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Südafrikas Westen  -  Okt. / Nov. 2003

Etappenplan: (bitte quer ausdrucken)

Tag

 Strecke

Höhenmeter

Kilometer

   1. Tag, Fr.

 Amsterdam - Kapstadt

 

 

   2. Tag, Sa.

 Kapstadt - Graaf Reinet

 

( Auto: 683 km)

   3. Tag, So.

 Graaf Reinet - Mountain Zebra NP

 

( Auto: 221 km)

   4. Tag, Mo.

 Mountain Zebra NP - Addo Elephant Park

 

( Auto: 255 km)

   5. Tag, Di.

 Addo Elephant Park - Jeffreys Bay

500 m

84 km

   6. Tag, Mi.

 Jeffreys Bay - Witelsbos

750 m

87 km

   7. Tag, Do.

 Witelsbos - Natures Valley

650 m

84 km

   8. Tag, Fr.

 Natures Valley - Knysna

750 m

74 km

   9. Tag, Sa.

 Knysna - Wilderness

750 m

54 km

 10. Tag, So.

 Wilderness - Oudtshoorn

1200 m

77 km

 11. Tag, Mo.

 Oudtshoorn - Prince Albert

1350 m

72 km

 12. Tag, Di.

 Prince Albert - Oudtshoorn

750 m

114 km

 13. Tag, Mi.

 Oudtshoorn - Amalienstein

850 m

80 km

 14. Tag, Do.

 Amalienstein - Barrydale

825 m

101 km

 15. Tag, Fr.

 Barrydale - Bredasdorp

1000 m

120 km

 16. Tag, Sa.

 Bredasdorp - Gaansbaai

250 m

91 km

 17. Tag, So.

 Gaansbaai - Onrus (Hermanus)

400 m

62 km

 18. Tag, Mo.

 Onrus - Gordon´s Bay

600 m

82 km

 19. Tag, Di.

 Gordon´s Bay - Villiersdorp

1075 m

67 km

 20. Tag, Mi.

 Villiersdorp - Stellenbosch

900 m

81 km

 21. Tag, Do.

 Stellenbosch - Simons Town

250 m

60 km

 22. Tag, Fr.

 Simons Town - Hout Bay

850 m

87 km

 23. Tag, Sa.

 Hout Bay - Kapstadt

200 m

30 km

 24. Tag. So.

 Kapstadt

 

 

 

 Gesamthöhe / -strecke = 9,9 m/km

14900 m

1507 km

Zur Einzelbildansicht oder zum Start der Diashow
bitte ein Foto anklicken

Kinder

Valley of Desolation

Mtn. Zebra NP

Simons Town

Strauße vor Swartberg

Swartberg Anfahrt

Anfahrt Swartberg

Swartberg 2

Swartberg Nord

Swartberg Ausgang

Wilderness

Wilderness2

Lecker Eis

Vor Bredasdorp

False BAy 2

False Bay

Hout Bay

Chapmans Peak Drive

Camps Bay

Boulders


Allgemeine Infos:    (bitte quer ausdrucken)

Südafrika ist ein wunderschönes Land für Radtouren. Tolle weite Landschaften, wilde Küsten, viele exotische Tiere, freundliche Menschen und eine gute Infrastruktur machen Südafrika zum idealen Land für Radtouristen. Südafrika ist für afrikanische Verhältnisse nicht gerade ein Billigland, jedoch bietet es ein recht gutes Preis-/Leistungsverhältnis für deutsche Touristen. Nepp ist uns auf der ganzen Reise nicht bewusst geworden.

Einreise / Währung

Linienflüge nach Südafrika starten von den großen deutschen Flughäfen und auch von Amsterdam und werden u.a. von Air Namibia, South African Airlines, Air France, KLM und der heimischen Lufthansa durchgeführt. Eine andere Variante ist der Charterflug mit LTU (regelmäßig ab Düsseldorf, Nachteil: Späte Ankunft am Abend). Im Herbst 2003 kostete uns der Flug mit der KLM ab Amsterdam €800,- zuzüglich €100,- für den Radtransport. Die Flüge aus Europa landen in Johannesburg und Kapstadt. Die Flugzeit beträgt ca. 11 Stunden, bei max. 1 Stunde Zeitverschiebung. Die Einreise auf dem Landweg ist über Botswana, Namibia und Zimbabwe möglich.

Zahlungsmittel in Südafrika ist der Rand (ZAR). Es dürfen nur 500 Rand eingeführt werden. Im Flughafen von Kapstadt sind Wechselstuben eingerichtet. Besser ist es, an einem der vielen Bankautomaten gebührenfrei mit der Postsparbuch-Card Landeswährung abzuheben. Auch in Südafrika werden in vielen Hotels, Lodges und in den großen Supermärkten Kreditkarten akzeptiert (meist Visa/Mastercard), Tankstellen hingegen akzeptieren ausschließlich Bargeld.

Wie schon erwähnt, ist Südafrika kein ausgesprochenes Billigland. Wir haben Ende 2003 mit zwei Personen bei 3,5 Wochen Reisezeit, incl. Flug und 4 Tage Mietwagen, mit 14 Zelt- und 9 Lodgeübernachtungen und Verpflegung zusammen ca. €3500,- ausgegeben.

Geografie

Der Südwesten Südafrikas ist ein von Bergen und weiten Ebenen geprägtes Land. Den Küstenstreifen der Gardenroute bildet ein ca. 200m hohes teilweise bewaldetes Hochplateau, das in lange Bergzüge übergeht. Das trockene Hinterland, die beiden Karoo-Halbwüsten, liegt teilweise bis über 1000m hoch. In Richtung Kapstadt reichen die Berge oft bis an die Küste heran Die Topographie ist anstrengend und führt dazu, dass Radler viele Steigungen zu bewältigen haben. Wir haben oft über 1000 Höhenmeter am Tag bewältigen müssen.

Klima / Winde / Regenzeiten

Das Wetter ist besonders im Frühling und Herbst für eine Radtour geeignet. Wir waren Mitte Oktober bis Anfang November unterwegs und hatten Maximaltemperaturen zwischen 17°C und 29°C. Mit Regenschauern und einzelnen kalten Tagen muss gerechnet werden. Längere Regenperioden hatten wir nicht. Nachts kann es frisch werden, daher ist ein warmer Schlafsack für Camper besonders im hochgelegenen Hinterland erforderlich.

Die Jahreszeiten sind aufgrund der Lage Südafrikas auf der südlichen Erdhalbkugel den Europäischen entgegengesetzt, d.h. in unserem Winter ist dort Hochsommer. Der Sommer in Südafrika dauert von Mitte November bis Mitte Februar und ist die Trockenzeit am Kap. Das Hauptproblem für den Radler abseits der Küstenregionen ist in dieser Zeit aber die Hitze. Außerdem ist von Mitte Dezember bis Februar Ferienzeit, was volle Lodges und Campingplätze bedeutet. Der Südwinter wartet mit kaltem Regenwetter auf. Die Schwarzen vermummen sich sogar im Frühling und Herbst mit Wollmützen und dicken Jacken.

Gute Bedingungen findet der Radler hauptsächlich im Süd-Frühling (Anfang Oktober bis Mitte November) und Herbst vor (Februar/April). Die beste Reisezeit ist nach meinem Dafürhalten der Frühling mit angenehm Temperaturen, vielen blühenden Pflanzen und der Walbesichtigungszeit.

Gesundheit

Die Sonne brennt in der klaren und oft trockenen Luft so stark vom Himmel, daß die Haut sogar durch T-Shirts hindurch gebräunt wird. Zu den empfohlenen Impfungen gehören Hepatitis, Diphtherie, Polio und natürlich Tetanus. Eine Malariaprophylaxe ist nach Auskunft der einschlägigen Publikationen im von uns bereisten Gebiet nicht erforderlich. Viele Steigungen erfordern eine gute körperliche Kondition. Leitungswasser haben wir überall ohne Probleme getrunken.

Bevölkerung, Sprache

Die Bevölkerung setzt sich aus wenigen Weißen und vielen Farbigen und Schwarzen zusammen und fällt durch ihre außerordentliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auf. Wir hatten auf der ganzen Reise keine Angst, und auch nicht die geringsten Sicherheitsprobleme gehabt. Es ist zwar überall Stacheldraht präsent, und an jedem Haus ist der Warnhinweis „armed response“ einer Sicherheitsgesellschaft angebracht. Doch erschien uns das ganze mehr ein großer Wirtschaftszweig als ein wirkliches Problem zu sein. Natürlich gibt es da die Statistik mit vielen Verbrechen unter der Bevölkerung. Aber ich bin nach dieser Reise sicher, dass es für Touristen im von uns bereisten Gebiet nicht gefährlicher als in den meisten anderen Ländern ist, sofern man die grundlegenden Sicherheitsregeln beachtet.

Die Menschen in Südafrika stellen eine Vielzahl verschiedener Stämme und Rassen dar. Die weiße Bevölkerung spricht ein ausgezeichnetes Englisch und natürlich Afrikaans. Und auch mit der schwarzen Bevölkerung kommt man überwiegend in englisch klar. Südafrika ist –abseits der großen Städte- ein überraschend dünn besiedeltes Land.

Übernachten

Eine Radtour durch Südafrika lässt in der Regel die Wahl aller möglichen Übernachtungsformen zu, doch ganz ohne Hotel wird auch der Zeltfreund nicht auskommen können. Es sind etliche Campingplätze vorhanden, viele waren aber noch nahezu leer, so dass wir immer aufgenommen wurden. Die Preise für 2 Personen und ein Zelt lagen nicht so hoch wie in Südeuropa (ca. 10€). Guesthouses, B&B und Hotels sind an der Küste vielfach vorhanden, ein Doppelzimmer mit Frühstück haben wir fast immer unter 50€ bekommen.  Die erste und letzte Übernachtung in Kapstadt sollte man unbedingt von Zuhause aus buchen! Wir haben für 64€ bei Meiers Weltreisen die Breakwater Lodge in unmittelbarer Nähe zur V&A Waterfront gebucht. Dort konnten wir für die Zeit unserer Reise die Radkartons kostenlos deponieren. Außerdem liegt die Lodge nur wenige Fußwegminuten von der Waterfront entfernt, so dass man auch Abends ohne Probleme ausgehen kann. Für den Radtransport zum Flughafen vermittelt das Hotel einen VW-Bus mit Fahrer, was aber auch von Deutschland gebucht werden muß. Breakwater Lodge, brkwater@fortesking-hotels.co.za Tel: 0027-21-406 1911

Verpflegung

Überall gibt es kleine Läden und oft große Supermärkte für Selbstversorger. Essengehen ist nicht billig, aber qualitativ gut. Ein Filetsteak mit Beilagen gibt es häufig für etwa 8-10,-€. Kein Problem ist die Trinkwasserversorgung. Wir haben uns überwiegend mit Leitungswasser versorgt und dabei keine Magen-/Darmprobleme bekommen. In Supermärkten und Tankstellen kann man Trinkwasserkanister kaufen. Leckeres Bier, auch nach deutschem Reinheitsgebot, gibt es überall.

Gefahren, restriktive Reisegebiete

Eine Radtour durch Südafrika ist m.E. nicht gefährlicher als eine Reise durch Europa (siehe oben). Hunde sind im ganzen Gebiet sehr zurückhaltend und faul. Angebellt wird man nur von angeketteten oder eingesperrten Hunden. Wir hatten auf der ganzen Reise keine Probleme mit Hunden! Als Radtourist sollte man auf jeden Fall vermeiden, durch die Townships der Großstädte zu fahren, was insbesondere bei Dunkelheit gilt. Wir sind durch mehrere schwarze Wohngebiete gefahren und hatten dabei nur freundliche Menschen gesehen und keine Probleme bekommen. Nur selten sind die Townships so verkommen, wie man sie sich als Afrika-Neuling vielleicht vorstellt. Die meisten Wohngebiete der Schwarzen sind funktionierende Gemeinden mit Strom, Wasser, Abwasser und gemauerten Häusern.

Rad und Ausrüstung

Da sich Fahrten bei Dunkelheit verbieten, kann die Beleuchtung daheim bleiben. Als Transportschutz hatten wir pro Rad einen großen Karton dabei, den wir in unserem Hotel in Kapstadt zusammengefaltet unterstellen konnten. Die Reifen sollten mindestens 32mm breit sein, da es auf wenigen Abschnitten über Schotterpisten geht. Aufgrund möglicher kalter Nächte ist ein warmer Schlafsack notwendig. Für die Tierbeobachtung ist ein Fernglas unabdingbar. Der Fotoapparat sollte unbedingt mit einem Vorsatzfilter ausgerüstet werden. Besonders mit einem Polfilter lassen sich auf der Reise bei der ungewöhnlich klaren Luft tolle Effekte erzielen.

Straßen und Verkehr, Transport

Die Straßen waren vielfach sehr gut und außerhalb der Städte auch wenig befahren. Auf den Durchgangsstraßen ist häufig ein Seitenstreifen vorhanden, den aber auch andere langsame Fahrzeuge nutzen. Es war sehr wenig LKW-Schwerverkehr vorhanden und die Autos machten einen großen Bogen um uns. Voll und laut wurde es nur im Einzugsbereich der wenigen großen Städte, die für Radfahrer kein Problem darstellen. Daher wird man in der Regel selten auf Schotter durch die Land rumpeln. Ausweichmöglichkeiten auf Bus und Bahn sind aufgrund der wenigen Strecken und der seltenen Abfahrten nicht einfach zu organisieren.

Reiseführer und Karten

Ein Muß ist der Kontakt zum südafrikanischen Touristenbüro in Frankfurt. Dort bekommt man einen ausführliche Beherbergungsführer, Campingverzeichnisse und weitere nützliche Infos.

Sinnvoll ist das Buch „Südafrika per Rad, Kettler Verlag, das wir ständig in Gebrauch hatten. Nützliche allgemeine Reiseführer über Südafrika: Südafrika, Vista Point Verlag (Autoführer, aber schöne Bilder), Südafrika, Reise Know How, Kapstadt und Gadenroute, Iwanowski Verlag (m. E. viele Infos aber umständlich gestaltet).

Wir haben uns gute Karten über den südafrikanischen Automobilclub besorgt. Hier gibt es gegen Gebühr ein sogenanntes Gardenroute Paket, das große Teile der Tour abdeckt:

International Travel Marketing, 41 Chartley Ave, Stanmore, Middlesex HA7 3RB, GB, mail: traveltosouthafrica.com@virgin.net

Ansonsten bekommt man in Kapstadts Büchereien viele Karten und Straßenatlanten in unterschiedlichen Maßstäben

Ziele Routen, Strecken

Der „normale“ Radtourist  mit 3-4 Wochen Zeit muß sich zwangsläufig auf Teilgebiete Südafrikas beschränken. Es ist zu berücksichtigen, dass es viele Steigungen gibt und es früh dunkel wird (ca. 18:30 Uhr im November). Es bieten sich hier besonders Touren im südwestlichen Teil, etwa zwischen Port Elizabeth und Kapstadt an. Highlights sind hier die Nationalparks Mountain Zebra und Addo Elephant Park (beide für Fahrräder verboten), Teile der Gardenroute, der Swartbergpaß (!!), die Walgegend um Hermanus, tolle Küstenstraßen an der False Bay, Weingegenden um Stellenbosch, die Kaphalbinsel, der Chapmans Peak Drive, Kapstadt , und und und ... Ein weiterer großer Vorteil des Gebiets ist das Nichtvorhandensein von Malaria. Zur Überbrückung der langen und einsamen Strecke von Kapstadt nach Port Elisabeth empfiehlt sich für ca 3-4Tage das Mieten eines Autos. Wir hatten einen preiswerten Toyota Condor (Van), in den die beiden Räder nach Umklappen bzw. Ausbauen der Sitzbänke ohne Probleme hinein passten. Mit dem Wagen kann man dann auch die für Räder verbotenen Parks erkunden. Am Flughafen von Port Elisabeth kann man das Auto wieder abgeben.

In Kapstadt sollte man die erste Gelegenheit nutzen, um auf den Tafelberg zu kommen. Dieser ist oft in Wolken, bzw. die Seilbahn ist immer wieder wegen zu starkem Wind gesperrt. 


Etappeninfos:     (bitte quer ausdrucken)

1. Tag: Ankunft Kapstadt
Hotel Breakwater Lodge, 64€ 

Wir landen morgens in Südafrika. Moderner Flughafen in Kapstadt. Wir müssen unsere Lebensmittel, Gewürze etc. angeben, werden aber ohne Restriktionen durchgelassen. Bei Hertz nehmen wir für die nächsten Tage unseren Toyota Condor in Empfang, die Räder passen locker hinein, nachdem wir die Rückbänke umgelegt bzw. ausgebaut haben. Auf guter Straße schnell zur Waterfront zur Breakwater Lodge, Räder und Kartons in den Gepäckraum gebracht, dann noch zur Innenstadt gelaufen. Kapstadt ist hier nett und sauber und macht einen sicheren Eindruck. Es ist sehr windig, die Seilbahn auf den Tafelberg ist deswegen gesperrt. Nachmittags zur Waterfront, viele Restaurants und Shops in der Gegend.

2. Tag:  Kapstadt – Graaf Reinet (690km, Auto)
Camping Urquardt Park am Stadtrand, 50ZAR 

Mit Blick auf den Tafelberg auf der Hotelterrasse gefrühstückt. Leicht auf der N1 aus Kapstadt herausgefunden. Schöne Gegend mit teilweise schroffen Bergen. Tolle Aussicht vom „Du Toits Kloof Pass“. Mit jedem Kilometer wird es nun trockener und öder. Unterwegs Matjesfontein, hier haben die Reiseführer wieder mal zu viel versprochen... Graaf Reinet ist eine nette Stadt mit gut erhaltenen historischen Häusern.

3. Tag: Graaf Reinet – Mountain Zebra Nationalpark (220 km, Auto)
Camping im Nationalpark 65 ZAR                                                         

Gleich nach dem Frühstück auf zum 14km entfernten Valley of Desolation. Zum 600m hohen Aussichtspunkt führt eine schmale Straße. Oben gibt es einen grandiosen Blick auf Graaf Reinet, die verwitterten Berge und Felsen in der Nähe und die Weite der Karoo. Toll! Weiter geht es auf total einsamen Straßen durch die Halbwüste zum Mountain Zebra Nationalpark (Eintritt für 2 Personen mit Auto 120 ZAR). 9km Schotterstraße lassen Erinnerungen an Namibia aufkommen. Das toll inmitten der Berge gelegene Camp bietet Hütten, ein Restaurant und einen schönen Zeltplatz. Leider dürfen wir mit den Rädern nicht durch den Park fahren, so dass wir uns ins Auto schwingen um die Rundfahrten in Angriff zu nehmen. Der 28km lange Rundkurs durch die Berge ist nett. Doch der 13km lange Weg durch die flachere Steppe ist traumhaft schön, besonders in den späten Nachmittagsstunden, wenn das Licht die Landschaft in weiche Farben taucht. Wir sehen viele Tiere und rollen fast im Dunkeln wieder ins Camp. Der Abschluss des schönen Tages findet im Restaurant des Camps bei einem Glas Wein und einem leckeren Straußensteak statt.

4. Tag: Mountain Zebra Nationalpark – Addo Elephant Park (260km, Auto)
Camping im Nationalpark 85 ZAR                                                                      

Morgens ist das Auto dick überfroren, der Park liegt schließlich über 1000m hoch! Durch relativ langweilige Landschaft geht’s zum Addo (Eintritt 80ZAR p.P.). Bauen auf dem schönen Platz unser Zelt auf und fahren gleich in den Park hinein. Wegen des starken Bewuchses ist es schwierig, Tiere zu sichten. Trotzdem entdecken wir einige schöne Exemplare. Aber wir sind ja nicht wegen Springböcken oder anderem Wild hier, sondern wegen der Elefanten. Und die gibt es hier in großer Zahl, so dass wir nicht lange auf die ersten spektakulären Begegnungen warten müssen. Leider bekommen wir keinen der kürzlich ausgesetzten 6 Löwen zu sehen, die hier wieder heimisch gemacht werden sollen. Es ist geplant, den Park bis zum Meer auszuweiten, so dass bald die „Big Seven“ hier zu bewundern sind!! Heute Abend gibt’s ein Springbocksteak (70ZAR) zum Bier, bevor wir zum beleuchteten Wasserloch laufen.

5. Tag: Addo Elephant Park – Airport Port Elizabeth (70km, Auto)
Port Elizabeth – Jeffreys Bay, Beginn Radtour             84km -  Summe 84km
Kouga Municipality 65 ZAR                                               500Höhenmeter - S 500Hm

Fahrt zum Flughafen führt auf einer Stadt-Autobahn durch gammelige Townships und stinkende Industriegebiete. Im Westen von PE wird’s dann schöner. Geben den Wagen am kleinen Flughafen ab und endlich geht die Radtour los!

Auf breiter Straße geht es durch gut aussehende Vororte von PE ´gen Westen. Die Autofahrer sind radfahrerfreundlich, was sich auf der ganzen Reise bestätigt. Die Landschaft ist unspektakulär und so können wir uns ganz dem Treten hingeben. Jeffreys Bay ist ein ruhiges, langes Urlaubsstädtchen. Der Campingplatz liegt direkt am Meer, aber das Wasser ist noch kühl.

6. Tag: Jeffreys Bay – Witelsbos                                      87km - Summe 171km
Tsitsikamma Cottage240 ZAR + 50ZAR Frühst.              750Hm - S 1250Hm

Die Nächte sind nun wärmer, wir hatten 14°C. Der Sturm dauert an und so schaffen wir bis Humansdorp nur einen Schnitt von 11km/h. Wir packen uns die Taschen mit Essbarem voll, da auf den nächsten Kilometern wenige Verpflegungsmöglichkeiten bestehen. Es folgen teilweise starke Steigungen, die an unseren Kräften zehren. Die von Landwirtschaft geprägte baumarme Landschaft reißt uns immer noch nicht vom Hocker. Bald tauchen die Ausläufer der Tsitsikamma Berge auf und der Highway führt teilweise in Sichtweite zur N2 weiter. Da es dunkel wird, schaffen wir es nicht mehr zum tollen Campingplatz im Tsitsikamma NP und wir nehmen mit einem Cottage vorlieb.

7. Tag: Jeffreys Bay – Natures Valley                             84km - Summe 255km
Froggy Pond Guesthouse 240 ZAR ohne Frühst.         650Hm - S 1900Hm

Der schöne alte Regenwald ist hier fast überall abgeholzt und wurde durch nicht sehr ansprechende Nadelholzanpflanzungen ersetzt. Die Landstraße mündet in die N2 und bald ist die Paul Sauer Bridge erreicht, die über die Schlucht des Storm River führt. Kurz darauf biegen wir in die Zufahrt zum Tsitsikamma NP ein und schon am Eingang des Parks wird es richtig toll. Hier ist der Urwald noch unangetastet und die gute Straße führt in wilden Kurven steil hinunter zur Küste. Hier tobt eine irre Brandung. Wir setzen uns am Ende der Straße in ein Cafe und schauen in die weiß schäumenden Wellen. Hoch ist es noch steiler, als wir gedacht hatten. Wir quälen uns kurzzeitig bei über 18% Steigung hinauf, bevor es wieder etwas flacher wird. Eine halbe Stunde später sind wir wieder am Parkeingang und die Quälerei hat ein Ende. Nach diesem Highlight ist der Highway sehr langweilig. Daher kommt uns der Abzweig zum Bluekrans Pass sehr gelegen. Die alte, einsame Straße führt weit hinab in eine Schlucht, die mit tollem altem Wald bewuchert ist. Bergauf wird es wieder anstrengend, aber die Steigung ist nicht sehr lang. Nach Überquerung der N2 erreichen wir Nature Valley. Der Campingplatz liegt schön an der Lagune. Aber es gibt kein Licht, wir sind ganz alleine und das nächste Restaurant liegt nicht mehr in fußläufiger Nähe. Da wir unsere ganze Ausrüstung nicht auf dem einsamen Campingplatz alleine lassen wollen beschließen wir, ein Guesthouse zu nehmen und werden im Restaurant an eine tolle Unterkunft verwiesen. Den Abend verbringen wir mit Bier und Steak im Restaurant und dann finden wir in der Dunkelheit fast nicht mehr unsere Unterkunft. Hier gibt es sogar auf den Straßen kein Licht!

8. Tag: Nature Valley - Knysna                                        74km - Summe 329km
Woodbourne Resort, 60ZAR                                            750Hm - S 2650Hm

Nach ausgiebigem Frühstück auf der Terrasse auf der sehr einsamen und schönen Nebenstrecke wieder in Richtung N2. Hier herrscht viel Verkehr, da Wochenende ist. Am Monkeyland nehmen wir ein zweites Frühstück, aber die Anlage gefällt uns nicht besonders. Es wird versucht, uns mit sanfter Gewalt zu einem Rundgang durch das Affengehege zu überreden, aber wir wollen nicht. Es reicht uns schon, was wir im Café sehen. Von Plettenberg bis Knysna schöne Strecke mit teilweise unberührt scheinenden Abschnitten. Wir schauen uns die Knysna Heads an und wählen den nächsten Zeltplatz für die Nacht.

9. Tag: Knysna - Wilderness                                           54km - Summe 383km
Mount Fleur Lodge, 500ZAR incl. Frühst.                      750Hm - S 3400Hm

Der breite Highway führt oft auf und ab und entlang mehrerer Seen durch eine relative intakt scheinende Landschaft, Wir wären lieber die alte Straße durch die Berge gefahren, aber wegen der Regenfälle der letzten Tage hat man uns davon abgeraten. Bei trockenem Wetter soll der Umweg aber absolut sehenswert sein!  In Wilderness machen wir eine kleine Kaffeepause, während der plötzlich dicke Wolken aufziehen und es stundenlang aus Eimern schüttet. Bei dem Wetter suchen wir nicht mehr den Zeltplatz in der Victoria Bay und machen es uns in einer tollen Lodge bequem. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit reißt die Wolkendecke auf und verhilft so zu einem wundervollen Sonnenuntergang. Da wir im Dorf übernachten, nutzen wir die Lage wieder zu einem Bierchen aus. Wir finden hinter der Tankstelle die nette Bongo Bar, die ein In-Treffpunkt zu sein scheint. Bei guter Musik können wir dem Duft von frischer Pizza nicht wiederstehen und langen kräftig zu. Morgen werden wir die Kalorien wieder abstrampeln können.

10. Tag: Wilderness - Outshoorn                                    77km - Summe 460km
Kleinplaas Resort, 70ZAR                                                1200Hm - S 4600Hm

Der Highway führt kurz nach oben zum Dolphin Point, wo wir einen schönen Blick auf Wilderness und den ersten Wal haben. George ist eine weit ausufernde Stadt, die sehr gepflegt aussieht. Kurz hinter der Stadt beginnt bereits der Anstieg zum nächsten Pass, der auf ca. 800m Höhe liegt. Die Strecke ist durchgehend relativ flach und angenehm auf teilweise 2 Spuren bergauf zu befahren. Unterwegs gibt es viele schöne Aussichten auf kahle, hochalpin erscheinende Berge und zurück auf George. Nach ca. 30km und 3 Stunden Fahrtzeit sind wir von Wilderness aus an der Passhöhe angekommen. Nach und nach wird es wieder trockener und in der Ferne grüßen schon die wunderschönen Swartberge. Outshoorn liegt direkt davor. Kleinplaas Resort liegt an der Ausfallstraße zum Swartberg Pass und hat neben netten Bungalows einen schönen Zeltplatz mit hervorragenden Sanitäranlagen. Der Besitzer fährt selbst Mountainbike und ermutigt uns zu der anstrengenden Passtour, die nach seiner Meinung das absolute Highlight in Südafrika sein soll. Zur Stärkung gehen wir ins nahe gelegene Swiss Bistro, wo wir neben einer Spaghetti Bolognese auch noch eine Knoblauchpizza für den anstehenden Kalorienbedarf bestellen.

11. Tag: Outshoorn – Prince Albert                                72km - Summe 532km
Swartberg Hotel, 465ZAR mit Frühst.                             1350Hm - S 5950Hm

Die Hälfte unseres Gepäcks lassen wir in der Rezeption des Campingplatzes zurück, da wir in zwei Tagen wieder hierher zurück kommen wollen. Spürbar leichter nehmen wir den Pass in Angriff. Die gute Straße führt langsam, fast unmerklich bergauf, bis hinter der schönen Schoemannsport Schlucht nach ca. 27km die Wildgewandel Farm erreicht ist. Hier nehmen wir ein zweites Frühstück ein und fahren dann gleich weiter. Nach ca. 42km endet in 950m Höhe der Asphalt und geht in eine Schotterpiste über. Nun steigt die Piste stärker an und eröffnet uns atemberaubende Blicke auf die Swartberge und die weite Gegend. Ein kleines Wäldchen mitten am Berghang bietet die letzte Rastmöglichkeit vor der Passhöhe. Nun wird es teilweise bis 18% steil. Durch die stärkere Steigung schaffen wir nun schnell die Höhenmeter und überraschend schnell sind wir oben. Es folgt eine irre Abfahrt direkt in den gigantischen Schlund der in der Nachmittagssonne glühenden Schlucht hinein. Wirklich toll! Und von Kilometer zu Kilometer wird die Szenerie beeindruckender. Der Besitzer unseres Campingplatzes hat wirklich nicht übertrieben, das ist eine der schönsten Passstrassen, die wir jemals gefahren sind. Der untere Teil der Schlucht liegt schon im Dunkeln, als wir dort angelangen. Dann erreichen wir wieder die Asphaltstraße und nach weiteren 4km rollen wir in Prince Albert ein. Da es keinen Campingplatz gibt, quartieren wir uns im nostalgischen Swartberg Hotel ein. Abends belohnen wir uns im Victorias Room des Hotels mit einem Dinner bei Kerzenlicht und nett schrulligem Ambiente für den schönen, anstrengenden Tag.

12. Tag: Prince Albert - Outshoorn                                114km - S 646km
Woodbourne Resort, 60ZAR                                            750Hm - S 6700Hm

Der Wetterbericht sagt 33°C voraus und schon am Vormittag wird es recht warm. Die flache einsame Straße führt durch das Prince Albert Tal und fällt landschaftlich deutlich zu den gestrigen Eindrücken ab. Dann folgt der kurze Kareedowpass mit 1080m Höhe. Die Abfahrt verläuft auf mehreren flachen Teilstücken durch eine faszinierende Mondlandschaft. In Klaarstrom wartet dann ein kleiner Laden mit Erfrischungen auf den durstigen Radler. Wir machen ein paar Fotos von einigen schwarzen Mädels, die sich sichtlich freuen, abgelichtet zu werden. Der weitere Weg führt direkt auf die Berge zu und folgt bald einem kleinen Bach, der in die Schlucht Meiringspoort führt. Die Schlucht wird von Meter zu Meter immer enger und tiefer, was für beeindruckende Aussichten sorgt. Die Sonne im Rücken und ein stetiges, leichtes Gefälle lassen die Fahrt durch den rostroten Canyon zu einem seltenen Genuss werden. Eine uns begegnende große Pavianfamilie nimmt kreischend reißaus als wir uns nähern. Am großen neuen Rastplatz befindet sich ein Wasserfall, in dessen Becken man baden können soll. Der weitere Weg zurück nach Outshoorn raubt uns den letzten Nerv und alle Kraft, da eine weitere Steigerung der Eindrücke nicht mehr möglich ist. Zusammengefasst muss man sagen, dass diese Rundtour auf keiner Südafrikareise fehlen darf!

13. Tag: Outshoorn - Amalienstein                                 80km - Summe 726km
Tant Carolina´s, 180ZAR ohne Frühst.                           850Hm - S 7550Hm

Im Kettler Radführer ist für heute eine flache Etappe ohne nennenswerte Steigung angekündigt.. Die Straße geht entgegen der Buchbeschreibung dauernd leicht auf und ab, was uns nur langsam voran kommen lässt. Zudem ist hier wenig Wind gleichbedeutend mit großer Hitze. Bis Calitzdorp haben wir 250 Höhenmeter hinter uns. Hier heißt es erst einmal, Getränke nachzutanken und etwas zu essen. Mit dem Lokal „Rose of the Karoo“ haben wir es gut getroffen und zum Burger bekommen wir sogar den gewünschten Reis. Der Rest wird eine einzige Tortur. Es ist bullenheiß und nun geht es auch noch bergauf zum Huisrivierpass. Normalerweise ein leichter Pass, ist er für uns heute eine richtige Herausforderung. Nach einer zwischenzeitlichen kurzen Abfahrt sind wir bald auf 650m Höhe angelangt. Da die Abfahrt wieder mit Zwischenanstiegen gespickt ist, schaffen wir es im hellen nicht mehr bis Ladismith. Also biegen wir in Amalienstein ab, wo es eine Unterkunft geben soll. Das Dorf ist wirklich nett, eine alte deutsche Missionsstation mit Farm und alter Kirche. Wir quartieren uns im einzigen Gästehaus ein, das wir heute für uns haben.

14. Tag: Amalienstein – Barrydale                                  101km - Summe 827km
Tradouw Guesthouse                                                       825Hm - S 8375Hm

Bis Ladismith geht`s wieder auf und ab und wir sind froh, gestern in Amalienstein geblieben zu sein. Später weichen die Berge mehr und mehr zurück, während wir weiter seicht auf und ab durch eine monotone pflanzenarme Gegend rollen. An Ronnies Sex Shop, eine Kneipe mit Imbiss, halten wir kurz auf einen Appletizer an. Bis Barrydale wird die öde Landschaft wieder interessanter. Erst kurz vor der Stadt führt die Straße abwärts auf die vom Meer her überquellenden Wolkenberge zu. Das Tradouw Guesthouse ist eine wirklich liebevoll eingerichtete gay-geführte Herberge mit sehr schönem Garten. Leise Bluesmusik begleitet uns beim Abendimbiss
 

15. Tag: Barrydale – Bredasdorp                                   120km - Summe 947km
Suikerbossie Camping, 40ZAR                                       1000Hm - S 9375Hm

Kurz hinter dem Ort beginnt der nächste Pass, eine gut ausgebaute Straße und eine nette Schlucht, aber nicht zu vergleichen mit dem tollen Meiringspoort. Wir fahren am Fuße der Langeberge entlang und genießen die nette Aussicht. Als wir auf die N2 einbiegen, ist der Verkehr wieder stärker, wohl auch weil Freitag ist. Bald ist Swellendam erreicht, das sehr schön am Fuße steiler Berge liegt und besonders im Ostteil wirklich sehenswert ist. Bis Bredasdorp sind es nur noch 56km, ein Klacks dachten wir. Aber seit dem Abzweig haben wir orkanartigen Gegenwind und als Zugabe geht es unentwegt auf und ab. Zermürbt treten wir monoton in die Pedale. Die Landschaft ist ansprechend, obwohl landwirtschaftliche Flächen dominieren. Da das Korn gerade reif ist, lodern die gelben Hügel wie Feuer in der lodernden Abendsonne. Pünktlich um 19:00Uhr treffen wir auf dem schon dunklen Zeltplatz ein, wo wir im Schein unserer Taschenlampen das Zelt aufbauen.

16. Tag: Bredasdorp – Gaansbaai                                   91km - Summe 1038km
Gaansbaai Camping, 85ZAR                                             250Hm - S 10625Hm

Die Straße ist nun wirklich flach und nur selten gibt es kurze Anstiege. Nach 10km endet der Asphalt und der Weg geht über in zunächst guten Schotter. Es gibt Schafe, Kühe und Sümpfe zu sehen, bis wir die Küstenstraße erreichen. In der Ferne rauscht das Meer, aber die Straße liegt meist außerhalb der Sichtweite vom Wasser entfernt. Am Abzweig nach Pearly Beach biegen wir ein, denn hier soll nach Auskunft eines Farmers eine exzellente Stelle sein, um ungestört die Southern Right Wales vom Ufer aus zu beobachten. Von hier aus können wir zuschauen, wie die riesigen Wale in unmittelbarer Nähe zum Ufer aus dem Wasser springen und mit den Flossen aufs Wasser klatschen! Nach weiteren 15km schnurgerader Straße erreichen wir Gaansbaai, ein verschlafenes Nest. Der Campingplatz neben dem Hafen liegt direkt am Wasser und so gibt es einen schönen Sonnenuntergang zu bestaunen, während einige Bodysurfer in den kräftigen Wellen toben.

17. Tag: Gaansbaai – Onrus (Hermanus)                       62km - Summe 1100km
Onrus Camping, 80ZAR                                                    400Hm - S 11025Hm

Da Sonntags vor 9:00 Uhr in Gaansbaai kein Frühstück zu bekommen ist, machen wir uns über die Reste in unserer Küchentasche her. Kurz hinter der Stadt wird ein riesiges bewachsenes Dünenfeld sichtbar, über das die Straße hinüberführt. In der nächsten Siedlung „De Kelder“ fahren wir noch mal zum Wasser und werden schon wieder von einigen herumtollenden Walen begrüßt. Der Weg über die Düne ist nicht leicht, da wir auf fast 200m hinauf müssen. Aber die tolle Aussicht auf die Küste um Hermanus entschädigt vielfach für die kleine Strapaze. In Hermanus sind überraschend viele Touristen, die von der Abrisskante der Küste aus die nahen Wale beobachten. Wir suchen uns eine Bank und schauen den leisen Riesen fast 2 Stunden lang zu. Bis Onrusriver ist es nicht mehr weit und dort empfängt uns ein parkähnlicher Zeltplatz direkt am Meer. Den Abend beenden wir im netten Milkwood Restaurant, bei einer leckeren Fischplatte und südafrikanischem Wein. Währenddessen passt der Wächter des Zeltplatzes auf unsere Fahrräder auf...

18. Tag: Onrus – Gordon´s Bay                                       82km - Summe 1182km
Hendon Park Camping, 60ZAR                                         600Hm - S 11625Hm

Bei schönstem Wetter packen wir unser Zelt zusammen. Wir haben zu ersten Mal Rückenwind! Es geht um die Lagune herum und weiter auf netter Strecke bis Malkovlei. Hinter dem Kap Hangklip folgt eine absolute Traumstrecke an der Ostseite der False Bay. Es erwarten uns schroffe Berge, die bis zur Mitte grün bewachsen sind und unterhalb der makellosen Straße das tosende Meer. Und auf der anderen Seite der Bucht liegt schon die Kap-Halbinsel mit dem Cape Point. Wir machen fast an jedem der vielen Parkbuchten kurz halt, um die tolle Szenerie zu bestaunen. Für uns gehört die Strecke zu den absoluten Traumküstenstraßen! Unterwegs liegt ein einsamer Zeltplatz direkt am Wasser. Aber der nächste Ort Gordons Bay ist ebenfalls sehr nett und hat auch einen Zeltplatz. Im Restaurant Tallas konnte man gut essen.

19. Tag: Gordon´s Bay - Villiersdorp                              67km - Summe 1249km
Dennehof Camping, 85ZAR                                             1075Hm - S 12700Hm

Unter dicken Regenwolken verlassen wir Gordon´s Bay, und auch der Tafelberg auf der anderen Seite der False Bay liegt in Wolken. Der nahe Sir Lowry´s Pass ist mit nur 450m Höhe und einer flachen Steigung kein Problem mehr für uns. Die Strecke ist 4-spurig und hat einen Seitenstreifen, so dass uns der Verkehr nichts anhaben kann. Nach 2 Stunden Fahrzeit haben wir den Abzweig zur R32 erreicht, wo uns ein Landcafé zu einem leckeren Imbiss lockt. Ab jetzt befinden wir uns in einem riesigen Obstanbaugebiet und entsprechend viele LKW fahren auf der schmalen Straße. Vom Vilioenspass hat man aus 525m Höhe eine schöne Aussicht auf einen Talkessel mit einem großen Stausee. Kurz vor Villiersdorp müssen wir nach rechts abbiegen zum Dennehof Holiday Resort, das direkt am See liegt. Die Nacht auf dem großen Gelände verbringen wir wieder mal ganz alleine.

20. Tag: Villiersdorp - Stellenbosch                               81km - Summe 1330km
Mountain Breeze Camping, 70ZAR                                 900Hm - S 13600Hm

Morgens ist alles mit dicken Wolken zugezogen und man kann die Berggipfel nicht mehr erkennen. Nur wenige Kilometer sind es bis zum Abzweig nach Franschhoek. Die Straße führt zunächst flach am See entlang, an dessen Ufer viele abgestorbene Bäume stehen. Die schroffen, steinigen Berge sind grün überzogen, wie man es hier nicht vermuten würde. Die Steigung zieht nun langsam an, aber bleibt weiter gut zu fahren. So sind wir recht schnell am ca. 730m hohen Pass angelangt. Der bisherige Weg war schon ganz nett, aber nach ein paar Metern Abfahrt müssen wir unbedingt anhalten. Auf der linken Straßenseite liegt ein kleiner Parkplatz der es in sich hat: Von hier aus kann man kilometerweit über das Franschhoektal und die überaus schroffen umliegenden Berge schauen. Wirklich toll, zumal nun immer öfter die Sonne durch die Wolkenlücken scheint. Auf der Abfahrt treffen wir noch auf eine riesige Pavianherde, die aber kaum Notiz von uns nimmt. Trotzdem halten wir gebührenden Abstand als wir an ihnen vorbeifahren. Franschhoek ist ein nettes und sehr gepflegtes Dorf, das sicherlich eine Pause Wert ist. Wir wollen unser Mittagessen aber in Boschendal einnehmen, das nicht weit von hier entfernt liegt. Schon die Zufahrt durch die parkähnliche Anlage ist eine Augenweide. Eine lange Straße führt direkt auf das Haupthaus zu, dem man den Reichtum vergangener Zeiten ansieht. Bei der Abfahrt von der nächsten Anhöhe können wir in der Ferne wieder den Tafelberg und die Kap-Halbinsel sehen. Stellenbosch hat zwar einige schöne alte Häuser, aber wir empfinden es als zu laut und hektisch mit einer enormen Verkehrsdichte. Wir fühlen uns hier nicht wohl und radeln gleich weiter. Über die total volle R44 erreichen wir den Campingplatz, der überraschenderweise kaum durch den Straßenverkehr gestört wird.

21. Tag: Stellenbosch – Simon´s Town                         60km - Summe 1390km
Oatlands Holiday Village, 85ZAR                                     250Hm - S 13850Hm

Da die R44 zu voll ist, biegen wir in die nächste Quertraverse ein, um die ruhigere R310 zu erreichen. Immer wieder schauen wir zurück auf die fantastischen Hottentots Mountains. Wir überqueren die N2 und haben eine schöne Sicht auf die Kap-Halbinsel während zwischen uns und dem Meer ein wunderbarer grün bewachsener Dünengürtel liegt. Auch der Blick zurück sucht seinesgleichen, denn dort liegt die tolle Küstenstraße der östlichen False Bay. Rechterhand kommen die Townships Khayelitsha und Mitchells Plain bis nahe an die ruhige Straße heran, doch was wir sehen macht einen ordentlichen Eindruck. Mehr und mehr ist der Asphalt von Sand bedeckt, so dass wir teilweise in der Mitte der Fahrbahn fahren müssen. Wir passieren Strandfontein, doch den im Radführer beschriebenen Campingplatz haben wir nicht gesehen. Muizenberg ist nicht so toll und zudem haben wir auch noch die Metro-Bahnlinie zwischen und dem blauen Meer. Da die Straße schmal und stark befahren ist, fahren wir auf dem breiten Bürgersteig entlang einer nicht enden wollenden Häuserzeile weiter. Simons Town dagegen ist eine bauliche Augenweide, denn toll erhaltene alte Holzhäuser machen einen gemütlichen Eindruck. Doch die eigentliche Attraktion der Stadt sind die Boulders, tolle rundgeschliffene Granitfelsen zwischen denen hunderte Pinguine leben. Am Eingang erwartet uns ein Eintritt von 15ZAR. Hier sehen wir von Laufstegen aus auf die Pinguine herab. Auf einem schmalen Weg, der direkt am Eingang beginnt, kommen wir an einen ruhigen Strandabschnitt, der zwar klein ist aber fantastisch aussieht. Auch hier sind Pinguine zu beobachten, aber im Gegensatz zu unserer ersten Beobachtungsstelle liegen hier nur wenige Menschen am Traumstrand. Hier bleiben wir bis zum späten Nachmittag, bevor wir den kurzen Weg zum tollen Campingplatz in Angriff nehmen. Der Platz ist in Terrassen angelegt und erlaubt eine traumhafte Aussicht über die False Bay.

22. Tag: Simon´s Town – Hout Bay                                 87km - Summe 1477km
Valley Cottage 300ZAR ohne Frühst.                              850Hm - S 14700Hm

Aus dem Zelt heraus genießen wir einen wunderschönen Sonnenaufgang über der False Bay. Auf dem Weg zum Kap radeln wir dem schönsten Morgenlicht entgegen. Wie so oft um diese Uhrzeit sind wir fast ganz alleine auf der guten Straße. Am Millers Point grüßt schon der Cape Point dem Reisenden entgegen. Es folgt eine leichte Steigung bis auf 200m hinauf. Der Eintritt in den Park kostet 70ZAR für 2 Personen. Die leicht wellige Hochebene ist über und über mit wunderbar blühenden Blumen und Sträuchern bedeckt, zwischen denen Schildkröten und kleine schwarze Echsen leben. Immer wieder zweigen Wege hinab zu tollen Strandabschnitten ab. Nach 23 Kilometern ist der Parkplatz am Kap erreicht, der jetzt am Morgen nur wenige Touristenfahrzeuge aufnehmen muss. Die Räder finden am Schalterhäuschen einen sicheren Abstellplatz während wir für 29 ZAR eine Rückfahrkarte für die Standseilbahn zum Kap lösen. Oben bietet sich ein wundervoller Rundumblick, der seinesgleichen sucht. Die Eidechsen hier sind anscheinend völlig zahm und lassen sich fast mit der Hand berühren. Da immer noch nicht viel los ist, gönnen wir uns ein zweites Frühstück im Restaurant. Etwa um 12Uhr ist der Parkplatz dann voll und wir rollen den Weg zum Parkeingang zurück. Unmittelbar am Abzweig nach Kapstadt liegt ein größerer Markt, der viele handgearbeitete Souvenirs bietet. Auch wir kaufen einige schöne Stücke, da wir diese nun nur noch wenige Kilometer transportieren müssen. Die schöne Eukalyptusallee führt zum kleinen Kaff Scarborough und danach geht’s hoch bis kurz vor Kommetje, das ein nettes Städtchen mit schönem Strand ist. Nordhoek ist das Südtor zum Chapmans Peak Drive, dessen Befahrung von uns als ein Höhepunkt der Reise eingeplant war. Doch bei der Anfahrt erreichen wir ein mit Stacheldraht gesichertes Tor. Unsere Bitte um Durchfahrt wird negativ beschieden, da die Straße noch nicht fertig gestellt ist. Wir wollen aber unbedingt durch und mogeln uns mit ein wenig schlechtem Gewissen im Schatten eines großen LKW am einzigen Wachmann vorbei. Doch die Straße ist wirklich noch nicht fertig. Obwohl es schon 18:00Uhr ist, sind noch viele Arbeiter am Werke. Die Straße ist noch nicht asphaltiert und wartet streckenweise mit tiefem Sand und losem Schotter auf uns. In den Berghängen arbeiten dunkelhäutige Männer in luftiger Höhe an den Steinschlagnetzen und die Galerien werden gerade noch betoniert. Wir malen uns aus, wie schön die Straße nach der Wiedereröffnung sein wird. Nun im letzten Licht des Tages glüht der Felsen rotgold während der Himmel unwirklich blau darüber liegt. Houtbay liegt atemberaubend am anderen Ende der Straße. Nun können wir erkennen, warum die Straße von vielen als die schönste Küstenstraße der Welt bezeichnet wird. Die Strecke ist nicht besonders lang und schon bald sind wir mitten im Trubel der kleinen Stadt angelangt. Da es hier keinen Campingplatz gibt, suchen wir uns etwas außerhalb eine kleine Cottage.

23. Tag: Hout Bay – Kapstadt                                          30km - Summe 1507km
Breakwater Lodge €64,-, mit Frühst.                              200Hm - S 14900Hm

Mit ein wenig Wehmut nähern wir uns auf der kurvenreichen Straße Kapstadt, immer wieder begleitet von traumhaften Ausblicken, die mit den 12 Aposteln bei Camps Bay ihren Höhepunkt haben. Hier leben die Schönen und Reichen von Kapstadt, was ausgiebig zur Schau gestellt wird. Auf der Küstenstraße gelangen wir über Clifton und weitere kapstädter Vororte direkt zu unserem Hotel. Hier endet unsere traumhafte Radreise durch ein wunderschönes und abwechslungsreiches Land. Den Rest des Tages verbringen wir auf dem Tafelberg mit phantastischer Aussicht und später an der V&A Waterfront. Am nächsten Morgen bringt uns ein vom Hotel gebuchter VW-Bus mit unseren Rädern zum Flughafen. Ein letztes Mal geht es an den Townships vorbei. Im Flughafen können wir noch ein wenig die schöne Aussicht genießen, bevor es dann ins Flugzeug geht. 


Reisebericht:       (bitte quer ausdrucken)

Wir stehen mit unseren schwer bepackten Fahrrädern am Flughafen von Port Elizabeth und freuen uns, dass unsere Radtour durch Südafrikas Westen endlich beginnen kann. Unsere dreitägige Mietwagenfahrt von Kapstadt aus hat uns so viel Appetit auf die kommenden drei Wochen gemacht, dass wir es kaum noch abwarten können, endlich die Pedalen kreisen zu lassen. Wir haben uns für diesen bequemen Start mit dem Auto entschieden, da einige sehenswerte Nationalparks mit dem Fahrrad nicht befahren werden dürfen. Und diese Parks auszulassen, wäre besonders im Falle der sehr interessanten und tierreichen Parks „Mountain Zebra NP“ und „Addo Elephant NP“ eine Art touristische Todsünde.

Doch die schönen Erlebnisse der vergangenen Tage sind passé, denn nun fahren wir auf zwei Rädern weiter. Zunächst geht es entlang der berühmten Gardenroute nach Westen. Die Autofahrer sind überraschend radfahrerfreundlich, was sich auf der ganzen Reise bestätigt. Und auch die meist schwarze Bevölkerung tritt uns überaus freundlich entgegen. Ihnen müssen wir mit unseren bepackten Drahteseln wohl ein wenig verrückt vorkommen. Schnell gewöhnen wir uns an das Fahren auf der linken Straßenseite. Von Kilometer zu Kilometer wird der Verkehr geringer und die gute Straße schmaler. Es ist heiß, wir haben starken Gegenwind und wir finden noch nicht so richtig unseren Takt. Die Landschaft ist zunächst noch unspektakulär und so können wir uns ganz dem noch mühsamen Treten hingeben. Jeffreys Bay ist ein ruhiges Urlaubsstädtchen, das jetzt in der Vorsaison noch ein wenig verschlafen wirkt. Der Campingplatz liegt direkt am Meer, was wir natürlich für ein kurzes Bad in der tosenden Brandung ausnutzen. Aber das Wasser ist noch nicht sehr angenehm temperiert, so dass die erste hautnahe Begegnung mit dem Indischen Ozean etwas unterkühlt endet.

Mit der Paul Sauer Bridge und der Schlucht des Storms River kündigt sich ein landschaftlicher Höhepunkt an. Kurz darauf zweigt die Zufahrt zum Tsitsikamma NP von der N2 ab und schon am nahen Eingang des Parks wechselt das Aussehen der Natur. Hier ist der Urwald noch unangetastet und die tolle Straße führt in wilden Kurven vom Küstenplateau steil hinunter zum Meer. Dort tobt eine Furcht einflößende Brandung, wie wir sie selbst auf Hawaii noch nicht gesehen haben. Die vom Sturm getriebene, weiß brodelnde Brandung knallt mit unvorstellbarer Gewalt auf die Felsen, um von dort explosionsartig und mit donnerndem Getöse meterhoch zurück zu spritzen. Wir setzen uns am Ende der Straße in ein Café und schauen lange in die weiß schäumenden Wellen.

Die schönen Stellen der Gardenroute findet man selten an der N2, sondern meistens entlang der kleineren Nebenstrecken. So biegen wir bei nächster Gelegenheit wieder von der breiten Hauptstraße ab. Der Weg zum Bluekrans Pass verläuft auf der alten Hauptstraße, die nur noch von sehr wenigen Autos benutzt wird. Obwohl wir einen Pass erwarten geht es hinunter in eine Schlucht, die links und rechts mit dichtem altem Wald bewachsen ist. Wir genießen die Ruhe und Einsamkeit dieser Strecke sehr. An einem Bach machen wir Rast, um die landschaftlichen Eindrücke besser aufnehmen zu können. Weit oben spannt sich eine Brücke der N2 über den Abgrund, während wir langsam wieder an die Auffahrt denken müssen. Bergauf wird es wieder anstrengend, aber die Steigung ist gottlob nicht sehr lang. Nach Überquerung der N2 erreichen wir bald das wunderbar am Meer gelegene Nature Valley. Der Campingplatz liegt schön an der Lagune. Aber es gibt dort kein Licht, wir sind ganz alleine, unsere Küchentasche ist leer und das nächste Restaurant liegt weitab im Dorf. Wir wollen während des Essens unsere ganze Ausrüstung nicht auf dem einsamen Campingplatz alleine lassen. So beschließen wir, ein B&B zu nehmen und werden im Restaurant an das Froggy Pond Guesthouse verwiesen. Wir haben es sehr gut getroffen, denn die Unterkunft am Dorfrand ist sehr geschmackvoll. Den Abend verbringen wir bei eiskaltem Bier, leckeren Straußen-Steaks und rockiger Musik im Dorfrestaurant. Unsere Fahrräder parken neben unserem Tisch auf der Terrasse und niemand nimmt Anstoß daran. Später finden wir in der Dunkelheit fast nicht mehr unsere Unterkunft. Es lag dabei weniger an unserem leichten Schwips als an der Tatsache, dass nicht nur der Campingplatz kein Licht hat, sondern es in Nature Valley auch keine Straßenbeleuchtung gibt!

Leider endet bald der einsame Streckenabschnitt an der N2. Vom sehenswerten Plettenberg bis nach Knysna verläuft eine schöne Strecke mit teilweise unberührt scheinenden Naturabschnitten. Entlang der Berglandschaft, die ein wenig an das Alpenvorland erinnert, liegen mehrere schöne Seen. Wir schauen uns den Touristenort Knysna und die Heads an, zwei große Felsblöcke, die den Eingang zur sehenswerten Lagune der Stadt bilden. Das Wetter ist wieder klasse und wir genießen die warme, sonnige Luft. In Wilderness machen wir Station, denn uns lockt der Traumstrand unterhalb der Straße zu einem langen Spaziergang, der von einem wundervollen Sonnenuntergang gekrönt wird.

Der kurz hinter Wilderness liegende Aussichtspunkt Dolphin Point ermöglicht noch einmal eine grandiose Aussicht auf die wilde Küste der Garden Route. Wir verabschieden uns erst einmal vom Meer denn nun fahren wir nach Norden in die trockene Halbwüste der Karoo. Oudtshoorn ist das Ziel, doch auf dem Weg dorthin muss der 800m hohe Outeniqua Pass bewältigt werden. Unsere Angst vor einer großen Kraftanstrengung ist unbegründet, denn die Strecke ist durchgehend relativ flach und angenehm auf teilweise 2 Spuren bergauf zu befahren. Unterwegs gibt es viele schöne Aussichten auf kahle, hochalpin erscheinende Berge und zurück auf das gepflegt erscheinende George. Nach 3 Stunden Fahrtzeit sind wir an der Passhöhe angekommen. Nach und nach wird es immer trockener und in der Ferne grüßen schon die eindrucksvollen, wunderschön blau schimmernden Swartberge. Outshoorn liegt direkt davor und heute auch in tiefem Sonntagsschlaf. Das Kleinplaas Resort liegt an der Ausfallstraße zum Swartberg Pass und hat einen sehr schönen Zeltplatz. Der freundliche Besitzer fährt leidenschaftlich gerne Mountainbike und ermutigt uns zu der anstrengenden Passtour über den Swartberg, die nach seiner Meinung das absolute landschaftliche Highlight in Südafrika sein soll, womit er auch recht behalten sollte.

Die Hälfte unseres Gepäcks lassen wir in der Rezeption des Campingplatzes zurück, da wir nach zwei Tagen wieder zurück kommen wollen. Spürbar leichter nehmen wir den Pass in Angriff. Die gute Straße führt  zunächst langsam, fast unmerklich bergauf, bis hinter der wunderschönen Schoemannsport Schlucht die Wildgewandel Farm erreicht ist. Hier stärken wir uns noch einmal für das, was noch auf uns zukommt. Dann endet der Asphalt und geht in eine Schotterpiste über. Bald steigt die Piste stärker an und eröffnet uns atemberaubende Blicke auf die Swartberge und die weite menschenleere Gegend. Ein kleines Wäldchen mitten am Berghang bietet die letzte Rastmöglichkeit vor der Passhöhe. Nun wird es teilweise bis 18% steil und der Schweiß rinnt in Strömen. Durch die stärkere Steigung schaffen wir schnell die restlichen Höhenmeter und überraschend schnell sind wir oben. Der Blick in die Ferne ist wirklich atemberaubend. Die trockene Luft ist so klar, dass man eine schier endlose Weitsicht hat. Weite Täler liegen eingebettet zwischen rauen zerklüfteten Bergen, die sich in mehreren Reihen bis zum Horizont ziehen. Auf der anderen Seite des Passes öffnet sich ein gähnender Abgrund, der kaum glauben lässt, dass die Straße hier weiterführt. Da es schon später Nachmittag ist können wir uns nicht lange an der grandiosen Aussicht erfreuen. Es folgt eine irre Abfahrt direkt in den gigantischen Schlund der in der Nachmittagssonne feurig glühenden Schlucht hinein. Von Kilometer zu Kilometer wird die Szenerie beeindruckender. Der Besitzer unseres Campingplatzes hat wirklich nicht übertrieben, das hier ist eine der schönsten Passstrassen, die wir jemals gefahren sind. Der untere Teil der Schlucht liegt schon im tiefen Schatten, als wir dort angelangen. Hoch über unseren Köpfen taucht die untergehende Sonne wild verworfene Gesteinsschichten in ein warm leuchtendes Rotgold, wie man es nur selten sieht. Beim Blick zurück kann man kaum glauben, dass dort eine Straße hinauf führt. Ein wenig Wehmut überkommt uns, als wir die Asphaltstraße nach Prince Albert erreichen. Da es keinen Campingplatz gibt, quartieren wir uns im nostalgischen Swartberg Hotel ein. Abends belohnen wir uns im Victorias Room des Hotels mit einem Dinner bei Kerzenlicht und nett schrulligem Ambiente für den sehr schönen, aber anstrengenden Tag.

Der Wetterbericht sagt 33°C voraus und schon am Vormittag wird es recht warm. Die einsame Straße zum Kareedowpass fällt landschaftlich stark zu den vergangenen Tagen ab. Doch ab der Passhöhe sind wir wieder begeistert, denn die Abfahrt verläuft auf mehreren flachen Teilstücken durch eine faszinierende Mondlandschaft. Im kleinen Dorf Klaarstrom frage ich einen Polizisten nach einem Restaurant oder ähnlichem. Der junge Mann muss sich das Lachen sichtlich verkneifen. „Das nächste Restaurant ist in Prince Albert“ meint er grinsend, „aber schaut doch mal in unseren kleinen Laden, dort gibt es Lebensmittel, Getränke und Eis.“ Eis war das Zauberwort für uns und kurz darauf betreten wir einen großen rechteckigen Raum. Die Auswahl an Lebensmitteln ist bescheiden, aber wir finden eine Kleinigkeit für den Hunger und natürlich ein großes Eis. Wir schauen uns um und glauben uns ins letzte Jahrhundert zurückversetzt. Auf dem Tresen steht eine alte Kasse neben einer noch älteren Nähmaschine. In verstaubten grauen Holzregalen liegen Nägel, Schrauben, Angelutensilien, Küchenmesser und vieles mehr. Außerdem gibt es hier noch eine Tankstelle, die Post und einen kleinen vergitterten Raum, in dem Alkohol gelagert wird. So ist es nicht verwunderlich dass wir am zentralen Treffpunkt der ganzen Gegend angekommen sind. Die nette Besitzerin erzählt uns lange von den Menschen des einsamen Dorfes und wir finden es langsam richtig liebenswürdig hier. Zum Abschied machen wir noch ein paar Fotos von einigen Eis schleckenden schwarzen Mädels, die sich sichtlich freuen, abgelichtet zu werden. Der weitere Weg führt direkt auf die Berge zu und folgt bald einem kleinen Bach, der in die Schlucht Meiringspoort führt. Die Schlucht wird von Meter zu Meter immer enger und tiefer, was für beeindruckende Aussichten sorgt. Die Sonne im Rücken und ein stetiges, leichtes Gefälle lassen die Fahrt durch den rostroten Canyon zu einem seltenen Genuss werden. Dann müssen wir abbremsen denn die Straße ist blockiert. Vorsichtig nähern wir uns der großen Pavianfamilie, die auf und neben der Fahrbahn nach etwas fressbarem sucht. Die Kleinen in der Gruppe toben derweil übermütig herum, ohne uns zu bemerken. Doch dann sieht uns der Clanchef und die Gruppe nimmt kreischend und wüste Laute ausstoßend Reißaus. Wir sind immer wieder beruhigt, wie viel Angst die wilden Tiere doch vor Menschen und insbesondere vor Radfahrern haben. Viel zu schnell ist die wilde Schlucht zu Ende und der weitere Weg zurück nach Outshoorn raubt uns den letzten Nerv und alle Kraft, da eine weitere Steigerung der Eindrücke nicht mehr möglich ist.

Nach den anstrengenden letzten Tagen sitzen wir schwer im Sattel. Die Straße geht dauernd leicht auf und ab, was uns nur langsam voran kommen lässt. Zudem ist hier wenig Wind gleichbedeutend mit großer Hitze. In Calitzdorp heißt es erst einmal, Getränke nachzutanken und etwas zu essen. Mit dem Lokal „Rose of the Karoo“ haben wir es gut getroffen und zum Burger bekommen wir sogar den gewünschten Reis. Der Rest wird eine einzige Tortur. Es ist bullenheiß und nun geht es auch noch bergauf zum Huisrivierpaß. Normalerweise ein leichter Pass, ist er für uns heute eine richtige Herausforderung. Da die Abfahrt wieder mit Zwischenanstiegen gespickt ist, schaffen wir es im Hellen nicht mehr bis Ladismith. Also biegen wir in Amalienstein ab, wo es eine Unterkunft geben soll. Das kleine Dorf neben einer schwarzen Wohnsiedlung ist nett, eine alte deutsche Missionsstation mit Farm und Kirche wie wir später erfahren. Wir quartieren uns im einzigen Gästehaus ein, das wir heute für uns allein haben. Dann kommen auch schon neugierige schwarze Kids angelaufen, denn mit unseren Rädern sind wir wie so oft aufgefallen. Wir sind überrascht, wie gut die Kinder Englisch sprechen und so können wir sie über Schule, Familie und Hobbies ausfragen. Sie scheinen uns zu mögen, denn nun singen und tanzen sie eine ganze Weile für uns. Als Belohnung geben wir ihnen unsere Notration Weingummi, die erst gerecht verteilt und dann gierig verputzt wird. Abends können wir noch einer afrikanischen Musikveranstaltung im gegenüber liegenden Saal lauschen, bevor wir müde ins Bett fallen

Der weitere Weg verläuft „auf der Route 62 durch die Karoo“ und ist von weiten öden Flächen gekennzeichnet. So sind wir froh, als mit Swellendam wieder ein Bilderbuchort mit sehenswerter Bergkulisse auf uns wartet. Bis zum Meer ist es jetzt nicht mehr weit und nach den Tagen in der heißen trockenen Halbwüste freuen wir uns wieder auf die frische Brise des Indischen Ozeans.

Dort angelangt biegen wir am Abzweig nach Pearly Beach ein, denn hier soll nach Auskunft eines Farmers eine exzellente Beobachtungsstelle für die gigantischen Southern Right Wales sein. Und wirklich, er hat Recht gehabt! Wir sitzen auf einer kleinen Bank zwischen den Felsen am Meer und machen Brotzeit. Und plötzlich trauen wir unseren Augen nicht. Vom Ufer aus können wir zuschauen, wie die riesigen Wale in unmittelbarer Nähe aus dem Wasser springen und mit den Flossen aufs Wasser klatschen! Man kann auch ohne Fernglas deutlich die weißen Flecken an den Bäuchen erkennen und manchmal glauben wir, ein brüllendes Geräusch zu hören. Sie scheinen einen mächtigen Spaß beim Toben zu haben, denn die Vorstellung zieht sich einige Zeit hin. Dass dabei mehr als ein Film durch die Kamera läuft, versteht sich fast von selbst. Von nun an sehen wir bis Kapstadt immer wieder Wale an der Küste. Die Welthauptstadt für die landbasierte Walbeobachtung ist Hermanus. Hier treffen wir auf unzählige Touristen, die von der Abrisskante der Steilküste aus die nahen Wale beobachten. Wir suchen uns eine Bank und schauen den leisen Riesen fast 2 Stunden lang zu. Ganz nebenbei setzt sich der berühmte „Wale Crier“ von Hermanus neben uns und hält seinen Mittagsschlaf ab. Eigentlich sollte er den Touristen über festgelegte Tonfolgen auf seinem Tanghorn die besten Walbeobachtungsstellen der Stadt mitteilen..

Bei schönstem Wetter packen wir unser Zelt zusammen. Wir haben zum ersten Mal in diesem Urlaub Rückenwind! Das sind genau die richtigen Voraussetzungen für einen weiteren Höhepunkt der Reise. Hinter dem Kap Hangklip folgt eine absolute Traumstrecke an der Ostseite der False Bay. Die Fahrbahn ist makellos asphaltiert, so dass wir uns ganz den unbeschreiblichen Eindrücken hingeben können. Es erwarten uns schroffe Bergketten, die bis zur Mitte grün bewachsen sind, und unterhalb der makellosen Straße das tosende tiefblaue Meer. Und als Krönung grüßt auf der anderen Seite der Bucht schon die Kap-Halbinsel mit dem Cape Point. Wir machen fast an jeder der vielen Parkbuchten kurz halt, um die tolle Szenerie zu bestaunen. Für uns gehört die Strecke zu den absoluten Traumküstenstraßen der Welt! Unterwegs liegt ein einsamer Zeltplatz direkt am Wasser. Wir überlegen, hier zu bleiben, aber wir haben keinen Proviant mehr und einen Laden gibt’s hier nicht. Schade! Aber der nächste Ort Gordons Bay ist ebenfalls sehr nett und hat auch einen Zeltplatz. Im Restaurant Tallas muss es mal wieder ein Straußensteak sein, und ein Bier reicht auch nicht bis zum traumhaften Sonnenuntergang über dem Kap...

Der Höhepunkt der Weinregion ist für uns das Weingut Boschendal, das am Ende des wunderschön zwischen steilen, schroffen Bergen liegenden Franschhoek Tals auf uns wartet. Schon die Zufahrt durch die parkähnliche Anlage ist eine Augenweide. Eine schnurgerade Straße führt direkt auf das strahlend weiße Haupthaus zu, dem man den Reichtum vergangener Zeiten ansieht. Der üppige Rosengarten nebenan betört nicht nur durch die wundervollen Farben, sondern auch mit fast betäubenden Gerüchen. Wir suchen uns im Parkrestaurant einen Tisch unter schattigen Bäumen und essen etwas Leckeres. Wie schön kann doch das Leben sein!

Mit Erreichen der Kap-Halbinsel neigt sich unsere Reise langsam dem Ende zu, das noch einmal mit einigen Höhepunkten gespickt ist. Simons Town ist eine beschauliche Augenweide, und die schön erhaltenen viktorianischen Holzhäuser machen einen gemütlichen Eindruck. Doch die eigentliche Attraktion der Stadt sind die Boulders, eindrucksvoll rundgeschliffene Granitfelsen zwischen denen hunderte Pinguine leben. Am Eingang erwartet uns ein Eintritt von 15ZAR und eine Menschenmenge wie auf dem Weihnachtsmarkt. Hier sehen wir von hölzernen Laufstegen aus auf die niedlichen schwarzweißen Pinguine herab. Die scheinen sich an den Rummel gewöhnt zu haben, denn sie lassen sich von den Menschenmassen nicht beeindrucken. Drängelnde und schubsende Japaner, die ersten auf unserer bisherigen Reise, lassen uns die Nähe zu Kapstadt bewusst werden. Wir fühlen uns hier nicht wohl und flüchten. Über einen schmalen Weg, der direkt am Parkeingang beginnt, kommen wir an einen ruhigeren Strandabschnitt, der noch zum Park gehört. Die kleine Bucht wartet mit glasklarem Wasser auf und ist spektakulär von gigantischen Granitmurmeln begrenzt, die einen natürlichen Schutz vor Wind und Wellen bieten. Im ersten Augenblick ist man geneigt, Parallelen zu den Seychellen zu ziehen. Auch hier sind Pinguine zu beobachten, aber im Gegensatz zu unserer ersten Beobachtungsstelle liegen nur wenige Menschen an diesem absoluten Traumstrand.

Aus dem Zelt heraus genießen wir einen wunderschönen Sonnenaufgang über der False Bay. Auf dem Weg zum Kap radeln wir dem schönsten Morgenlicht entgegen. Wie so oft um diese Uhrzeit sind wir fast ganz alleine auf der guten Straße, die sich am Hang über dem Meer entlang schlängelt. Am Millers Point grüßt schon der Cape Point dem Reisenden entgegen. Die leicht wellige Hochebene ist über und über mit wunderbar blühenden Blumen und Sträuchern bedeckt, zwischen denen Schildkröten und kleine schwarze Echsen leben. Immer wieder zweigen Wege zu tollen Strandabschnitten ab. Bald ist der Parkplatz am Kap erreicht, der jetzt am Morgen nur wenige Touristenfahrzeuge aufnehmen muss. Die Räder finden am Schalterhäuschen einen sicheren Abstellplatz während wir eine Rückfahrkarte für die Standseilbahn zum Kap lösen. Oben bietet sich ein wundervoller 360°-Blick, der seinesgleichen sucht. Im Osten überblickt man die traumhafte False Bay, im Norden sieht man die Bergketten der Kap-Halbinsel und im Westen liegt das Kap der Guten Hoffnung im blauen Atlantik. Nur im Süden gibt es nur Wasser, das bis zur Antarktis reicht. Wir können uns von der Aussicht nicht losreißen und so fällt die Entscheidung für ein zweites Frühstück im Two Oceans Restaurant nicht schwer. Im Preis inbegriffen ist der weite Blick über die False Bay.

Nordhoek ist das Südtor zum Chapmans Peak Drive, dessen Befahrung von uns als ein Höhepunkt der Reise eingeplant war. Doch bei der Anfahrt erreichen wir ein mit Stacheldraht gesichertes Tor, die Straße ist immer noch gesperrt. Unsere Bitte um Durchfahrt wird negativ beschieden, da die Straße noch nicht fertig gestellt ist. Wir wollen aber unbedingt durch und mogeln uns mit ein wenig schlechtem Gewissen im Schatten eines großen LKW am einzigen Wachmann vorbei. Doch die Straße ist wirklich noch nicht fertig. Obwohl es schon 18:00Uhr ist, sind noch viele Arbeiter am Werk. Die Straße ist noch nicht asphaltiert und wartet streckenweise mit tiefem Sand und losem Schotter auf uns. In den Berghängen arbeiten dunkelhäutige Männer in luftiger Höhe an den neuen Steinschlagnetzen und die Galerien werden gerade noch betoniert. Wir malen uns aus, wie schön die Straße nach der Wiedereröffnung wohl sein wird. Nun im letzten Licht des Tages glüht der ungemein steile Felsen rotgold, während Himmel und Meer für eine unwirklich blaue Rahmung sorgen. Houtbay liegt atemberaubend am anderen Ende der Straße vor der Kulisse von Sentinel und Tafelbergmassiv . Nun können wir nachvollziehen, warum die Straße von vielen als die schönste Küstenstraße der Welt bezeichnet wird.

Mit ein wenig Wehmut nähern wir uns auf der kurvenreichen Küstenstraße Kapstadt, immer wieder begleitet von traumhaften Ausblicken, die mit den 12 Aposteln bei Camps Bay ihren Höhepunkt finden. Hier leben die Schönen und Wohlhabenden von Kapstadt in Überfluss und Reichtum, der ausgiebig zur Schau gestellt wird. Auf der Küstenstraße gelangen wir über Clifton und weitere kapstädter Vororte direkt zur Breakwater Lodge, die strategisch hervorragend direkt an der V&A Waterfront liegt. Den Rest des Tages verbringen wir auf dem Tafelberg mit phantastischer Aussicht und später an der V&A Waterfront. Hier endet unsere traumhafte Radreise durch ein wunderschönes und abwechslungsreiches Land, das wie kein zweites von freundlichen Menschen, exotischen Tieren, guter Infrastruktur und atemberaubenden Landschaften geprägt ist. Südafrika, wir kommen wieder. Versprochen!


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