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RUNDREISE COSTA RICA  -  Okt./Nov. 2002

Tag

 Strecke

Höhenmeter

Kilometer

  1. Tag

 Ankunft Alajuela, Taxi nach Carillos

 

 

  2. Tag.

 Alajuela - Orosi

1200 m

73 km

  3. Tag

 Rundfahrt Cachi-Stausee

600 m

34 km

  4. Tag

 Orosi - Pavones

1300 m

55 km

  5. Tag

 Pavones - Guácimo

700 m

63 km

  6. Tag

 Guácimo - Chilamate

360 m

70 km

  7. Tag

 Chilamate - Fortuna

1350 m

99 km

  8. Tag

 Fortuna - Guadalejara

900 m

53 km

  9. Tag

 Guadalejara - Sta. Elena

290 m

15 km

 10. Tag

 Wandertag

 

 

 11. Tag

 Sta. Elena - Puntarenas

650 m

82 km

 12. Tag

 Puntarenas - Montezuma

500 m

60 km

 13. Tag

 Montezuma - Cabo Blanco

 

 

 14. Tag

 Montezuma - Puntarenas

500 m

60 km

 15. Tag

 Puntarenas - Jacó

650 m

67 km

 16. Tag

 Jacó - Quepos

200 m

70 km

 17. Tag.

 Manuel Antonio NP

 

 

 18. Tag

 Quepos - Plantanillo

400 m

57 km

 19. Tag

 Plantanillo - Orosi

950 m

48 km

 20. Tag

 Ausflug Vulkan Irazu

 

 

 21. Tag

 Orosi - Alajuela

750 m

63 km

 22. Tag

 Ausflug Poas und Waterfall Gardens + nach Carillos

150 m

10 km

 23. Tag

Abflug nach Deutschland

 

 

 

 Gesamtstrecke

11450 m

980 km

Regenwald am Arenalsee

Brücke auf der Küstenstrasse

Landstraße mit Potholes

Bolidenrennen hinter Quepos

Bergland um Turrialba

Kurz vor Fortuna am Arenal

Vulkanausbruch am Arenal

Vulkan Arenal im Morgengrauen

Waterfall Gardens Resrvat

Strand im Manuel Antonio NP

Strand von Montezuma

Auf dem Weg nach Dominikal

Vulkankrater Poas

Kapuzineraffe

Leguan

Panamerikana vor Puntarenas


Allgemeine Infos:   (Text bitte quer ausdrucken)

Anreise:

Zurzeit unserer Reise führten alle Flüge über Miami. Problematisch war die Radmitnahme, die sich fast alle Airlines fürstlich honorieren lassen wollten. Die sonst sehr günstige LTU (Räder 30€) hat leider Costa Rica nicht mehr im Programm gehabt. Den Vogel schoss die ansonsten günstige Martinair mit fast 700€ Aufpreis für jedes Rad ab. Wir flogen schließlich mit Iberia über Madrid und Miami, für die Räder wurde eine Pauschale von 200€ fällig. Der Flug kostete 700€, und war aufgrund des recht engen Sitzabstands nicht sehr komfortabel.

 

Land und Leute:

Costa Rica ist ein warmes, und besonders an den Küsten sehr schwüles Land. Für Radler ist das Ende der Regenzeit für eine Reise günstig (Ende Oktober/November). Dann regnet es zwar noch regelmäßig am späten Nachmittag und Abend, doch es ist im Hochland mit ca. 26°C und an der Küste mit ca. 31°C noch „erträglich“ warm und ab Mittag fast immer bewölkt. Außerdem hat man am Ende des Jahres die beste Kondition, was in Costa Rica sehr wichtig ist.

Arm an historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten, besticht Costa Rica mit toller Natur. Das Land ist wunderbar grün und vielfach noch von Primär- und Sekundärurwald bedeckt. Ein bis 4000m hoher Gebirgszug durchzieht die Landesmitte ansteigend von Nord nach Süd. Zum Atlantik und Pazifik hin läuft das Gebirge in eine weite Ebene aus. Traumstrände sind Mangelware, der Manuel Antonio NP ist aber absolut sehenswert. Die Landschaft ist ansonsten sehr hügelig, mit vielen steilen Abschnitten. Hauptanziehungspunkte für uns waren die atemberaubenden Vulkane und Urwaldgebiete, die man zu Fuß ohne Probleme in mehreren Parks erkunden kann. Die absolute Top-Attraktion ist der aktive Vulkan Arenal, der regelmäßig glühende Lava über seinen perfekten Kegel ergießt.

Eine Vielzahl von exotischen Tieren bevölkert das Land. Neben vielen Affen, Leguanen, Faultieren, Tukanen, Nasenbären, Pfeilgiftfröschen, Krokodilen und allerlei anderem Getier begeisterten uns immer wieder die riesigen bunten Schmetterlinge. Wir haben keine lebende Schlange gesehen. Die Hunde in Costa Rica sind äußerst friedlich, und regelrecht scheu. Und wenn doch mal einer neugierig herangestürmt kam, genügte es immer, die Hand zu einem (vorgetäuschten) Steinwurf zu erheben. Allein dieses Signal reichte aus, die Kläffer in die Flucht zu schlagen.

Die Menschen sind sehr sehr freundlich und hilfsbereit, besonders wenn wir als Deutsche erkannt wurden. Besonders hat uns gefallen, dass wir als Radfahrer nicht an jeder Ecke mit den üblichen Fragen (woher, wohin) traktiert wurden. Auf der ganzen Reise hatten wir nicht einmal ein ungutes Gefühl oder gar Angst. Je ärmer die Leute waren, desto freundlicher wurden wir empfangen. Die Menschen sind sehr gepflegt, auch wenn ihre Häuser teilweise ärmlich wirkten. Mit ein paar spanischen Sätzen kommt man gut klar, die Leute geben sich Mühe, einen zu verstehen. In den Lodges wird oft englisch oder deutsch gesprochen. Im Land sieht man sehr wenig Müll herumliegen.

 

Geld:

Insgesamt gesehen ist Costa Rica kein preiswertes Land, die Preise für Übernachtung und Verpflegung haben teilweise fast europäisches Niveau erreicht. Vielfach werden von Touristen höhere Eintritte als von Einheimischen verlangt. Ohne die Anreise haben wir pro Person ca. 45€/Tag für Übernachtungen, Eintritt und Verpflegung ausgegeben. Die Währung heißt Colones, doch wer will kann fast überall mit US-Dollar bezahlen (aber wer will das?). Travellerschecks werden nur in Banken und wenigen Hotels angenommen. Kreditkarten sind selten erwünscht und kosten bis zu 10% Aufschlag! Die höchste Akzeptanz gibt es bei VISA-Kreditkarten. Am besten man deckt sich mit Travellerschecks und Dollar ein, um diese in den überall vorhandenen Banken zu tauschen. Sehr günstig ist der Besitz einer deutschen Postsparbuch-Card, mit der man an den meisten Geldautomaten (VISA-Plus Zeichen!) gebührenfrei Colones ziehen kann! Ende 2002 entsprachen 1000 Colones etwa 2,5€.

 

Verpflegung:

Die Verpflegung verursacht keine Schwierigkeiten. Unterwegs gibt es überall kleine Läden für Getränke und einfache Lebensmittel. Regelmäßig kommt man an Sodas (einfache „Restaurants“) vorbei, die den ganzen Tag über kleine Gerichte (meist Reis mit Bohnen und Beilage) sowie kalte Getränke anbieten. Viele Lodges und Hotels haben ein kleines Restaurant. Unseren Kocher nutzen wir zum erstenmal überhaupt nicht. In Costa Rica gibt es gutes Bier (z.B. Imperial).

 

Fahrradservice:

In vielen Städten gibt es kleine Radläden, die einfache Ersatzteile führen. Die Läden sind im RKH-Führer (siehe unten) ausgewiesen.

 

Übernachtungen:

Sehr viele Lodges, Motels und Hotels (Übersicht im RKH-Reiseführer). Niveau von gerade noch akzeptabel bis sehr luxuriös. Mittlere Kosten ca. 35-40$ ohne Frühstück in der Nebensaison. Costa Rica ist noch kein Campingland, Campingplätze sind nur wenige vorhanden und von der Ausstattung her nicht auf hiesigem Niveau. Wir hatten zwar ein Zelt dabei, aber aufgrund der frühen Dunkelheit und allabendlicher kräftiger Regenschauer mit Hotels oder Lodges vorlieb genommen.

 

Karten:

Die ITM-Karte „Costa Rica“ 1:500.000 war für die Radreise völlig ausreichend (www.itmb.com).

 

Reiseführer:

Hervorragend und sehr genau ist der Reise-Know-How Führer (RKH) „Costa Rica“ von Detlef Kirst.

 

Inländische Verkehrsmittel

Busse sind das einzige alternative Verkehrsmittel. Es verkehren Langstreckenbusse zwischen den größeren Städten, die im Kofferraum gegen Gebühr auch Fahrräder transportieren. Die Regionalbusse haben meistens kein oder nur einen sehr kleines Staufach und sind überwiegend für einen Fahrradtransport nicht geeignet.

 

Straßen und Verkehr

Die vielen Asphaltstraßen sind für Radfahrer überwiegend gut zu befahren, obwohl teils riesige Schlaglöcher den Autofahrer in Schrecken versetzen. Die Schlaglöcher sind für Radfahrer höchstens bei Regen eine Gefahr, da man sie dann schlecht erkennen kann. Nur wenige Schotterpisten, meistens in abgelegenen Gebieten, sind schwer zu befahren. Die Topografie ist überwiegend stark hügelig, mit teils steilem Auf und Ab. Eine Radreise durch das schwülwarme Costa Rica ist nichts für konditionsschwache Radler!

Besonders die ärmeren Leute fahren viel mit dem Fahrrad! Daher ist man als Radler kein Exot auf der Straße. Autofahrer sind sehr radfahrerfreundlich und machen immer einen großen Bogen, wenn Platz ist. Trotzdem ist ein Rückspiegel unbedingt empfehlenswert, damit man herannahende Trucks sehen kann, die evtl. bei Gegenverkehr nicht ausweichen können. Abseits der Hauptstraßen herrscht geringer Verkehr. Selbst die Panamerikana war außerhalb des Einzugsgebiets von San José überraschend schwach frequentiert. Rund um San José herrscht starker Verkehr, der uns aber dank einer Vielzahl breiter Seitenstreifen nie gefährdet hat. Einzig die riesigen Kreisverkehre in und um San José bringen wie überall auf der Welt ein wenig Nervenkitzel.

 

Routen

Durch das sehr kurze Tageslicht von etwa 5:30 bis 17:00 Uhr ist der Aktionsradius stark begrenzt. Man sollte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 15km/h und Tagesstrecken um die 60km kalkulieren. Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und einige Wanderungen sind mindestens 3 Wochen zu veranschlagen. Besser wären 4-5 Wochen, dann kann man fast alles sehen. Unsere 3-wöchige Rundreise streifte die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, mit ein bis zwei Wochen mehr kann man auch noch die Nicoya-Halbinsel und/ oder die Karibik ausführlich erkunden. Auf keinen Fall sollte man den aktiven Vulkan Arenal, die Regenwälder um Sta. Elena und den Manuel Antonio NP auslassen.

 


Reisetagebuch:     (Text bitte quer drucken)


1. Tag, Flug nach San José,Tagesstrecke   0km
H: Los Alemanes , (D), Carillos, 30$ o.Frst.,

Nach 2,5 Stunden sind wir von Düsseldorf aus in Madrid angekommen. 1,5 Stunden Wartezeit und nochmals fast 9 Stunden Flug bis Miami müssen wir durchstehen. Nach dem unvermeidlichen, unendlich nervenden Gang durch die US-Immigration vergehen die letzten 3 Stunden nach San José fast wie im Flug. Am Airport warten schon Gitti und Kalle von unserer heutigen Herberge auf uns. Schnell haben sie einen Minibus (12,-US$) organisiert, der die beiden Radkartons mit Mühe aufnimmt. Gut, das wir jetzt im Dunkeln die unbekannte Strecke nicht übermüdet radeln müssen! Im Los Alemanes genehmigen wir uns in Gesellschaft anderer Traveller noch ein Imperial Bier bevor wir todmüde ins Bett fallen.
 

2. Tag, Alajuela - Orosi,  73 km,  15 km/h, 1200 Höhenmeter
H: Orosi Lodge, 35$ o.Fr., deutsch,

Die erste Nacht war nicht so toll, wir waren sehr unruhig und es war recht warm. Nach üppigem Frühstück packen wir die Räder aus den Kartons, die wir hier für die 3 Wochen stehen lassen dürfen. Jetzt geht’s endlich auf die erste Etappe. Bis Alajuela sind wir schon schweißgebadet. Zum Glück fahren die Autos auf der schmalen Straße sehr rücksichtsvoll und wir haben so eine Sorge weniger. In der Stadt gehen wir erst mal zur Scottish Bank, Geld tauschen, und dann die Küchentasche auffüllen. Dann fahren wir am Flughafen vorbei auf der vierspurigen Schnellstraße in Richtung San José. Die Straße ist stark befahren, aber ein breiter Seitenstreifen lässt uns genügend Raum, um sicher voranzukommen. Doch es ist zu laut für eine gemütliche Tour und viele der alten LKW stoßen riesige schwarze Rauchwolken aus, so dass man oft fast die Hand vor Augen nicht mehr sehen kann. Wir umfahren San José und kommen durch dreckige Vororte mit ärmlichen Häusern. Dann müssen wir eine lange Steigung bis auf ca. 1500m Höhe bewältigen. Nur langsam kommen wir voran. Im netten Cartago angelangt, haben wir nur noch etwas mehr als eine Stunde Zeit, bis es dunkel wird. Wir rufen in der Orosi Lodge an und erfahren, dass es bis dort fast nur noch bergab geht. Also reservieren wir ein Zimmer und düsen hinab bis auf 1050 m. Mit Einbruch der Dunkelheit kommen wir kurz nach 17:00 Uhr an der wunderschönen Lodge an. Hier fordert die Zeitumstellung und ungewohnte Wärme ihren Tribut und müde legen wir uns bald schlafen, während ein prasselnder Starkregen auf das Dach trommelt.
 

3. Tag, Orosi- Cachi Stausee-Orosi,  34 km, 13 km/h, 600 Höhenmeter
H: Orosi Lodge, 35$ o.Fr., deutsch,

Da es uns in der Orosi Lodge gut gefällt, beschließen wir, es heute gemütlich gehen zu lassen. Also verlängern wir den Aufenthalt um einen Tag und planen eine kurze Rundfahrt um den Cachi-Stausee. Doch erst einmal fallen wir mit weitem Blick auf die Vulkane Irázu und Turrialba auf der Terrasse hungrig über das tolle Frühstück her. Auf der Fahrt um den See dominiert der Anbau von Kaffee die Landschaft. Schon nach wenigen Kilometern haben wir auf der Steigungsstrecke tolle Ausblicke auf Orosi und das Tal des Rio Grande de Orosi. Ab Paraiso verläuft die kurvenreiche Strecke weit oberhalb des Talgrunds. Bald ist die Staumauer des Stausees erreicht, die mit der Straßenbrücke einen nicht sonderlich vertrauenserweckenden Eindruck macht. Viele ambulante Straßenhändler versuchen hier Getränke, Eis und Snacks an den Mann zu bringen. Wir nehmen lieber den Abzweig durch eine Kaffeeplantage zum Restaurant Casona del Cafétal, das mit seiner schönen Aussichtsterrasse in der Nähe des Seeufers liegt. Nach endlosem auf und ab erreichen wir eine abenteuerlich anmutende Hängebrücke mit Holzfahrbahn und sind bald darauf schon wieder in Orosi, das ein noch ursprüngliches costaricanisches Dorf geblieben ist. Bevor wir zurück zur Lodge fahren, statten wir erst noch der Hähnchenbraterei am Ortseingang einen Besuch ab. Dann ist nur noch Faulenzen auf der schönen Loggia der Lodge angesagt...
 

4. Tag, Orosi – Pavones,  55 km, 12 km/h, 1300 Höhenmeter
H: Pochotel, 35$ o. Frühstück

Heute mit Gepäck ist die lange Steigung nach Paraiso viel beschwerlicher als gestern. So ist es kein Wunder, dass schon nach kurzer Zeit der Schweiß wieder in Strömen rinnt. Geplant ist, heute bis ins karibische Tiefland zu fahren. Doch statt bergab verläuft die Straße unentwegt auf und ab. Ganz schön anstrengend bei der Wärme! Der Verkehr ist mäßig und nur selten überholen uns schwere Lkw. In einer abgewrackten Cantina gibt es kalte Cola für 1$, die kleine Flasche. Das scheint wieder mal ein Touristenpreis zu sein, denn wer von den Einheimischen hat schon so viel Geld locker? In dieser Gegend wird mehr Zuckerrohr als Kaffee angebaut. Nach vielen sehr anstrengenden Kilometern kommt endlich die ersehnte Abfahrt nach Turrialba. Die Straße ist stellenweise geschottert und ansonsten in völlig desolatem Zustand, weshalb sich eine rauschende Abfahrt von selbst verbietet. Turrialba ist ein geschäftiges Städtchen, das außer Verpflegungsnachschub nicht viel bietet. Statt weiter bergab zu fahren, müssen wir jetzt noch einen kleinen Pass bezwingen, was uns die letzten Kräfte abverlangt. Da es nur noch 3 Stunden hell ist, und wir Siquirres bei dieser Topographie nie und nimmer erreichen werden, entschließen wir uns, eine Unterkunft in der Nähe zu suchen. Vom Abzweig zum Pocotel heißt es erst einmal wieder eineinhalb Kilometer auf losem Schotter steil bergauf zu schieben. Oben werden wir mit einer tollen Aussicht auf Turrialba und die umliegenden Berge belohnt. Es ist wunderschön hier, obwohl wir uns mehr in der Schweiz als in Mittelamerika wähnen. Die Zimmer sehen sehr provisorisch aus, sind aber wenigstens sauber. In der Dusche haben wir dann zum erstenmal das zweifelhafte Vergnügen, die abenteuerlich verkabelten Duschkopf-Durchlauferhitzer kennen zu lernen, bevor wir uns im Restaurant ein Steak und ein paar Bierchen genehmigen.
 

5. Tag, Pavones - Guácimo,  63 km, 14 km/h, 700 Höhenmeter
H: El Higuito Motel, 9$ o.Fr.

Um 7:00 Uhr haben wir unser Etablissement verlassen und mit einer tollen Aussicht auf das Tal gefrühstückt. Wenigstens ist das eine kleine Entschädigung für die nicht gerade luxuriöse Unterkunft. Die Piste zur Hauptstraße können wir bergab vorsichtig im Schritttempo rollen. Dort angekommen freuen wir uns wieder über den glatten Asphalt und den praktisch nicht vorhandenen Verkehr. Den nächsten kleinen Laden nutzen wir, um unseren Getränkevorrat aufzufüllen. Nun folgt bald ein tolles unberührt erscheinendes Stück Urwald, das aber leider nicht sehr lang ist. Eine knackige Steigung reiht sich an die andere und die Straße überrascht uns mit etlichen Schlaglöchern, in die ganze Wäschekörbe hineinpassen. Entsprechend artet die Fahrerei stellenweise in einen Slalom auf zwei Rädern aus. Eigentlich müsste es doch schon lange abwärts gehen, aber soweit ist es immer noch nicht. Gut, dass wir gestern die Etappe nicht ausgedehnt haben, das hätten wir im Hellen nie geschafft! Erst kurz vor Siquirres geht es dann auf nun wieder guter Straße steil bergab ins karibische Tiefland. Da unser Magen knurrt, lassen wir uns in einer Soda im Busbahnhof nieder. Es gibt Reis mit Bohnen, Hühnchen und Pommes, dazu eiskalte Cola! Der weitere Weg nach Guacimo wird ein wenig stressig, da uns nach den ruhigen Straßen bis hierher nun die stark befahrene LKW-Route zwischen San José und Puerto Limon nervt. Zwar ist fast durchgängig eine Möglichkeit gegeben, auf den Seitenstreifen auszuweichen, doch zum dauernden Fahren ist diese Mischung aus Asphalt, Schlaglöchern und Schotter selten geeignet. Gut, dass wir einen Rückspiegel am Helm haben. So können wir leicht erkennen, wenn ein LKW herannaht, der bei Gegenverkehr nicht ausweichen kann. Gegen 15:00 beginnt es wie aus Kübeln zu schütten und eine Tankstelle kommt gerade recht zum Unterstellen. Nach 1,5 Stunden wird es langsam dunkler und es gießt es immer noch. Wir beschließen, für diese Nacht im Motel nebenan zu bleiben. Die erhoffte warme Dusche bleibt dort leider kalt und das Zimmer ist auch sonst nicht der Hit. Aber für zusammengerechnet 9$ kommen wir im ganzen Urlaub nicht mehr unter. Meinen Geburtstag verbringen wir in der Bar nebenan bei Hits aus den Achtzigern. Zunächst sind wir noch über die vielen Fernseher verwundert. Aber spätestens als die Bedienung nicht das bestellte Imperial-Bier, sondern eine Karaoke-Karte bringt, nehmen wir Reißaus.
 

6. Tag, Guácimo - Chilamate,  70 km, 17 km/h, 360 Höhenmeter
H: La Quinta de Sarapiqui Lodge, 45$ mit Fr.,

Da es in unserem Motel kein Frühstück gibt, essen wir eine unserer Müslirationen und sind schon um 6:00 Uhr auf den Rädern. Noch ist wenig Verkehr uns wir kommen zügig voran. Bei Guapiles gibt es einige Sodas am Straßenrand. Wir suchen uns die vollste aus und ordern Reis mit Bohnen, Tortillas und Rührei. Pappsatt radeln wir weiter auf viele lange Baustellen zu, in denen wir unsere Räder mit frischem Teer verzieren. Während die Autos in kilometerlangen Schlangen warten müssen, mogeln wir uns an allen Hindernissen locker vorbei. Für die Arbeiter sind wir eine willkommene Abwechslung und freudig werden wir begrüßt. Endlich kommt der ersehnte Abzweig nach Puerto Viejo de Sarapiqui und mit ihm die ersehnte Ruhe. Die wenigen Autos fahren zudem noch wesentlich langsamer als auf der Hauptstraße, so dass der Rest des Tages völlig stressfrei abläuft. Die Landschaft ist nun wieder netter aber die wenigen Häuser sehen nicht nach Wohlstand aus. Unterwegs flattern leuchtend blaue Riesenschmetterlinge an uns vorbei und mehrmals schweben große Geier knapp über unseren Köpfen hinweg. Wegen der nahenden Gewitterfront verzichten wir für heute auf eine Bootsfahrt auf dem Rio Sarapiqui. Ein paar Kilometer weiter landen wir in der tollen La Quinta Lodge, die neben schönen Zimmern auch noch einen liebevoll angelegten Garten mit Schmetterlingsgehege, Insektenmuseum und eine Beobachtungsstelle für Pfeilgiftfrösche aufweist. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Anlage genehmigen wir uns noch ein erfrischendes Bad im Swimmingpool. Beim anschließenden Abendessen fällt dann der Strom aus und so kommen wir zum ersten Candlelight-Dinnner seit Jahren...
 

7. Tag, Chilamate – Fortuna,  99 km, 14 km/h, 1350 Höhenmeter
H: Cabanas Montana de Fuego, 95$ mit Fr.

Um halb 8 Uhr bekommen wir das obligatorische Frühstück: Reis mit Bohnen und Rührei. Auch wenn das am Morgen nicht unbedingt das richtige ist, macht es doch wenigstens für die nächsten Stunden satt. Obwohl es wegen der leichten Bewölkung nicht ganz so warm wie in den letzten Tagen ist, schwitzen wir wieder recht stark. Grund dafür ist die lange Steigungsstrecke nach San Miguel, das fast 600m hoch liegt. Der Supermarkt kommt uns zu Ergänzung unseres Getränkevorrats gerade recht und gierig gießen wir eiskalten Orangensaft in uns hinein. Das dauernde auf und ab der kommenden Kilometer bis Aquas Zarcus strengt uns mehr an als wir dachten und zehrt zusammen mit der Wärme an unseren Kräften. Hinter dem Ort geht es endlich wieder hinab in die Ebene und dann kommt unser heutiges Tagesziel in Sichtweite, der Vulkan Arenal. Je weiter wir uns dem Berg nähern, um so gewaltiger und furchteinflößender erscheint uns der perfekte Kegel mit der riesigen Rauchwolke, die aus seinem Krater quillt. Das Dorf Fortuna liegt fast am Fuße des Vulkans der aus der Nähe noch gewaltiger wirkt. Leider kann man von hier aus keinen der teils spektakulären Ausbrüche beobachten, da die Lava derzeit nur auf der Nordostseite austritt. Da der Vulkan noch immer frei von Wolken ist entschließen wir uns, noch ein paar Kilometer weiter zu fahren, um dort vielleicht mit einem Vulkanausbruch Glück zu haben. Die Lodge ist zwar sehr teuer, aber von unserer Veranda des Zimmers haben wir einen atemberaubenden Blick auf den Vulkan. Wir sitzen noch nicht lange in den Schaukelstühlen, als ein unüberhörbares Fauchen und Donnern eine Eruption ankündigt. Kurz darauf erhellen sich die Rauchwolken über dem Krater und glutrote Lava ergießt sich über die Flanke des Vulkans rasend schnell in die Tiefe hinab. Wir genießen dieses gigantische Naturschauspiel fast halbstündlich, bis wir spät Abends müde schlafen gehen.
 

8. Tag, Fortuna - Guadalejara,  53 km, 14 km/h, 900 Höhenmeter
H: Mystica Lodge (I) 45$ mit Fr. 

Um 4:00 Uhr sitzen wir schon wieder auf der Terrasse, um bis zum Sonnenaufgang die andauernden Eruptionen zu beobachten. Beim Frühstück zieht sich der Berg langsam zu und wir können den Vormittag im Schatten radeln. Die Straße führt weiter um den Berg herum, bis wir an die Staumauer des Arenal-Sees gelangen. Die Landschaft ist überraschend schön, und die Straße führt bald durch dichten unberührt erscheinenden Regenwald. Hier kommen zum ersten mal Erinnerungen an die Regenwälder von Hawaii auf. Jetzt müssen wir aufpassen, dass wir nicht die Nasenbärfamilie verschrecken, die gerade aus dem Gebüsch auf die Straße flitzt. Die niedlichen Gesellen lassen uns ganz nahe herankommen und so können wir sie ausgiebig beobachten. Nach etlichen kurvenreichen Kilometern erreichen wir eine Ansammlung von Bauernhäusern, die ein Schweizer hier in die grüne Landschaft gebaut hat. Wir nutzen die Gelegenheit zu einem Mittagessen, bevor wir auf der immer schlechter werdenden Straße bei dauerndem auf und ab zum Dorf Arenal weiterfahren. Hier statten wir der deutschen Bäckerei "Onkel Toms Hütte" einen Besuch ab, und genießen dabei leckeren Kuchen mit Kaffee. Leider haben wir erst vorhin zu Mittag gegessen und so müssen wir auf echtes bayerisches Essen verzichten. Einige Kilometer weiter verleitet uns die schön gelegene Mystica Lodge zum Bleiben. Von der Terrasse aus genießen wir den tollen Blick über den See mit dem Vulkan Arenal im Hintergrund, bevor wir uns in der Pizzeria wieder mit ausreichend Kalorien versorgen.
 

9. Tag, Guadelajara – St. Elena, 15 km, 12 km/h, 300 Höhenmeter
H: Arco Iris Lodge (D),40$ o.Fr.

Starker Wind macht den kurzen Weg bis nach Tilaran erträglich. Von hier aus wollen wir den Bus nach Sta. Elena nehmen, da die Strecke sehr anstrengend und in äußerst schlechtem Zustand sein soll. Als der Bus gegen Mittag eintrifft, haben wir Pech. Es ist nur ein kleinerer lokaler Bus ohne Gepäckraum. Da er auch keinen Dachgepäckträger hat, und fast alle Plätze belegt sind, haben wir keine Chance mitgenommen zu werden. Was ein Mist! Aber wir haben Glück: Einige Männer aus der Stadt, die sich schon einige Zeit mit uns "unterhalten" haben, machen uns mit Händen und Füßen verständlich, dass sie uns einen Pickup für die Fahrt besorgen können. Da es bis Sta. Elena keine weitere Übernachtungsmöglichkeit gibt, und wir nicht den Tag in diesem Kaff abhängen wollen, stimmen wir nach kurzer Preisverhandlung zu. Eine halbe Stunde später steht der Pickup mit Fahrer vor uns und lädt die Räder auf die Ladefläche. Nachdem wir 35$ berappt haben geht es los. Die Fahrt ist landschaftlich sehr schön, aber die Schotterpiste ist eine einzige Katastrophe. Mit dem Rad hätten wir die Strecke an einem Nachmittag wohl nicht geschafft. Besonders in und um das Touri-Dorf Sta. Elena herum gleicht der Weg oft mehr einem Flussbett als einer Piste. Im nachhinein sind wir froh, den Wagen genommen zu haben! In der sehr ansprechenden Lodge buchen wir gleich noch eine Nachtwanderung in einem Privatreservat. Dort sehen wir neben Vögeln, Taranteln und viel Kleingetier im Licht unserer Taschenlampen auch ein Faultier in einem Baum hängen.
 

10. Tag, Wandertag 
H: Arco Iris Lodge (D), 40$ o.Fr 

Nach dem Desajuno werden wir von einem Shuttlebus zum 9km entfernt liegenden Reservat gebracht. Dort sind wir die ersten und wir begeben uns sofort auf die einsame Wanderung durch den wunderschönen kühlen Regenwald. Wir haben unsere Fleecepullis mitgenommen und müssen sie nun nach tagelangem Schwitzen zum ersten mal überziehen. Ein präparierter Weg verläuft auf und ab durch diese undurchdringliche, beeindruckende grüne Hölle. Unterwegs sehen wir etliche schöne Vögel und Schmetterlinge, doch die größeren Tiere halten sich versteckt. Nach fast 4 Stunden sind wir wieder am Eingang angelangt. Wir laufen ein kurzes Stück auf der Piste weiter bis zum Privatreservat Selvatura. Die große Attraktion sind hier Wanderwege, die über etliche lange Hängebrücken führen. So kann man einen ungefährlichen Blick aus den Baumkronen über den Regenwald und in tiefe Urwaldschluchten nehmen. Was die Ruhe ein wenig gestört hat, sind die Canopy-Touren. Hier sausen Leute an gespannten Stahlseilen von Baum zu Baum. Moderne Action passt meiner Meinung nach hier überhaupt nicht hin.
 

11. Tag, Sta. Elena – Puntarenas, 82 km, 12 km/h, 650 Höhenmeter
H: Apt. Costa Dorada, 30$ o.Fr. 

Nach ausgiebigem Frühstück gehen wir mit etwas Unbehagen auf die Piste, die 1300 Höhenmeter hinunter zum Meer abfällt. Doch was auf dem Hinweg im Auto nahezu unerträglich war, sieht auf dem Rad schon nicht mehr ganz so schlimm aus. Wir finden fast immer am Straßenrand eine Spur, die einigermaßen befahrbar ist. Und wenn es zu steinig wird, schieben wir eben ein paar Meter. Gott sei Dank ist die Piste nicht schlammig! Im Dorf Guacimal sehen wir relativ gut aussehende Cabinas, die in keinem Reiseführer verzeichnet sind. Gut zu wissen, wenn man von dieser Seite mit dem Rad hinauffährt! Hier wird die bislang oft steile Abfahrt hügelig, bis bei km 25 die Asphaltstraße beginnt. Speziell die Abfahrten mit bis zu 23% Gefälle machen uns zu schaffen. Die Hände schmerzen vom Bremsen, so dass wir häufig anhalten müssen. Doch die Strecke verläuft nun dauernd auf und ab. Bergauf können wir die Steigung mehrmals nicht fahrend bewältigen, was dann zu spontanem Schieben führt. Dazu wird es mit jedem Kilometer, den wir uns der Küste nähern, wärmer. Kurz hinter Sardinal treffen wir dann auf die Panamericana. Die sanft hügelige Strecke ist erstaunlicherweise wenig befahren und die Trucks machen einen weiten Bogen um uns, wenn sie Platz haben. Nur bei Gegenverkehr können sie nicht ausweichen. Dann ziehen wir es vor, neben die Straße ins Gras zu fahren, bis die Gefahr vorbei ist. Schnell ist der Abzweig nach Puntarenas erreicht. Dort verfahren wir uns mehrfach bei der Suche nach einer Unterkunft. Doch nach einigen Extra-Kilometern ist auch dieses Problem gelöst und wir fahren mit einbrechender Dunkelheit nahe des Krankenhauses auf das schöne Gelände am Strand. Leider sind die Zimmer eher unterer Standard doch zum Weiterfahren ist es nun zu spät.
 

12.Tag, Puntarenas – Montezuma,  60 km, 13 km/h, 500 Höhenmeter
H: Amor de Mar (CH), 35$ o.Fr.,

Auf der stark befahrenen Hauptstraße rollen wir durch die ärmlichen Vororte von Puntarenas. Fahrradfahrer werden schon bald über Nebenstraßen geleitet, die einen guten Einblick in das harte Leben der ärmeren Bevölkerung bieten. Der Fähranleger liegt am Ende der Halbinsel. Für 2000C sind auch wir auf dem Boot und dürfen staunend beobachten, wie fast jeder Millimeter der Fläche auf dem Autodeck zugestellt wird. Die Überfahrt bietet landschaftlich schöne Ausblicke auf die stark bewaldete Südküste von Nicoya. Am Fähranleger herrscht das übliche Chaos. Doch nach ein paar Minuten sind die Autos vorbeigefahren und wir sind ganz allein auf der guten Straße. Nach 4km ist Paquera erreicht. Dort gibt es ein zweites Frühstück und kalte Getränke. Die Strecke ist sehr schön aber bei der Hitze ganz schön anstrengend. Bis zur Playa Tambor ist die Straße asphaltier,t um dann als Piste weiter zu führen. Kurze Stücke sind dabei wieder so steil, dass selbst das Schieben Probleme bereitet. Nach fast 900 Höhenmetern sind wir triefendnass geschwitzt. Kurz vor Montezuma ist die Straße wieder geteert und müde rollen wir steil hinab zum Dorf. Montezuma ist ein nettes kleines Travellerkaff, das zurzeit wie ausgestorben wirkt. Etwas außerhalb gibt es eine schöne ruhige Lodge direkt am Meer, die unser Stützpunkt für die Wanderung zum Cabo Blanco wird.
 

13. Tag, Wandertag Cabo Blanco
H: Amor de Mar (CH), 35$ o.Fr, www.amordemar.com

Der Pendelbus zum Cabo Blanco Nationalpark nimmt uns für ein paar Cent direkt an der Unterkunft auf und fährt schaukelnd und wankend die wenigen Kilometer bis zum Parkeingang. Der Weg durch den Regenwald ist gottlob fast durchgängig schattig, doch die feuchte Hitze lässt uns trotzdem keinen trockene Stelle am Körper. Der Pfad ist anstrengend und verläuft lange ansteigend bis auf 220m Höhe. Mehrere neugierige Herden Kapuzineräffchen toben in der Nähe durch die tropischen Bäume. Ansonsten sieht man überwiegend Vögel und riesige leuchtend blaue Morphus-Schmetterlinge. Das laute Rauschen der Brandung kündigt das Ziel der Wanderung an, einen schönen Strand am Ende der Landzunge. Wir lassen uns auf einer Bank im Schatten nieder und erholen uns ein wenig für den langen Weg zurück. Gut, dass wir in der Lodge Verpflegung eingekauft haben! Hungrig verschlingen wir das selbst gebackene Brot und der Wasservorrat geht schon jetzt langsam zu Neige. Auf dem leichter zu gehenden Rückweg sehen wir noch einige Brüllaffen aus nächster Nähe und kurz vor dem Parkeingang läuft uns wieder ein Leguan über den Weg. Den schönen Tag beenden wir im Dorf in einer Pizzeria bei dem einen oder anderen Bier.
 

14. Tag, Montezuma – Puntarenas, 60 km, 13 km/h, 500 Höhenmeter
H: Las Canadiense (CDN), 20$ o.Fr.

Auf der gleichen Strecke wie vorgestern zurück nach Puntarenas. Einziger Unterschied zur Hinfahrt: Die Strecke ist in Gegenrichtung an vielen Stellen nicht ganz so extrem steil.
 

15. Tag, Puntarenas – Jacó,  67 km, 15 km/h, 650 Höhenmeter
H: Mar de Luz (NL), 42$ o.Fr.,

Nach Gallo Pinto (Reis mit Bohnen) und Rührei in der Krankenhaussoda von Puntarenas ist Jáco das nächste Ziel. Die Strecke weist flache lange Steigungen auf, die das Radfahren nicht mehr so beschwerlich machen. Am Rio Tárcoles liegen die im Reiseführer versprochenen Krokodile wirklich in großer Anzahl direkt unter der Brücke im träge dahin fließenden Wasser. Etwas später folgt ein schöner Anstieg auf etwa 250m Höhe wo ein schöner Ausblick auf Meer und Küste auf uns wartet. Die seichte Abfahrt führt über Herradura nach Jáco. Die kleine Stadt ist ein echter Treffpunkt für Surfer obwohl uns die Wellen eher mäßig erscheinen.
 

16. Tag, Jacó – Quepos,  70 km, 17 km/h, 200 Höhenmeter
H: Mirador del Pacifico (D), 50$ mit Fr.,

Gleich nach der Weiterfahrt treffen wir auf den schönen Aussichtspunkt auf die Bucht von Jáco. Dies ist der letzte Blick auf das Meer bis Quepos. Die Fahrt ist etwas eintönig da die Straße lange durch bewirtschaftete Landschaften und nette aber endlose Palmenhaine verläuft. Die Straßenqualität lässt nach und die einspurigen Brücken muten sehr abenteuerlich an. Vielfach sind nur Stahlschwellen provisorisch auf dicken Balken befestigt. Ein Geländer gibt es nicht und so ist bei einem Sturz ein Abgang in den Fluss vorprogrammiert. Das wäre vielleicht gerade noch zu überleben, wäre da nicht das Schild, das vor Krokodilen warnt... Schneller als erwartet ist Quepos erreicht. Die Unterkunft wählen wir etwas außerhalb auf dem Weg in Richtung Manuel Antonio NP. Nach der irren Steigung zum Schluss der Etappe kommt der große Swimmingpool gerade recht. Und auch das tolle Restaurant werden wir heute nicht verschmähen.
 

17. Tag, Quepos – Manuel Antonio NP
H: Mirador del Pacifico (D), 50$ mit Fr.

Heute ist bleiben die Räder im Zimmer und statt dessen geht es mit dem Bus für 0,25€ zum Manuel Antonio Parkeingang. Nachdem wir 6$ Eintritt pro Person berappen, gehen wir auf einem tollen Weg unter schattigen Bäumen am Strand entlang in den Park. Die Strände gehören zum schönsten, was Costa Rica zu bieten hat und warten mit überaus exotischen Ausblicken auf. Weißer Sand ist umrahmt von tollem Wasser und grünem, mit Palmen durchsetztem Busch, der eine vielfältige Fauna aufweist. Überall streichen urzeitlich aussehende Leguane durch das Unterholz, die sich an abgelegenen Abschnitten sogar bis ans Wasser vorwagen. Pünktlich zum Mittag taucht eine rauflustige Horde Kapuzineräffchen auf, und versucht aggressiv die mitgebrachte Brotzeit von einigen Besuchern zu klauen. Dagegen sind die beiden Faultiere im Baum über uns schon wesentlich friedlicher. Unserer Meinung nach ist der Park ein absolutes Muss auf der Reise!
 

18. Tag, Quepos –Plantanillo, 57 km, 12 km/h, 400 Höhenmeter
Paradiso Tropical, 28$ o.Fr.

Das kurze Stück bis zum Flughafen verwöhnt uns guter Asphalt, aber dann beginnt eine lange, gut zu fahrende Schotterstrecke. Die Brücken sind jedoch überwiegend einspurig, und oft in desolatem Zustand. Wir können es kaum glauben, dass sogar die wenigen schweren Trucks auf der Strecke diese teils schon durchgebogenen Brücken noch überqueren! Die Strecke ist sehr flach und wird eingerahmt von vielen Ölpalmenhainen. Dominical ist ein olles Travellernest für Rucksackreisende. Hier gibt es sogar einen bewachten Strandabschnitt mit Lifeguards. Der Rest der heutigen Etappe hält wieder eine anstrengend ansteigende Asphaltstraße bereit, bis wir in ca. 300m Höhe ein tadelloses Bungalow beziehen können.
 

19. Tag, Plantanillo – San Isidro - Orosi,  48 km, 12 km/h, 950 Höhenmeter
H: Orosi Lodge, 35$ o.Fr., deutsch,

Von Anfang an eine knackige Steigung. Der Schweiß spritzt fast aus uns heraus und wir sind nasser als nach einer Dusche. Oft sind es 16% Steigung aber teilweise auch mehr, so dass wir mehrmals schieben müssen. Da entschädigt wenigstens die schöne Landschaft und der praktisch nicht vorhandene Verkehr. Nach 3 Stunden sind wir auf über 1000m angelangt. Nachdem wir das T-Shirt ausgewrungen haben, geht es hinunter nach San Isidro, das unterhalb mehrerer über 3000m hoher Berge liegt. Das erste Ziel in der Stadt ist der Busbahnhof. Wir haben Glück, denn der nächste Bus nach Carthago kommt in wenigen Minuten. Wir könnten die Strecke über den Col de la Muerte zwar auch in zwei Tagen per Rad zurücklegen. Aber die Höhe von fast 3500m und das beständig schlechte Wetter lassen uns dem Bus den Vorzug geben. Für umgerechnet 7,-€ pro Person dürfen wir die Räder im Kofferraum verstauen und Platz nehmen. Der Entschluss war weise, denn fast die ganze Strecke auf der schmalen und wenig befahrenen Panamericana prasselt der Regen an die Scheiben. Die Strecke sieht vom Bus aus nicht sehr steil aus und auf der ganzen Fahrt zählen wir nur 20 Trucks. Die Fahrt führt durch Regenwaldschluchten und an steilen Abhängen entlang. Der Berg ist bis zum Gipfel mit Büschen und kleinen Bäumen bewachsen und nirgendwo sieht man blanken Fels. Man glaubt sich wirklich nicht auf fast 3500m Höhe! Der Bus schafft die 110 km bis Cartago in knapp 2 Stunden. Bei Carthago werden wir aus dem Bus gelassen. Von dort rollen wir auf bekannter Strecke nach Orosi.
 

20. Tag, Jeeptour Vulkan Irázu
H: Orosi Lodge, 35$ o.Fr., deutsch,

Um 8:00 Uhr kommt unser Privatfahrer, der uns heute mit seinem Jeep zum Vulkan Irazú bringen wird. Die Fahrt führt durch grüne Landschaften, bis wir oben angelangt nach Zahlung von je 7,-$ auf raue Lava stoßen. Ein kurzer Weg führt am Kraterrand entlang. Von hier aus hat man einen tollen Blick in den fast 300m tiefen Krater, der einen Durchmesser von nahezu einem Kilometer hat. Tief unten schaut der 80 Grad heiße See wie ein gelbgrünes Auge zu uns hinauf. Wirklich toll! Auf dem Rückweg nach Orosi machen wir noch an der Basilika in Cartago und der ältesten Kirche Costa Ricas einen kurzen Halt.
 

21. Tag, Orosi – Alajuela,  63 km, 15 km/h, 750 Höhenmeter
H: Vida Tropical, 35$ mit Fr.

Wir verabschieden uns von der angenehmsten Lodge unserer Reise und treten den Rückweg nach Alajuela an. Der Verkehr auf der Hauptstraße ist mörderisch laut und dicht wie noch nie. Man merkt deutlich, dass wir am ersten Tag diese Strecke am Wochenende gefahren sind. Nach endlosen Kilometern erreichen wir Alajuela, wo wir nahe des Krankenhauses unsere heutige Unterkunft finden. Und wenige Meter vor dem Ziel haben wir den ersten Platten und dann bricht auch noch Marions Sattel! Wir buchen schnell einen Ausflug für den nächsten Tag und gehen dann früh zu Bett.
 

22. Tag, Alajuela – Carillos, 10 km, 15 km/h, 150 Höhenmeter
H: Los Alemanes (D), 30$, o.Fr.

Um 8:00 Uhr werden wir vor der Pension abgeholt! Das erste Ziel ist eine Kaffeeplantage, wo wir in die Geheimnisse der Kaffeebohne eingewiesen werden. Dann geht´s zum wolkenlos daliegenden Vulkan Poas, der ähnlich wie der Irazú eine tolle Sicht auf einen gerade erst erloschenen Vulkan ermöglicht. Den Nachmittag verbringen wir in den wunderschönen Waterfall Gardens zwischen Schmetterlingsgehege und Kolibrigarten. Besonders die fünf aufeinander folgenden Wasserfälle haben es uns angetan. Auf einem schmalen Weg gehen wir bei atemberaubenden Ausblicken den Flusslauf durch den grünen Dschungel entlang und werden immer wieder von der kalten Gischt abgekühlt. Auf steilen Treppen gelangen wir jeweils an den Fuß der Wasserfälle, die tosend in große Becken stürzen. Unten am letzten Wasserfall angekommen, bringt uns ein Shuttlebus wieder zum Ausgangspunkt. Zurückgekehrt in Alajuela müssen wir uns sputen, bis zum Einbruch der Dunkelheit die letzten 10km bis zu unserer letzten Übernachtungsstätte in Carillos zu schaffen. Hier warten neben Gitti und Kalle auch unsere Radkartons auf uns.
 

23. Tag, Rückflug nach Düsseldorf 

Mit einem Minibus-Taxi für 18$ frühzeitig zum Flughafen. Dort sind nochmals 17$ Ausreisesteuer pro Person zu berappen, bevor wir wieder über Miami und Madrid nach Düsseldorf düsen.


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