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Cubas Osten  -  März 2006

Karte Kuba Ost 2

Etappenplan: (bitte quer ausdrucken)

Tag

 Strecke

Höhenmeter

Kilometer

   1. Tag, Mi.

 Düsseldorf - Holguin

 

Taxi 

   2. Tag, Do.

 Holguin - Guardalavaca

315 m

67 km 

   3. Tag, Fr.

 Guardalavaca Badetag

--     

--       

   4. Tag, Sa.

 Guardalavaca - Rio Cabonico / Rad: - Moa

605 m

Taxi + 70 km

   5. Tag, So.

 Moa - Baracoa

600 m

77 km

   6. Tag, Mo.

 Baracoa - Boca de Yumuri - Baracoa

470 m

64 km

   7. Tag, Di.

 Baracoa - La Farola - Yacabo Abajo

900 m

79 km

   8. Tag, Mi.

 Yacabo Abajo - Guantanamo

400 m

85 km

   9. Tag, Do.

 Guantanamo - Santiago de Cuba

600 m

90 km

 10. Tag, Fr.

 Santiago de Cuba - Chivirico

380 m

82 km

 11. Tag, Sa.

 Chivirico - Marea de Portillo

650 m

100 km

 12. Tag, So.

 Marea de Portillo - Niquero

440 m

93 km

 13. Tag, Mo.

 Niquero - Manzanillo

200 m

74 km

 14. Tag, Di.

 Manzanillo - Bayamo

200 m

76 km

 15. Tag, Mi.

 Bayamo - Holguin Flughafen

130 m

66 km

 

 Gesamthöhe / -strecke = 5,8 Hm/km

5900 m

1024 km


Zum Start der Diashow
bitte ein Foto anklicken

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Etappeninfos:     (bitte quer ausdrucken)

1. Tag: Düsseldorf – Holguin        0m -  0km
Hotel Mirardor de Mayaba (ÜF)    0Höhenmeter -  0Hm

Nach 10 Stunden Flug kommen wir in Havanna an. Dort kurz auftanken und nach einer Stunde geht’s weiter nach Holguin. Nach einer weiteren Flugstunde sind wir am Aeropuerto Frank Pais. Fahren von dort mit einem klapprigen Peugeot 204 Taxi mit beiden Radkartons auf dem Dach die etwa 20km zum Hotel. Viele unbeleuchtete Fahrradfahrer auf der Straße. Den Weg hätten wir im Dunkeln wohl nicht gefunden. Das Hotel ist schön gelegen, die Bungalowzimmer sind ok. Packen schnell alles aus und machen die Räder reisefertig. Als wir dann um 22:00 Uhr duschen wollen, ist das Wasser abgestellt, übrigens passierte uns das kein weiteres Mal auf Kuba.

2. Tag:  Holguin – Guardalavaca  67km -  67km
Club Amigo Guardalavaca (AI)      315Höhenmeter -  315Hm

Morgens ist wieder das Wasser angestellt. Ab 7:00Uhr gibt es ein gutes Frühstück, es dämmert gerade. Wir haben eine schöne Aussicht aus dem Open Air Restaurant. Wir nehmen noch 6 Sandwiches und 4 Flaschen Wasser (je 0,5l) mit, was uns umgerechnet 10,-€ kostet. Dann endlich die ersten Radkilometer. In der ländlichen Gegend fallen uns die vielen einheimischen Radler und Pferdekarren auf. Es fahren auch in Stadtnähe sehr wenig Autos und LKW. Leute reagieren sehr freundlich auf unser „buenos dias“. Die hügelige Landschaft nach Guardalavaca ist sehr schön, wir sehen viele Plantagen und Palmen. Die Straße ist in einem sehr guten Zustand und die seltenen Autos machen einen großen Bogen um uns. Und kommt einmal Gegenverkehr, wird gebremst und hinter uns abgewartet, bis Platz zum Überholen ist! Unterwegs gibt es einige Dörfer mit strohgedeckten Holzhütten und wenige Miniläden für die Bevölkerung. Wir werden hier bezüglich Proviant nicht fündig. Einige Polizeikontrollen können wir mit einem freundlichen Gruß passieren. Etliche „Cowboys“ auf Pferden begegnen uns. Alles in allem eine sehr friedliche und angenehme Stimmung. Die exotische Gegend erinnert uns ein wenig an den  Norden Costa Ricas. Nur liegt hier absolut kein Müll herum und es gibt keine Reklametafeln an den Straßen. Die Namen der am Weg liegenden Ortschaften kann man nur durch die Aufschriften an den Bushaltestellen erkennen. Kurz vor Guardalavaca liegt eine Tankstelle, wo wir unsere Wasservorräte ergänzen (1,5l für 1CUC). Dann erreichen wir unser Hotel, das in eine parkähnliche Anlage mit vielen Palmen eingebettet ist, und nahe zum Strand liegt. Wir zwitschern uns wegen „All Inclusive“ erstmal ein Bier und anschließend einen Cuba Libre. Es wimmelt hier von Kanadiern, für die Kuba das deutsche Mallorca ist. Dann kommt ein Mitarbeiter unseres Reisebüros ins Hotel und teilt uns mit, dass das Hotel auf Cayo Saetia für den nächsten Tag aufgrund eines Staatsbesuchs belegt ist. Wir bekommen stattdessen eine weitere Nacht im Club Amigo und einen Taxitransfer. Da wir nicht sicher sind, ob es in der Nähe der geplanten Unterkunft eine Privatunterkunft finden können, nehmen wir zähneknirschend den Vorschlag an. Dafür genießen wir das gute Abendessen und noch einige Cocktails, bevor wir müde ins Bett fallen.

3. Tag: Guardalavaca                   0km -  67km
Club Amigo Guardalavaca (AI)  0Höhenmeter -  315Hm

Lange geschlafen und bei herrlichem Wetter im tollen Open-Air Restaurant gefrühstückt. Dann erkunden wir den Strand, der mit weißem Sand und kristallklarem Wasser auftrumpft. Leider sind hier so viele Nordamerikaner und Europäer, dass noch kein rechtes Kuba-Feeling in uns aufkommt. Am Strand werden wir von einem jungem Paar angebettelt, was uns außerhalb der Hotelanlage auf der ganzen Reise nicht noch einmal passierte. Den Abend rettet eine kubanische Band mit schöner Lifemusik und der eine oder andere Cocktail aus dem Plastikbecher…

4. Tag: Guardalavaca – Moa  70km -  137km
Hotel Miraflores (ÜF)   605Höhenmeter -  920Hm

Um 9:00Uhr holt uns das Taxi vom Hotel ab, um uns nach Moa zu bringen. Wir wollen aber so viel wie möglich Radfahren, und lassen den Wagen nach zwei Stunden in Rio Carbonico stoppen. Hier trinken wir mit dem perfekt deutsch sprechenden Fahrer noch einen frisch gepressten Zuckerrohrsaft, bevor wir endlich wieder aufs Rad steigen können. Die Strecke nach Moa ist sehr schön und hat fast keinen Verkehr. Wir erfreuen uns an vielen Palmen, schönen Bergen und den einen oder anderen Blick auf eine schöne Bucht. Die Straße ist schön glatt, nur fehlt manchmal ein Stück Asphalt und so müssen wir kurzzeitig auf kurzen Naturstraßen radeln. Moa selbst ist nicht unbedingt ein Touristenziel, aber auch nicht so abstoßend, wie in vielen Führern beschrieben, eben eine Industriestadt. Aber auch hier sind die Kubaner sehr gepflegt und freundlich. In Moa führt uns ein netter Radler zum einzigen Hotel der Gegend, etwas mit dem Charme von einem Plattenbau gesegnet, aber für eine Nacht mehr als ok. Wir trinken erstmal am (leeren) Pool ein leckeres Bier. Dann bestellen wir im tiefgekühlten Restaurant lecker Pollo mit Reis für 4CUC, Extraportion Reis 1CUC, kleiner Salat 1CUC. Alles lecker und gut! Den Durst bekämpfen wir mit Cerveza am Pool und beobachten dabei die vielen kubanischen Paare und Familien, die hier bei sehr lauter Musik den Samstagabend mit den Kindern (!) verbringen. Auch wieder alles friedlich und relaxt. Hier sind wir zum Glück die einzigen Touristen.

5. Tag:  Moa – Baracoa   77km -  214km
Hotel Puerto Santo (ÜF)   600Höhenmeter -  1520Hm

Nach dem Frühstück durchradeln wir die Stadt. Nach Passieren des Hafentanklagers erreichen wir die riesige Nickelmine. Wir sehen große nach Schwefel und Ammoniak riechende Abraumhalden und schwarze Seen mit toten Bäumen. Aus den dicken Schloten der Fabrik quillt dichter, ocker-brauner Rauch, der jedem Umweltaktivisten die Zornesröte ins Gesicht treiben würde. Aber ähnliches haben wir schon in vielen Ländern gesehen, sogar an einer Bleimine in den USA… Und in den Anfängen des Ruhrgebiets war es dort auch nicht viel anders. Das machen wir uns im Vorbeifahren bewusst, anstatt hier den Moralapostel zu geben. Die Landschaft ist zunächst nicht sehr interessant, wird aber von Kilometer zu Kilometer immer schöner. Bald endet der Asphalt und wir rumpeln einige Kilometer auf einer harten Naturstraße weiter. Dafür entschädigt uns die nun sehr schöne palmenreiche Landschaft, die den Nationalpark „Alexander Humboldt“ beherbergt. In einem Dorf bietet sich die Möglichkeit, eine kurze Stichstraße zum Meer zu fahren, wo wir eine schöne Rast machen. Es folgen weitere recht einfache Dörfer, bis wir am tollen Playa Maguana ankommen. Die schöne sichelförmige Bucht ist von Palmen gesäumt und es gibt kaum Leute am Naturstrand. Schon auf dem Weg zum Strand werden wir von Einheimischen angesprochen, die für uns kochen wollen. Wir haben aber keinen Hunger und lassen uns für 0,5 CUC eine frische Kokosnuß köpfen und trinken daraus das leckere Kokoswasser. Die letzten ca. 20km bis Baracoa sind wieder gut asphaltiert und viele Menschen laufen an der Straße entlang. Im schönen Hotel laden wir am guten Buffet die Kalorien wieder auf, bevor wir in der Poolbar einen leckeren Daiquiri-Cocktail schlürfen.

6. Tag: Tagestrip nach Boca de Yumuri  64km -  278km
Hotel Puerto Santo (ÜF)    470Hm -  1990Hm.

Nach dem guten Frühstück radeln wir durch Baracoa, wo das Leben tobt. Hinter dem Abzweig nach Punta de Maisi ist klettern angesagt, denn die Straße führt bergauf. Die dichte grüne Vegetation ist von tausenden Palmen durchsetzt, was richtig toll aussieht. Bald stößt ein Schlepper auf einem Fahrrad zu uns, der uns Essen und eine Bootsfahrt vermitteln möchte. Als wir ihm unser Desinteresse mitteilen, bleibt er freundlich und fährt fröhlich schwatzend bis zum Fluß neben uns her.  Wir setzen uns in die kleine Bar an der Brücke und bestellen einen frischen Kapssalat mit Tomaten, dazu eine kubanische TU-Kola, die richtig gut schmeckt. Eine alte Dame versucht uns Kaffe zu verkaufen und ist traurig, als wir ihr nichts abnehmen. Nebenan wartet ein LKW auf Fracht, die hier nicht aus Material besteht, sondern aus Personen, die sich auf die Ladefläche stellen. Hier fahren mehr LKW als Taxi denn als Transporter! Am Schild „Manglito“ fahren wir auf dem Rückweg die paar Meter zum Meer, wo sich bald einige Anwohner zu uns gesellen. Die jungen Leute versuchen durch den Verkauf von Kakao, Kaffe oder Kokoscreme einige CUC zu verdienen. Wir möchten nichts von alledem und lassen uns einen heißen Kaffee an den Strand bringen. Schließlich wollen wir den Leuten doch noch etwas Gutes tun und kaufen etwas Kaffee und Kakao für 1CUC ab. Als Zugabe freuen sie sich über die bunten Kugelschreiber, die wir als Geschenk mitgebracht haben. Zurück am Hotel beschließen wir, einen Bummel ohne Räder durch Baracoa zu machen. Für den Hinweg nehmen wir ein Bicitaxi, eine Art Rikscha. Ich ringe dem Fahrer die Zusage ab, das Gefährt einmal selbst zu fahren. Meine Premiere als Bicitaxifahrer beginnt mit Schlangenlinien über die gesamte Straßenbreite und endet, nachdem sich einige Radler in Sicherheit bringen mussten, fast vor einem Baum. So schwierig hab ich mir das nicht vorgestellt! Als mir der eigentliche Fahrer einen Tausch anbietet, sage ich sofort ja, wechsle nach hinten und lasse mich lieber kutschieren. Dann schlendern wir durch die Stadt und schauen uns die Geschäfte an. Für wenige kubanische Pesos gibt es Grundnahrungsmittel und Zahnpasta, ansonsten muss man CUC berappen, für die es vom Fernseher über den Kühlschrank bis hin zu Klimaanlagen alles Erdenkliche gibt. Man kann in viele Wohnungen schauen und ist überrascht, wie sauber und ordentlich alles ist.  Im Touri-Cafe an der Kirche fühlen wir uns nicht wirklich wohl und so gehen wir die 2 Kilometer zum Hotel zurück. Überall werden wir unterwegs von den Bewohnern freundlich gegrüßt, die sich auf der Straße oder der Veranda aufhalten. Im Hotel gibt’s wieder lecker Buffet für 10CUC.

7. Tag: Baracoa – Yacabo Abajo  79km -  357km
Campismo Yacabo Abajo (Ü)  900Hm -  2890Hm

Das gute Frühstück wurde nur von einem Deutschen gestört, der sich lautstark darüber aufregte, dass das Gedeck nicht richtig am Tisch lag…  Als Proviant kaufen wir an einem Stand in Baracoa 4 Tomatenbrötchen für 8 kubanische Pesos, das sind etwa 40 Eurocent. Bald erreichen wir ein kurzes knackiges Straßenstück mit etwa 16% Steigung. Die Landschaft ist wunderschön und die Straße gut und glatt. Wir schleichen weiter bergauf durch unzählige Kurven und die Steigung ist nun wieder locker zu bewältigen. Einige LKW quälen sich an uns vorbei und hüllen uns in dicke Rauchwolken. Hier fühlen wir uns ein klein wenig an die tolle „Road to Hana“ auf Hawaii erinnert. Bald haben wir die Passhöhe der „La Farola“ Straße erreicht. Hier oben dominiert nun Nadelwald und die Landschaft sieht nun nicht mehr so karibisch aus. An der Passhöhe gibt es eine Bude mit toller Fernsicht, aber leider keine kalten Getränke. Also geht es gleich weiter mit einigen kleinen Zwischenanstiegen hinunter zum Meer. An einem Haus an der Straße kaufen wir Cucurruchu, eine süße leckere Masse aus Fruchtmus, Kokosfleisch und Zucker. Das ganze ist in ein Hörnchen aus Bananenblättern eingewickelt, kostet ohne Handeln 1CUC (viel zu viel!), ist wohl eine Art kubanischer Powerriegel und schmeckt besser als unser „Bounty“. Nun folgt eine steile Abfahrt, und ein Schild zeigt uns die Anzahl der Unfälle und Toten auf dieser Strecke auf. Die hohe Zahl an Toten und verletzten erklärt sich natürlich aus dem Umstand, dass die vielen klapprigen Gefährte oft mit etlichen Personen überladen sind. Die Landschaft wird mit jedem Kilometer trockener und unten am Meer erwarten uns unzählige riesige Säulenkakteen! Bevor die Straße vom Meer kurz ins Landesinnere abbiegt, erreichen wir ein Restaurantpavillon, das schön offen und von lauem Wind durchströmt ist. 2x Tomatensalat, frittierte Kochbananen (schmecken wie Kartoffeln) Reis mit Bohnen und Hühnchen für 2 Personen sorgen für einen vollen Magen und kosten zusammen 8CUC. Hinter Imisa kommen wir an „unser“ Campismo, eigentlich eine Übernachtungsstätte für Kubaner, aber eine Alternative gibt es hier nicht. Von außen sieht die Anlage gut aus, die aus einigen Ferienhäusern besteht. Innen sind die Häuser sehr sehr einfach ausgestattet, mit Bad, einfachster Küchenzeile und Eisen-Etagenbetten mit fester Matratze. Fensterscheiben gibt es nicht, nur hölzerne Lamellenblenden die nicht Moskitodicht sind. Also bauen wir erstmal unser Moskitonetz über den Betten auf und gehen dann zum Essen auf die Terrasse, wo wir von Angestellten bekocht werden. Am Kiesstrand verbringen wir alleine den Abend bis zum Sonnenuntergang.

8. Tag: Yacabo – Guantanamo  85km -  442km
Vila la Lupe (ÜF)    410Hm -  3300Hm

Ohne Frühstück sind wir schon um 8:00Uhr auf der Straße. Die Landschaft ist hügelig, aber kein Vergleich zu den vergangenen Tagen. Wir begegnen einer Truppe kubanischer Rennfahrer, einige drehen um und wollen uns Ausrüstung abschwatzen. Wir können sie aber mit unseren wenigen Spanischkenntnissen überzeugen, dass wir die Dinge für die Reise selbst noch brauchen. Wir rollen alleine ins trockene Landesinnere auf und ab. Dann erreichen wir am Straßenrand ein militärisches Sperrgebiet der Kubaner, sicheres Zeichen dass wir Guantanamo nicht mehr fern sind. Hier ist Fotografierverbot, aber hier gibt es auch nichts zu knipsen. Bei der Abfahrt auf die riesige Bucht sehen wir in der Ferne die Funkmasten der unrechtmäßig hier stationierten US-Boys. Das am Ende der Bucht am Meer liegende Militärgebiet der Amerikaner kann von einem Hügel aus besichtigt werden, aber wer will das schon? Etwas später rollen wir in Guantanamo ein, das uns etwas marode aber mit viel kolonialem Flair empfängt. Wir fahren kreuz und quer durch die Stadtmitte und dann zum etwas außerhalb, in der Nähe der einsamen Autobahn liegenden Hotel. Uns erwarten einige Ferienhäuser mit großen Zimmern, ein gefüllter Pool und ein gutes Restaurant. Nach dem Essen verbringen wir den Abend bei lauter Musik und kaltem Bier zwischen kubanischen (wohl betuchten) Familien, die sich neugierig mit uns unterhalten. Besonders hat es uns ein kleines Mädchen angetan, das kaum laufen kann, aber beim Tanzen schon kubanisches Feuer erkennen lässt… Dann erleben wir am Pool unseren ersten Stromausfall und genießen die plötzliche Ruhe ohne die lärmende Musik.

9. Tag: Guantanamo – Santiago de Cuba 90km -  532km
Villa Gaviota (ÜF)     600Hm -  3900Hm

Nach gutem Frühstück geht’s gleich auf die vollkommen leere Autobahn. Als uns ein kubanischer Radler überholt, ertönen die schrillen Pfiffe eines Polizeipostens. Sind wir gemeint? Keine Ahnung, also fahren wir weiter. Als wir sehen, dass sich ein Polizeiauto mit Sirene und Blaulicht in Bewegung setzt, kehren wir vorsichtshalber doch um und fahren zur Kontrollstelle auf der Gegenfahrbahn. Aber der Polizist sagt uns überraschend freundlich, das nicht wir gemeint waren sondern der andere Radler. Dieser muß irgendwelche Papiere vorzeigen und darf schließlich weiterfahren. Grinsend überholt er uns wieder mit seinem Eingangrad. Es passiert uns häufig dass die Kubaner kein Problem haben, uns mit 27-Gängen ausgerüsteten Touris auf Chinarädern ohne Schaltung wegzufahren. Dann endet die Autobahn abrupt und geht in eine Landstraße über. Die Landschaft ist immer noch sehr trocken und nur wenig ansehnlicher als gestern. Ab und zu liegen Plantagen am Straßenrand und Zuckerrohrfelder, die noch per Hand abgeerntet werden. Über eine weitere Autobahn erreichen wir Santiago de Cuba, die größte Stadt auf unserer Tour. Unser Stadthotel liegt etwas außerhalb der Stadtmitte an einer villengesäumten Prachtstraße, die von vielen blühenden Bäumen gesäumt ist. Etliche der Villen sind aufwändig restauriert. Die Zimmer des Hotels sind in mehreren Gebäuden untergebracht und unser Zimmer 102  ist sehr ansprechend und vor allem ebenerdig. So können wir wieder einmal die Räder mit aufs Zimmer nehmen. Wir laufen gleich ins Zentrum, das sehr verkehrsreich ist. Vor allem alte LKW dröhnen durch die Straßen und stoßen dabei dicke schwarze Rauchwolken aus. Hier sollte man keine Dieselallergie haben! So freuen wir uns auf die nette Fußgängerzone, wo wir für 5 kubanische Pesos lecker Pizza essen, die aber nicht viel mit dem italienischen Namensvetter gemein hat.  Der Höhepunkt des Zentrums ist der Parque Cespedes mit der schönen Katedrale, dem prunkvollen Café Casagrande und dem Haus von dem Fidel Castro die Revolution ausrief (glaub ich jedenfalls). Santiago hat uns gut gefallen, aber es sind doch etliche schöne Häuser verfallen.

10. Tag: Santiago - Chivirico  82km -  614km
Hotel Los Galeones  (AI)   380Hm -  4280Hm

Heute erwarten uns große Hitze, eine schöne Landschaft und schlechte Straßen. Unterwegs gab es keine Möglichkeiten, einzukaufen. Nachdem wir die Raffinerie von Santiago passiert haben, wird es sofort wieder einsam und in Meeresnähe auch schön. Es gibt hier wenig Strand, dafür Korallenfelsen, die sich vor Urzeiten aus dem Meer gehoben haben. Wir sind früh in dem lebendigen Dorf, und schieben gleich den steilen Hügel der Halbinsel hoch, auf dem 50m über dem Meer unser heutiges Hotel liegt. Das Los Galeones ist eine ruhige kleine Luxusanlage, die mit Abstand beste Unterkunft der Reise. Außer uns sind hier nur einige nette Kanadier, die wie wir den klaren Pool vor palmendurchsetzter exotischer Kulisse genießen. Wir haben Glück, heute ist ein karibischer Abend mit klasse Musikern aus dem Dorf. Ich darf mir Quantanamera wünschen, ein Lied das von einem Mädchen aus Guantanamo handelt. Beim Abspielen der eingängigen Melodie lässt sich die Kombo zu einem fantastischen Gitarrensolo hinreißen, das wir so schnell nicht vergessen werden!

11. Tag: Chivirico – Marea del Portillo 100km -  714km
Hotel Marea del Portillo (AI) . 650Hm -  4930Hm

Vom Zimmer schauen wir uns den tollen Sonnenaufgang an, bevor wir dem landschaftlichen Höhepunkt der Reise entgegenradeln. Die ersten 60km bleibt es relativ flach, bevor es bei La Plata bergig wird. Im Hintergrund drängt die Sierra Maestra dem Meer zu, das höchste Gebirge Kubas. Hier sollen sich Fidel Castro und Ché Guevara zu Beginn der Revolutionsbemühungen versteckt gehalten haben. Die Strecke glänzt mit tollen Aussichten auf die Berge und das Meer. Zusätzlich führt die Straße oft nahe am Wasser entlang. Über den trockenen Flussbetten kreisen etliche Geier mit roten Köpfen. Leider hat die Küstenstraße beim letzten Hurricane stellenweise starken Schaden genommen, ist aber für Radler immer gut zu befahren. Nur im Dunkeln würde ich die Strecke nicht fahren, da stellenweise die halbe Fahrbahn weggeschwemmt wurde und jegliche Absicherung fehlt. An einigen Steilflanken der Berge ist nur noch Schotter vorhanden, der Asphalt ist komplett weggerissen worden aber trotzdem kann man fahren. Hier spritzt jetzt schon die Gischt fast bis auf die Straße, bei Sturm möchte ich hier nicht fahren müssen!  Eine große Brücke ist gesperrt, da der Regen des Hurricanes einen Pfeiler unterspült hat und die ganze Fahrbahn abgesackt ist. Also müssen wir flaches Flüsschen durchquere, was mir nasse Socken einbringt. Die Landschaft ist sehr wild und die Berge rücken immer wieder bis ganz nahe ans Meer. Für uns ist das hier die Traumstraße Kubas. Heute haben wir vielleicht 10 Autos gesehen. Leider haben wir dann das Hotel erreicht, und als wir an der Rezeption die gelben Neckermann-Mappen sehen, wissen wir schon was uns erwartet… Trotzdem ist der Pool ansprechend, aber umgeben von Pauschaltourismus fühlen wir uns mit den zweifarbigen Beinen in unserer Badekleidung nicht sonderlich wohl. Jedenfalls haben einige vollleibige Damen viel Spaß an unserem Strand-Outfit. Leider ist auch diese Anlage nur auf ausländische Pauschalurlauber ausgerichtet und hat mit Kuba nicht viel zu tun.

12. Tag: Marea del Portillo - Niquero 53+40km -  807km
Hotel Niquero (AI)    372+68Hm -  5370Hm

Mit Rückenwind düsen wir in Richtung Pilon. Die Berge weichen zurück und am Meer wachsen nun viele Mangroven. Pilon erwartet uns mit einer schönen Allee aus Oleandersträuchern und hinter dem Ort müssen wir auf 300m ins Landesinnere hochklettern. Oben geht’s wie auf einer Hochebene weiter, es gibt viel Landwirtschaft und etliche Dörfer auf dem Weg. Schließlich rollen wir leicht wellig wieder dem Meer entgegen. Wir durchqueren große Zuckerrohrfelder und kommen dem großen Kamin der Zuckerfabrik von Niquero immer näher. Die Stadt hat viele alte Häuser und die Zuckerfabrik sieht auch nicht gerade vertrauenserweckend aus. Wir beziehen unser Zimmer im einzigen Hotel der Stadt und fahren gleich weiter ohne Gepäck entlang Zuckerrohr-,  Bananen- und Mangoplantagen zum schönen Strand Las Coloradas, wo es ein nettes Campismo gibt, das leider auch ein wenig sturmgeschädigt ist. Unterwegs sieht man viele Häuser, von denen der Sturm nur noch die Fundamente übrig gelassen hat. Eine bedrückende Fahrt durch eine Gegend wo viele Familien alles verloren haben. Hier hat der Hurricane am schlimmsten gewütet.

13. Tag: Niquero – Manzanillo   74km -  881km
Privatunterkunft (ÜF)    200Hm -  5570Hm

Die Strecke ist sehr eintönig aber wenigstens relativ flach. Unterwegs gibt es einige Verpflegungsmöglichkeiten. Das Meer ist nur ab und zu in der Ferne zu erkennen, ansonsten Zuckerrohr so weit das Auge reicht. Wir machen heute ohne viel Pause „Kilometer“ und sind schnell in Manzanillo. Unsere gebuchte Unterkunft, ein einsames Campismo, liegt weit außerhalb und so beschließen wir, in der Stadt eine Unterkunft zu suchen. Das im Reiseführer angegebene Casa Particular ist schon belegt, aber wir werden vom Besitzer an eine andere Unterkunft weitervermittelt. Wir zahlen für ein fensterloses Zimmer 25CUC ohne Frühstück. Den Nachmittag bummeln wir durch die Stadt, wo wir den bewaffneten Sturm auf das Rathaus miterleben. Gott sei Dank sind die Gewehre aus Holz geschnitzt und der Angriff eine Art Vorführung anlässlich eines staatlichen Jahrestages. Was es genau für ein Tag war, konnten wir nicht herausbekommen, es wurden aber am Rande der Menschenmenge Plakate mit Fidels Konterfei hochgehalten. Auch in dieser Stadt, wo sich wohl nur selten ein Tourist verirrt, liegen toll restaurierte Häuser immer wieder neben baufälligen Häusern. Abends werden wir von unseren Gastgebern lecker bekocht und als Überraschung präsentieren sie uns einen perfekt deutsch sprechenden jungen Kubaner, mit dem wir den Abend mit endloser Plauderei verbringen. Die Unterkunft ist ok, aber die alte russische Klimaanlage raubt uns lange dröhnend den Schlaf, bis wir sie endlich abstellen können.

14. Tag: Manzanillo Bayamo  76km -  957km
Villa Bayamo (ÜF)    200Hm -  5770Hm

Nach gutem Frühstück, herzlichen Umarmungen und einigen Küsschen nehmen wir Abschied. Noch ein Foto und los geht´s. Wir kommen am einzigen Hotel der Stadt vorbei, das aber für Kranke aus Venezuela geräumt wurde, die hier im Rahmen des „Plan Milagro“ kostenlos an den Augen operiert werden. Unterwegs passieren wir wieder viele kleine Dörfer. Im Hintergrund sieht man die Ausläufer der Sierra Maestra, ansonsten ist die Strecke recht ereignislos. Bayamo überrascht mit einer modernen Fußgängerzone und einem sehr schönen, schattigen Zentralplatz am Hotel Royalton. Unsere Unterkunft liegt am Stadtrand und hat die besten Tage bereits hinter sich. Etwas trostlos, die Angestellten sind so muffig wie das Ambiente, aber für eine Nacht annehmbar.

15. Tag: Bayamo – Flughafen Holguin 67km -  1024km, 130Hm -  5900Hm

Heute heißt es Abschied nehmen von Cuba.  Die letzte Etappe führt auf fast schnurgerader Straße durch eine topfebene Landschaft. Um 15:30Uhr sind wir am Flughafen, die Maschine geht um 21:30Uhr. Wir verbringen einige Zeit in der vor dem Flughafen liegenden Cafeteria und dann in der Souvenirecke des Flughafens. Hier geht eine sehr schöne Reise zu Ende, die uns neben tollen Landschaften viele sehr freundliche Menschen beschert hat. Eine Erfahrung, die wir nicht missen wollen. Die Menschen waren für uns das Beste an Kuba. Uns hat es so gut gefallen, dass wir auf jeden Fall wiederkommen werden, dann aber in den Westen Kubas.