park ein besonderes Highlight der Reise dar. Aber auch der Fishriver Canyon im Süden des Landes und der sehr steile aber aussichtsreiche Spreetshogte Paß (schieben!) sind unvergessliche Landmarken. Aufgrund der anstrengenden Etappen sollte hin und wieder ein Erholungstag in einer Lodge mit Pool und gutem Essen eingeplant werden (Tip: Rostock Ritz, nördlich von Solitaire an der C14!).

Radlern, die den ersten Aufenthalt in Namibia oder gar Afrika planen, empfehle ich die nördliche Tour mit einem kurzen Autotrip durch den Etosha- Nationalpark. Dabei sollte die Reise vom Etosha-Park aus gegen den Uhrzeigersinn erfolgen, da sich so die landschaftlichen Eindrücke langsam aber stetig steigern.

Ein Beispiel für eine lohnenswerte 4-wöchige Tour wäre:

Auto ab Windhoek, 2-3 Tage Etosha Park, Auto an der Mokuti Lodge oder in Tsumeb abgeben (AVIS), Tsumeb, Otavi, Otjiwarongo (B&B Falkennest), Outjo, Bambatsi Gästefarm (tolle Lage), Khorixas, Uis Mine, Hentiesbay, Walvis Bay, Namib Naukluft Park (kein Service!) über die Rostock Ritz Lodge (tolles Essen, spektakuläre Aussicht vom Pool) bis Sossusvlei und zurück über den Spreetshogte Paß nach Windhoek. Ohne die Autostrecke sind das 1700km. Wer mehr Zeit hat, fährt von Sossusvlei weiter nach Lüderitz, zum Fish River Canyon und Oranje River. Von dort nach Windhoek oder weiter nach Südafrika.

 

REISEBERICHT: Per Rad durch die Wüste    (Bitte quer drucken)

Endlich ist es soweit. Nach 4 Tagen im Leihwagen und etlichen Autokilometern im Etosha Park sitzen wir endlich auf unseren Rädern und strampeln unsere müden Beine frei. Noch auf dem Gelände der Mokuti Lodge, wo wir den Mietwagen abgaben, begegnet uns die erste Giraffe. Obwohl wir schon aus dem Auto heraus etliche Tiere bewundern konnten, ist der Anblick jetzt, ohne das störende Blech um uns herum bei weitem beeindruckender. Doch während die Tiere beim Herannahen von Autos nicht mit der Wimper zucken, ergreifen sie bei den sonderbaren Wesen auf zwei Rädern gleich die Flucht, um uns aus sicherer Distanz neugierig zu beobachten. Um es vorwegzunehmen, das gleiche spielte sich auf der ganzen Reise auch bei anderen Tieren ab, so dass unsere anfängliche Sorge bezüglich wilder Tiere völlig unbegründet war.

Das Radeln ist von Anfang an eine Wohltat, da der Asphalt gut ist und kaum Autos fahren. Nur wird es schon am Vormittag sehr warm, und das Thermometer überschreitet bald die 30°C Marke. Die ersten Tage sind landschaftlich etwas eintönig und so freuen wir uns ein wenig über die kleine Stadt Tsumeb mit dem schönen Rasencampingplatz (es sollte der letzte Rasenplatz sein). Besonders ab Mitte September ist Tsumeb einen kleinen Abstecher wert, da die vielen Jacarandabäume in voller Blüte stehend über und über mit zartblauen Blättern bedeckt sind. Ein erstes Highlight ist dann der Aufenthalt auf der Bambatsi Gästefarm, die auf einem Hügel mit toller Fernsicht über den Mopanewald gelegen ist. Ein erfrischendes Bad im Pool und ein tolles Essen auf der Terrasse unter dem wunderbaren Sternenhimmel lassen die Strapazen der letzten Tage schnell vergessen.

Bei der Weiterfahrt begegnen wir einem Schwarzen, der uns auch gleich freundlich anspricht. Er ist stolzer Besitzer eines klapprigen Mountainbikes mit nur einer Bremse, aber dafür mehreren Achtern in den Felgen. Da  Matthew die gleiche Richtung nimmt, fahren wir plaudernd ein Stück gemeinsam. Doch mit jedem Kilometer wird er ruhiger. Da es bereits über 30°C warm ist sind wir leicht bekleidet, aber er scheint ein anderes Temperaturempfinden zu haben. Nicht nur, dass er eine lange dicke Jogginghose trägt und über das Sweatshirt einen Pulli gezogen hat. Nein, eine Wollmütze hat er auch noch auf. Doch unser lockeres Tempo treibt ihm nun langsam den Schweiß aus den Poren, der langsam aus seiner Mütze läuft. Aber außer der Bemerkung in Richtung Marion >hey, she is fast< lässt er sich nichts anmerken. Am Abzweig zur Vingerklip Lodge verabschieden wir uns von ihm, um einem landschaftlichen Höhepunkt entgegenzustreben, der sofort Vergleiche mit dem Monument Valley in den USA aufkommen lässt.

Von nun an verlassen wir fürs den Asphalt und bekommen einen Vorgeschmack darauf, was uns in den nächsten Wochen erwartet. Schlagartig fällt unsere Durchschnittsgeschwindigkeit dramatisch und in gleichem Verhältnis steigt der Wasserverbrauch. Die einsame  Landschaft wird karg und trocken, nur kurz unterbrochen vom grünen Rivier des Ugabflusses. Hinter Uis Mine wird die Landschaft vollends zur Wüste, die bis zur Küste als Kulisse dient. Auf dieser Mammutetappe verläuft die Strecke zwar durchweg leicht fallend, aber auf halber Strecke dreht wie üblich der Wind in Gegenrichtung. So müssen wir doch mehr kämpfen als uns lieb ist. Die glatte feste Salzpiste ab Hentiesbay ist danach für uns und die Räder die reinste Wohltat.

In Swakopmund hat uns die Zivilisation nach der Einsamkeit der letzten Tage wieder. Uns reicht ein Nachmittag in deutscher Vergangenheit, bevor wir auf stark befahrener Asphaltpiste Walvisbay entgegenradeln. Dann hat uns die Wildnis wieder und eine der größten Herausforderungen der Reise steht bevor. Für die nächsten 3-4 Tage gibt es keine Möglichkeit, Wasser oder Proviant zu kaufen, und so geht es vollbepackt mit Proviant und über 40 Liter Wasser quer durch die Namibwüste. Es fahren kaum noch Autos an uns vorbei und die Schlafstätten reduzieren sich auf wenige ausgewiesene Stellplätze ohne jeglichen Service. Das ist auch gut so, denn nur ohne Menschen kann man diese Landschaft richtig genießen. Leider zählen die Pisten im Park nicht zu den besten, so dass die Strecke auch in dieser Hinsicht uns einiges abverlangt. Da die Etappenlänge heute recht kurz ist, erreichen wir früh den markanten Granitklotz namens Vogelfederberg, der als Kulisse unseres heutigen Nachtlagers dient. Nach dem Zeltaufbau klettern wir gleich auf den Felsen, um oben sitzend wieder einmal auf einen glutroten Sonnenuntergang zu warten. Außer uns ist hier niemand und wir genießen die absolute Stille der Wüste. Die klare Nacht ist bitterkalt und der Morgen hält eine Überraschung für uns bereit. Obwohl wir schon knapp 50 km von der kühlen Küste entfernt sind, reicht der Einfluß des Meeres aus, alles in dichten Nebel zu hüllen, bis die steigende Sonne wieder für klare Verhältnisse sorgt. Auch heute schonen wir uns ein wenig, denn die schwerste Etappe liegt noch vor uns. Und die hat es in sich, denn es müssen gleich zwei Canyons durchradelt werden. In weiser Voraussicht starten wir die nächste Etappe bereits mit dem ersten Licht des Tages. Nur ein Schild mit der Aufschrift >Kuiseb Paß< kündigt die Schlucht an, die an Wildheit kaum zu überbieten ist und uns sehr beeindruckt. Die Straße führt auf sehr schlechtem Untergrund so steil hinunter, dass wir steife Finger vom Bremsen bekommen. Wir sind umgeben von bizarren Felsen und fahren staunend am Grunde der Schlucht entlang. Von der Brücke aus sehen wir im Bett des Kuiseb blühende Kameldornbäume und sogar einige Wasserkolke, die die Trockenzeit überdauert haben. Die heulende Motorbremse eines zu uns herunterfahrenden LKW erinnert uns dann, dass ein schönes Stück Arbeit noch vor und liegt. Bevor wir uns an die Auffahrt machen, werden erst einmal die Trinkflaschen aufgefüllt. Dabei fällt auf, dass ein Kanister leckt und schon fast halb leergelaufen ist. Gut, dass wir die leeren Kanister noch dabei haben und so den wertvollen Inhalt umfüllen können!

Nicht nur die Hitze und der fehlende Wind macht zu schaffen. Auch die enorme Steigung geht kräftig in die Beine und die Kurbeln lassen sich trotz der 28/32er Übersetzung kaum noch bewegen. Dauernd halten wir an, um den brennenden Schweiß aus den Augen zu wischen und gierig zu trinken. Endlich oben angekommen bleibt für eine längere Pause keine Zeit, wollen wir das geplante Ziel, die Rostock Ritz Lodge, noch erreichen. Die nächsten Kilometer führen durch eine wellige Landschaft, die viel Kraft kostet. Am Abzweig zum Gamsbergpaß reicht es uns eigentlich schon, aber die nächste Unterkunft ist gebucht. Also weiter zum Gaub Canyon, der als weiterer landschaftlicher Leckerbissen trotz nachlassender Kräfte gut zu bewältigen ist. Eine letzte flache Steigung quält uns noch, als ein großes Schild am Straßenrand auftaucht. Die Aufschrift lautet: Tired? Was für eine Frage nach der


heutigen Strecke! Kurz darauf das nächste Schild: Hungry? Schon beim Lesen knurrt uns der Magen, was gemein! Das letzte Schild ist leicht zu erraten: Thirsty? Ja, wir sind durstig und das fade warme Wasser total leid. Schlimm ist , dass es noch über 5km sind, bis wir an der Lodge ankommen. Doch dort gibt es einen Empfang, der alle Strapazen für einige Momente vergessen lässt: Kücki, der Besitzer hat uns mit dem Fernglas auf den letzten Kilometern beobachtet und begrüßt uns freudig mit einem kalten Glas Sekt! Nach zwei Minuten haben wir einen mächtigen Schwips und schaffen es kaum noch, unter die Dusche zu kommen. Im außergewöhnlichen Ambiente des Rostock Ritz belohnen wir uns für die vergangenen Entbehrungen mit einem Ruhetag am tollen Pool mit atemberaubender Aussicht und Abends mit erstklassigem Essen.

Gerne würden wir noch bleiben, aber der Höhepunkt der Reise, das Sossusvlei, liegt noch vor uns. Die Piste ist glatt und topographisch sehr radfreundlich. Auf halbem Weg machen wir Rast in Solitaire, einer Tankstelle mit Restaurant und etwas heruntergekommenem Rastlager. Hier hält fast jeder an, um Erfahrungen auszutauschen und zumindest einen kalten Appletizer zu trinken. Leider erzählten uns Farmer, dass die Besitzer pleite sind und diese Institution so einer ungewissen Zukunft entgegensieht. Drei Tage später stehen wir staunend auf einer hoch aufragenden Düne am weltberühmten Sossusvlei und blicken in einen schier endlosen Sandkasten. Jetzt am Nachmittag modellieren die länger werdenden Schatten mehr und mehr die wellige Struktur der roten Dünen heraus. Nicht minder beeindruckt uns der große See im Vlei inmitten der Wüste. Die starken Regenfälle des vergangenen Herbstes haben für dieses Naturschauspiel gesorgt, das in den letzten 25 Jahren nur zweimal vorkam.

Mit ein bißchen Wehmut brechen wir auf, zurück in Richtung Windhoek. Ein ungutes Gefühl haben wir nach mehreren Berichten von Farmern wegen des auf unserer Strecke liegenden Spreetshoogte Passes. Wir versuchen, uns mit den vielen bezwungenen Alpenpässen zu beruhigen und hoffen, dass es nicht schlimmer wird. Doch es kam schlimmer! Bereits von unten sieht man einige Steilstücke und schon die erste Rampe erleben wir nicht mehr im Sattel. Es ist so steil, dass selbst das Schieben in Schwerstarbeit ausartet. Die Schuhe finden auf dem losen Geröll keinen Halt und immer wieder rutschen wir zurück. Stehenbleiben, verschnaufen, 10m schieben, stehen bleiben, trinken,.. ist für die nächsten 80 Minuten unsere Hauptbeschäftigung. Doch es hat sich gelohnt, denn wir genießen am Aussichtspunkt noch einmal die fantastische Fernsicht, bevor wir uns endgültig von der Namib verabschieden.

Durch lange Hochtäler geht es weiter auf Windhoek zu, wo wir unser erstes Afrika-Abenteuer glücklich und gesund zu Ende bringen. Namibia, wir kommen wieder!