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Kuba ist ein gutes Land für Radtouren. Schöne exotische Landschaften, aussichtsreiche Küstenstraßen, sehr aufgeschlossene und
freundliche Menschen und eine ausreichende Infrastruktur erwarten den Radler. Kuba ist kein ausgesprochenes Billigland, jedoch bietet es ein recht gutes Preis-/Leistungsverhältnis für deutsche
Touristen. Nepp ist uns auf der ganzen Reise nicht bewusst geworden, übervorteilt wurden wir ebenfalls nicht.
Einreise / Währung
Charterflüge nach Kuba starten von den großen deutschen Flughäfen und auch von Amsterdam und werden u.a. von LTU, Condor und
Martinair durchgeführt. Außerdem fliegt auch die Iberia nach Kuba. Die Flieger landen in Havanna, Varadero und Holguin. Die Flugzeit bis Havanna beträgt ca. 10 Stunden, bei 5-6 Stunden
Zeitverschiebung. Der Weiterflug nach Holguin dauert nochmals 1 Stunde. Bei der Ausreise mußten wir pro Person 25 Pesos (CuC) Gebühr bezahlen.
Zahlungsmittel in Cuba sind zwei verschiedene Währungen, der kubanische Peso und der konvertible Peso (CUC). Der kubanische Peso ist
die einheimische Währung, für die man nur sehr wenig kaufen kann (Obst, Gemüse, Brot, Pizza auf dem Lande). Wir haben pro Woche etwa 100 kubanische Pesos ausgegeben. Der kompatible Peso (CUC) ist die
Touristenwährung, für die man im Lande alles kaufen kann. 1CuC entspricht dem Gegenwert von ca. 1US$. Für 1CUC bekommt man etwa 25 kubanische Pesos. Im Flughafen von Havanna, Varadero und Holguin
sind Wechselstuben eingerichtet. Wir haben ausschließlich Bargeld getauscht und keine Kreditkarten benutzt.
Geografie
Der Westen und der Osten Kubas sind ein von Bergen und weiten Ebenen geprägtes Land. Besonders der Süden der Sierra Maestra
reicht mit fast 2000m hohen Bergen fast bis an Meer. Die Strecken sind oft hügelig aber selten sehr anstrengend. Aber die feuchte Hitze sorgt trotzdem für schweißnasse Kleidung. Oft kann man sich an
schönen Stränden im warmen Meer abkühlen.
Klima / Winde / Regenzeiten
Das Wetter ist besonders in den regenarmen Monaten Januar bis April für eine Radtour geeignet. Der Sommer ist niederschlagsreich,
sehr heiß und feucht. Wir waren im März unterwegs und hatten Maximaltemperaturen zwischen 27°C und 33°C. Mit einzelnen Schauern und einzelnen kühleren Tagen muss gerechnet werden. Wir hatten keine
bedeckten Tage, die wenigen Wolken haben keine Abkühlung gebracht.
Gesundheit
Die Sonne brennt stark vom Himmel, so dass die Haut stets durch Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor geschützt werden sollte (Unbedingt
von Zuhause mitbringen). Impfungen sind nicht erforderlich. Malaria gibt es auf Kuba nicht. Viele Steigungen in Verbindung mit der Hitze erfordern eine gute körperliche Kondition. Wir haben uns
mit Wasser aus Flaschen versorgt, manchmal aber auch “Kraneberger” ohne Probleme getrunken.
Sprache
Viele Einwohner Kubas stammen von Spaniern ab, und so spricht man auf Kuba auch Spanisch. Einige junge Leute sprechen Englisch,
überraschend oft trifft man auch auf sehr gut deutsch sprechende Kubaner.
Übernachten
Auf Kuba gibt es außerhalb der Pauschaltourismus-Orte nur sehr wenige Unterkünfte. Von Staatsseite werden zwar Privatzimmer geduldet,
diese sind aber so hoch besteuert, dass es sich für Vermieter kaum lohnt. Trotzdem kann man in größeren Städten auch ohne Buchung eine sogenannte Casa Particular bekommen. Nur verlassen kann man sich
bei den wenigen Angeboten natürlich darauf nicht. In vielen Städten gibt es nur ein Hotel, sodass es sich aus meiner Sicht sehr lohnt, die Unterkünfte im Voraus bei einem Kuba-Reiseveranstalter zu
buchen! Denn wenn das Hotel z.B. durch eine Reisegruppe belegt ist, kann es bei der Zimmersuche ganz schön eng werden. Dabei wirkt sich die früh eintretende Dunkelheit noch verschärfend aus. Etliche
Hotels waren außerdem im Rahmen des “Plan Milagro” von Kranken aus Venezuela belegt, die auf Kuba kostenlos an den Augen operiert werden.
Verpflegung
Die Möglichkeiten, sich unterwegs mit Reiseproviant zu versorgen sind stark eingeschränkt. In Städten kann man wohl etwas zu
essen bekommen (in Restaurants und morgens/mittags an Straßenständen), aber auf dem Lande gibt es fast nichts zu kaufen. In den Hotels und Privatunterkünften mangelt es fast an nichts. Wir
haben uns dort immer satt gegessen und morgens bei der Abfahrt als Proviant einige belegte Brote und Wasser mitgenommen (gegen Bares!). Man sollte immer, wenn man etwas leckeres zu kaufen entdeckt,
sofort zugreifen. Man weiß nie wann es das nächste mal etwas unterwegs gibt. Ab und zu gab es sogar kleine Restaurants am Weg, die in keinem Führer verzeichnet waren. Wenn einem der Magen knurrt,
kann man durchaus Einheimische ansprechen, die einen gerne zuhause bekochen. Wir sind diesbezüglich mehrmals angesprochen worden. Auf diese Weise ergeben sich natürlich überraschende Kontakte, wenn
man genügend Zeitreserven hat.
Rad und Ausrüstung
Da sich Fahrten bei Dunkelheit verbieten, kann die Beleuchtung daheim bleiben. Die Kubaner fahren aber mit Vorliebe auch nachts ohne
jegliche Beleuchtung. Als Transportschutz hatten wir pro Rad einen großen Karton dabei, den wir in unserem ersten Hotel stehen ließen. Die Reifen sollten mindestens 32mm breit sein, da es auf wenigen
Abschnitten über Schotter- oder Naturpisten geht. Aufgrund vorkommender Moskitos ist die Mitnahme eines Moskitonetzes mit Boden sinnvoll, das man mit Schnüren über dem Bett befestigt.
Straßen und Verkehr, Transport
Die Straßen waren vielfach sehr gut und außerhalb der Städte auch sehr wenig befahren. Viele Kubaner fahren auch außerhalb der Städte
und Dörfer mit dem Rad, so dass man oft in Begleitung fährt. Es war sehr wenig LKW-Schwerverkehr vorhanden und die seltenen Autos machten einen großen Bogen um uns. Ausweichmöglichkeiten auf Bus und
Bahn sind aufgrund der wenigen Strecken und der seltenen Abfahrten nicht einfach zu organisieren.
Reiseführer und Karten
Wir hatten für Vorbereitung und unterwegs zwei Führer: Cuba, Reise Know-How Verlag, gut und aktuell für eine Vielzahl von
Informationen. Die wenigen Lücken und radlerspezifischen Infos deckt der unentbehrliche und mehr auf Low-Budget-Touristen ausgerichtete Führer “Cycling Cuba” aus dem Lonly Planet Verlag
ab (in Englisch). Hier sind auch etliche Verpflegungsmöglichkeiten unterwegs verzeichnet, die besonders für hungrige Radler interessant sind. Als Zugabe gibts noch Streckenvorschläge mit
Höhenschnitten. Aus meiner Sicht ist man mit beiden Führern ausreichend ausgestattet, jeder Führer für sich wäre für eine individuelle Radreise etwas zu mager!
Als Karte hatten wir das neue Werk der “World Mapping” Serie des Reise Know-How-Verlags dabei und wir waren damit
sehr zufrieden.
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