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China - Sichuan (ex Tibet)  -  Mai / Juni 2010

Karte-China

  Tag

 Strecke (ohne Pausentage)

Höhenmeter

Kilometer

   1. Tag

 Lijiang (2400m) - Daju (1780m)

 1350

98

   2. Tag

 Daju - Ha Ba (2700m)

 1700

60

   3. Tag

 Rundtour Ha Ba

300

12

   4. Tag

 Ha Ba - Baishuitai (2550m)

350

29

   5. Tag

 Baishuitai - Zhongdian (3320m)

2250

101

   6. Tag

 Rundtour Zhongdian

300

42

   7. Tag

 Zhongdian - Freilandcamping(3100m)

1600

103

   8. Tag

 Camping - Xiangcheng (2700m)

450(1800)

15(115)

   9. Tag

 Xiancheng - Sumdo (3950m)

2150

82

 10. Tag

 Sumdo - Ya Ding (3800m)

2050

140

 11. Tag

 Ya Ding - Sumdo (3950m)

450

35

 12. Tag

 Sumdo - Litang (4100m)

1500

125

 13. Tag

 Litang - Yaijang (2600m)

2050

135

 14. Tag

 Yaijang - Xinduquiao (3450m)

1950

77

 15. Tag

 Xinduquiao - Tagong (3800m)

400

41

 16. Tag

 Tagong - Dawu (3000m)

1150

72

 17. Tag

 Dawu - Jiaju (2150m)

1050

91

 18. Tag

 Jiaju - Luding (1300m)

1100

148

 19. Tag

 Luding - Pandapark Bifengxia

 1200

121

 20. Tag

 Pandapark - Richtung Chengdu

450

70

 

 Gesamthöhe / -strecke = 15 Hm/km

23.800 Hm

1600 km

Das Höhenprofil der Reise

China Sichuan-Tibet 005

Zum Start der Diashow bitte auf das Bild klicken!

China-Sichuan-Tibet-058Klicken: Zur FotogalerieChina-Sichuan-Tibet-058

Allgemeine Infos und Etappen:  (bitte quer ausdrucken)

Warum gerade Tibet?
Wir hatten Tibet aufgrund der landschaftlichen Schönheit und interessanten Kultur schon seit langem auf unserer Liste der Wunschziele, die nähere Berücksichtigung als akutes Reiseziel jedoch aufgrund der mutmaßlich schwierigen Reiseumstände (Straßen über 4000m Höhe, Sprache, Verpflegung, Straßenzustand, Übernachtung, ...) noch nicht näher in Betracht gezogen. Viele tolle Bilder, die wir gesehen haben, ließen uns immer wieder an diesen äußersten Westen Chinas denken. Schließlich zeigten uns unsere Freunde aus den Niederlanden Fotos einer Radtour durch Westchina. Damit rückte Tibet auf unserer Liste endgültig weit nach oben, nun aber mit dem neu erkannten Problem der Nichteignung für Individualreisende: Leider ließ China zur fraglichen Zeit nur mit einem bestimmten Permit ausgestattete Gruppen in die autonome Zone Tibet. Daher entschlossen wir uns zu einer Reise durch Sichuan, das ehemaliges tibetisches Terrain ist, mit einer niederländischen Reisegruppe (Vlieg en Fiets).

 

Die Vorbereitung
Nach der Buchung kamen dann Zweifel auf, ob der Entschluss grundsätzlich wohl richtig war. Insbesondere die klimatischen Bedingungen auf Höhen von fast 5000m machten uns einiges Kopfzerbrechen. Obwohl wir durch tausende Radkilometer pro Jahr und regelmäßiges Ausdauertraining recht fit für unser Alter (ca. 50 Jahre) waren, machte uns die erwartete und vor allem unbekannte Höhenwirkung schon etwas Sorgen. Parallel zur sportlichen Vorbereitung checkten wir dann besonders penibel unsere Räder, in der Gewissheit, in Westchina keine Ersatzteile kaufen zu können. Da die Räder aber regelmäßig von uns gewartet werden, waren hier aber keine Besonderheiten notwendig. Einzig bei den Reifen wussten wir lange nicht, welchen Typ wir aufziehen sollten. Wir entschieden uns diesmal gegen den langjährig bewährten Continental Contact in 32er Breite, der -jeweils neu aufgezogen- alle unsere Reisen der letzten Jahre schadlos überstanden hat. Da keine Aussagen zu den Straßenzuständen vorlagen wählten wir stattdessen den Schwalbe Extreme in 37er Breite.

In Bezug auf die Ausrüstung brauchten wir uns auch nicht viele Gedanken zu machen, da wir auf unsere “normale” und bewährte Ausrüstung vertrauten. Wir legten jedoch besonderen Wert auf leichte Ausrüstungs- und Kleidungsstücke, um den Übergepäcktarif möglichst klein zu halten. Außerdem beachteten wir, dass wir genügend Akkus und Batterien für Handy, Kameras und Leuchten mitnahmen, da ja nicht jeden Tag mit funktionierender Stromversorgung gerechnet werden konnte. Neben den üblichen Wasserentkeimungstabletten kauften wir uns speziell für diese Reise einen batteriebetrieben Wasserentkeimer, der mit UV-Licht funktioniert. Diesen “Steripen” nutzten wir häufig, wenn wir dem abgekochten Wasser kein Vertrauen schenkten (Leitungswasser ist teils Wasser aus unsicheren Brunnen, Flüssen oder Bächen, das sogar unsere chinesischen Begleiter nicht ohne Aufbereitung getrunken haben).

Schließlich ließen wir unsere Hepatitis, Tollwut- und Typhusimpfung noch auffrischen. In die Reisetasche kamen zusätzlich zum normalen Fernreise-Umfang noch ein Mittel gegen Höhenkrankheit (Diamox) und eine Menge Kopfschmerztabletten.

 

Die Erfahrungen
Die Reise war wesentlich zivilisierter als angenommen. Sichuan machte einen sehr guten und intakten Eindruck auf uns. Die Tour war landschaftlich sehr abwechlungsreich aber auf dem Rad ziemlich anstrengend, was nicht nur der Höhe sondern auch der Streckenlänge und Topografie geschuldet war.

Sprache
Außerhalb der Großstädte wird kein Englisch gesprochen. Manchmal können Jugendliche ein paar Brocken. Vorbereitete selbsterstellte Karteikarten mit Standardsätzen in chinesischen Schriftzeichen können in vielen Situationen helfen. Ansonsten ist das “Wörterbuch ohne Wörter” von Langenscheid hilfreich

Menschen:
Sehr freundlich und aufgeschlossen. Wir wurden nicht belästigt und auch nicht angebettelt. Die Kinder sind sehr lieb und zurückhaltend. Die Leute in den Dörfern sind überraschend gut gekleidet, vielfach tragen die Frauen noch schöne Trachten. Die Tibeter sehen mehr wie mittel-/südamerikanische Indios aus, als nach Chinesen. Die Leute sind bestimmt arm, aber Elend haben wir nicht gesehen.

Dörfer und Städte:
Sie waren überwiegend sauber und “in Schuss”. Es lagen viele schöne Dörfer am Weg, die ihren typischen Charakter erhalten haben. Dabei wechselten die Baustile mehrfach im Verlauf der Reise. Die Läden waren voller Waren, es gab viele Restaurants, trinkbares Bier und gutes Essen. Die Unterkünfte waren überwiegend minimalistisch, aber die Betten stets sauber, ziemlich fest und fast immer mit einer elektrischen Heizdecke versehen. Einzig die Toiletten waren teilweise eine Zumutung. Mehrfach waren nur Rinnen oder Bodenschlitze ohne Wasserspülung vorhanden. In Hotels oder Guesthouses sind französische Stehklos verbreitet. Wild zelten erschien aufgrund der einsamen und weiten, einsamen Landschaften gut möglich.

Landschaften:
Schöne Berglandschaften. An Anfang der Reise gabs Wald bis 4500m Höhe und unzählige blühende Rododendren. Dann ging es weiter in die Berge hinein, was mit einem Wechsel der Landschaften zu kahlen Hängen einherging. Zwischendrin mal einge felsige und steile Berge, die aber die Ausnahme waren. Nur wenige Berge tragen Schneekappen oder Gletscher. Die Schneegrenze lag bei etwa 4700m. Bei der Abfahrt in ins flache Land nach Chengdu fuhren wir über 200km leicht bergab durch gewaltige Schluchten und dann schließlich noch ein Stück durch schönen tropischen Regenwald.

Verpflegung
Selten Bäckereien mit festem Brot oder gar Baguette. Verhungern kann man in China  nur, wenn man für die einsamen Überlandstrecken nicht vorsorgt.

Gefahren, restriktive Reisegebiete
Aus unserer Sicht gibt es keine spezifischen Gefahren, Chinas Westen empfanden wir als sehr sicher. Viele kleinere Straßenköter, die aber friedlicher sind als in unseren Breiten. Nur angekettete Exemplare bellen. Etwas mutigere Exemplare duckten sich gleich weg, wenn man einen Steinwurf andeutete.

Das Rad
Die Straßen waren überwiegend annehmbar bis sehr gut. Trotzdem würden wir für die Tour ein Mountainbike mit breiten Reifen und Federgabel empfehlen, da die wenigen schlechten Strecken dann auch wirklich katastrophal waren und wir dort mit unseren schmalen 6bar-Reifen mehr “Bullriding” machten, als Rad zu fahren. Pannen hatten wir keine, es liegt fast kein Glas auf den Straßen.

Straßen und Verkehr, Transport
Es wird (noch) langsam gefahren. Chinesen fahren sehr rücksichtsvoll. Hauptdurchgangsstraßen in den großen Städten sehr voll und laut, Nebenstrecken über Land dagegen meistens sehr einsam! Leider hupen die LKW und PKW unentwegt und sehr laut, was insbesondere in den Städten schon mal nervt. Hupen ist nicht ein Ausdruck von Agression, wie oft in Deutschland, sondern wohl so eine Art Freizeitbeschäftigung. Auf den Überlandstraßen Richtung Tibet fahren immer wieder Militärkonvois mit hunderten von Fahrzeugen, die aber ebenfalls Rücksicht auf uns genommen haben. Trotzdem ist es besser, eine Rast einzulegen und den Konvoi passieren zu lassen. Bis auf wenige Ausnahmen, meist längere Baustellen, waren die Straßen mit dem Rad gut befahrbar.  Verfahren kann man sich aufgrund des dünnen Straßennetzes auch fast nicht. In großen Städte wie Chengdu haben es die Verkehrsplaner fast geschafft, Fahrräder von den Hauptstraßen zu verdrängen. Es macht zwar keinen großen Spaß, sich stundenlang durch Häuserschluchten zu bewegen, aber möglich ist es allemal. Um durch die fremden grösseren Städte zu navigieren hatten sich die GPS-Geräte einiger Reiseteilnehmer sehr bewährt. Die Steigungen waren meistens zwischen 7 und 9%. Nur selten und auf kurzen Teilstücken ging es mal bis 12% hoch. Dafür waren aber die Etappenlängen, Höhenmeter und die absolute Höhe sehr extrem. Wir hatten Etapen mit über 2000 Höhenmetern bei 140 Kilometern, die uns bis auf über 4700m Höhe führten! Da wir uns aber in der ersten Woche langsam von etwa 2400m Stück für Stück hochtasteten, hatten wir mit der Höhe keine besonderen Probleme. Nur ging alles etwas langsamer als auf Meeresniveau.

Die Reisegruppe:

Es war unsere erste Radreise mit einer Gruppe und wir waren von den anderen Teilnehmern (außer uns noch 13 sehr nette Niederländer) positiv überrascht. Einzig die vielen Pausentage (insgesamt 8) fanden wir nicht so schön, wir wären lieber mehr geradelt. Alles war sehr relaxt und man fuhr selten gemeinsam im Pulk. Meistens verteilten sich die Radler über viele Kilometer sodass man oft allein war. Angenehm auch, dass man sich nicht um Pausensnacks usw. kümmern musste. Wenn man an die Pausenstellen kam, war alles vorbereitet. Auch hätten wir wohl einige der schönen Unterkünfte alleine nicht gefunden. Trotzdem werden für uns Gruppenreisen die absolute Ausnahme bleiben und den wenigen Ländern vorbehalten sein, die man mit max. 3-4 Wochen Urlaub am Stück allein nur schwer logistisch erradeln kann. Auch ist man allein reisend viel flexibler in Bezug auf Routenvariation und Pausen-/Ruhetagsgestaltung.

 

 

Die Etappen:

 

1.  und 2. Tag: Flug Amsterdam - Chengdu, Aufenthalt Chengdu
Beim Flug tolle Aussicht auf das Himalaya-Gebirge. Chengdu ist eine riesige Stadt mit unendlich langen Neubau- Hochhaussiedlungen. Vertreiben uns die Zeit bis zum Weiterflug im Manjushri Tempel. Sehr viele Elektromofas auf den Straßen.

Flug Chengdu - Lijiang
Wir kommen nachts in der wunderschön beleuchteten Altstadt von Lijiang an. Zu müde, um die Stadt noch zu erkunden

3. Tag: Aufenthalt Lijiang, Unterkunft: Swiss Snow Inn
In den harten Betten gut geschlafen. Nach dem Frühstück die Fahrräder ausgepackt und startklar gemacht. Dann langer Bummel durch die wunderschöne Altstadt (Weltkulturerbe). Sehenswerter Markt und Tanzveranstaltung auf dem Hauptplatz. Idyllische Restaurants am Bach. Abends mit der Gruppe in eine folkloristische autentische Musikveranstaltung (alte chinesische Musik). Dann Fotobummel durch die toll beleuchtete Altstadt.

4.  Tag:  Radtour Lijiang (2400m) - Daju (1780m)
98 km - 1350 Höhenmeter - Fahrzeit 6 Std. - Guesthouse
Höhenprofil: 2400m - 3040m - 2850m - 3260m - 1780m
Erst im Pulk GPS-geführt durch die Stadt. Verkehr recht radlerfreundlich. Schönes Tal neben steilen vergletscherten Bergen hoch. Nette Dörfer liegen an der Strecke. Nach dem letzten Pass gehts 32km bergab auf neuem Asphalt und dann nochmals 4km Schotterpiste bis zum Dorf.

5. Tag:  Radtour Daju (1780m) - Ha Ba (2700m)
60 km - 1700 Höhenmeter - Fahrzeit 6 Std. - Guesthouse
Höhenprofil: 1780m - 1600m - 2000m - 2900m - 2700m
Auf Schotter zum Jangtse-Ufer. Fluß liegt tief unterhalb der Abbruchkante. Tragen Räder und Ausrüstung auf einem steilen und sehr schmalen Trampelpfad hinunter zum Ufer. Dort kleine Fähre zur anderen Flussseite. Drüben müssen wir den Hang wieder die Räder hochschleppen. Dann auf losem Schotter in die Schlucht hinein, leider die ganzen 12km bis zum kleinen Restaurant (2000m hoch) eine einzige Baustelle. Da wir durch den Weg zur Fähre viel Zeit verloren haben, müssen wir zurück, um das heutige Zeil noch zu erreichen. Ab dem Abzweig endlich wieder Asphalt bis auf 2900m. Viel Wald bis auf über 3500m Höhe. Hinter dem Pass Aussicht auf wilde Berge und schöne Reisterrassen.

6. Tag:  Ruhetag, Radtour um Ha Ba (2700m)
12 km - 300 Höhenmeter - Guesthouse

7. Tag:  Radtour Ha Ba (2700m) - Baishuitai (2550m)
29 km - 350 Höhenmeter - Fahrzeit 2 Std. - Guesthouse
Höhenprofil: 2700m - 2900m - 2600m
Unterwegs viele Felder, Landschaft nicht mehr ganz so schroff. Gusthouse: Na ja. WC: Verdienen den Namen nicht! Nach dem Mittagessen Spaziergang zu den tollen Kalkterrassen.

8. Tag:  Radtour Baishuitai (2550m) - Zhongdian (3320m)
101 km - 2250 Höhenmeter - Fahrzeit 8 Std. - Hotel Huan Ying
Höhenprofil: 2550m - 3100m - 2800m - 3600m - 2800m - 3750m
Sehr anstrengende Tour Über mehrere Pässe. Wald bis 4500m Höhe, Gegend nicht sehr spektakulär. Zhongdian ziemlich groß, wird auch Shangri La genannt. Altstadt sehr touristisch! Schönes Hotel, innen kpl. mit Schnitzereien verziert.

9. Tag:  Ruhetag Zhongdian
Besuch des großen Tempels, der etwas außerhalb liegt. Der Tempel ist ziemlich abgegammelt, wird aber in Teilen neu aufgebaut. Den Nachmittag verbringen wir in der Stadt.

10. Tag:  Ruhetag, Radtour in der Umgebung von Zhongdian
42 km - 300 Höhenmeter - Fahrzeit 3 Std.
Nahe der Stadt liegt ein großes topfebenes Hochtal mit einem See und schönen alten Dörfern sowie verschneiten Bergen ringsum. Nett für eine kurze Genußtour. Abends in ein tibetisches Restaurant in der Altstadt. 

11 Tag:  Radtour Zhongdian (3320m) - unbek. Dorf (3100m)
103 km - 1600 Höhenmeter - Fahrzeit 7 Std. - Freies Camping
Höhenprofil: 3320m - 3600m - 2850m - 3950m - 3100m
Auf relativ flacher Strecke bis auf 3600m hoch, um dann gleich wieder weit auf Asphalt hinunter zu fahren. In Kehren bis max 8% auf einen recht unscheinbaren Paß. Aber bei der Abfahrt öffnet sich ein tolles Tal mit Blick auf wilde Felsenberge, die steil aufgerichtet sind. Lange spektakuläre Abfahrt ins Tal, wo wir auf einer Wiese zelten.

12. Tag:  Radtour Zeltwiese (3100m) - Xiangcheng (2700m)
15km (115 km) - 450 Hm (1800 Höhenmeter) - Hotel
Nachts hat es geregnet, und auch tagsüber regnet es beständig. Die Straße ist heute katastrophal, Steine in allen Größen liegen in glitschigem Lehm. Nach 15 Kilometern geben wir entnervt auf und fahren im Bus weiter. Gute Entscheidung, denn selbst die anderen haben mit ihren Mountainbikes Probleme! Nach etwa 33 km ist die Passhöhe mit ca. 4400m erreicht. Ab hier trocken, aber der Schotter ist hier mit 5cm Feinstaub bedeckt, der das Radeln zur Qual macht. Die 115 km bis zum Hotel schaffen nur 3 von 15 Radlern!

13. Tag:  Radtour Xiangcheng (2700m) - Sumdo (3950m)
82 km - 2150 Höhenmeter - Fahrzeit 7 Std. - Hotel
Höhenprofil: 2700m - 4708m - 3950m
Zunächst auf Asphalt Auf und Ab am Fluss entlang. Dann zieht die Steigung an und führt fast in einem einzigen Stück bei 6-8% hoch zum höchsten Pass der Tour. Unterwegs passieren wir eine schöne Schlucht. Dann weitet sich die Landschaft und zeigt runde kahle Buckel. Der Wald ist plötzlich verschwunden. Kurz vor der Passhöhe beginnt eine gute Piste. 6° Kälte und stürmischer Wind machen es uns auf den letzten Metern schwer. Bei der schönen Abfahrt geht die Piste in buckeligen Asphalt über. Unten nettes Dorf. Häuser nun nicht mehr weiss sondern dunkel und schön verziert. Übernachten für 8€ p.P. in neuem Motel.

14. Tag:  Radtour Sumdo (3950m) - Ya Ding (3800m)
140 km - 2050 Höhenmeter - Fahrzeit 9 Std. - Guesthouse Blue Moon Valley Village
Höhenprofil: 3950m - 3790m - 4510m - 3020m - 4150m - 3800m
Zunächst lange flache Abfahrt auf Asphalt zwischen kahlen Bergen hindurch, die uns ein wenig an Neuseelands Süden erinnern. Dann recht einfache Auffahrt auf den ersten Pass (4510m), der leider ein Stück fiesen Schotter aufweist. Dann endlose Abfahrt mit wechselnder Kulisse entlang vieler Dörfer. Dann erreichen wir das Info-Büro des Nationalparks. Ab hier stetig bergauf auf vielen Serpentinen unterhalb einer schönen Dolomitenkulisse. Unterwegs tolle Aussichten auf die Berge und die unten liegenden Täler. Nach einem Aussichtspunkt folgt Traumstraße mit Blick auf felsige Schneeberge, die im Nationalpark liegen. Auch hier noch mehrfach Auf und Ab, bevor die Strasse dann ins Tal abfällt. Die Unterkunft ähnelt einer Baracke, die Toiletten sind Schlitze im Boden über einem Hang...

15. Tag:  Ruhetag - Wanderung zum Yang Maiyong
Zuerst 3km zum Nationalparkeingang gewandert, von dort mit Touristenvehikel ca. 8km durchs Tal bis zum Aussichtspunkt auf den fast 6000m hohen Yang Maiyong gefahren, der stark vergletschert steiler als das Matterhorn in den Himmel ragt. Traumhafte Kulisse!! Wandern am Bach entlang auf den tollen Berg zu, bis uns Felsen den Weg versperren. Auf dem Rückweg noch zu einem schönen See, der unterhalb eines Bergriesen liegt und uns sehr an den Lake Louise in den Rocky Mountains erinnert. Sehr lohnenswerter Ausflug!

16. Tag:  Ya Ding (3800m) - Sumdo (3950m)
35 km (140km) - 450 (2050) Höhenmeter - Fahrzeit 2 Std. - Guesthouse
Höhenprofil: 3800m - 4150m
Heute auf gleichem Weg zurück nach Sumdo. Wir fahren alle nur den schönsten Teil der Strecke bis zum Info-Büro des Nationalparks zurück. Von dort aus alle mit dem Bus zum Hotel, wo Radpflege angesagt ist.

17. Tag:  Radtour Sumdo (3950m) - Litang (4100m)
125 km - 1500 Höhenmeter - Fahrzeit 7 Std. - Stadthotel
Höhenprofil: 3900m - 4650m - 4400m - 4700m - 3800m - 4250m - 4100m
Heute regnet es wieder. Strecke führt durch unwirtliche Hochtäler. Kilometerlang an einem überdimensionalen Bachbett mit riesigen Steinen entlang. Ganze Strecke sehr einsam und fast keine Autos auf dem schmalen Asphaltband. So würde ich mir einige Bereiche auf Island oder in Schottlands Norden vorstellen. Litang ist die zweithöchste Stadt der Welt.

18. Tag:  Ruhetag Litang
Heute in Ruhe das sehr schöne Kloster von Litang besichtigt. Die Mönche sind hier sehr aufgeschlossen, wir dürfen alles ohne Beschränkung fotografieren! Da einige Teile restauriert werden, kann man sich gut ein Bild davon machen, was an Arbeit in solch einem Prachtbau steckt, der 600 Mönchen eine Heimat bietet. Nachmittags Bummel durch die sehr untouristische Stadt und über den überdachten Markt.

19. Tag:  Radtour Litang (4100m) - Yajiang (2600m)
135 km - 2050 Höhenmeter - Fahrzeit 9,5 Std. - Hotel
Höhenprofil: 5 Pässe um 4500m, der letzte ca. 4700m hoch, Abfahrt auf 2600m
Der Regen der letzten Nacht war doch Schnee, denn die Berge rundum Litang sind weiss! Bei 2°C fahren wir durch schöne kahle Landschaften immer ber 4000m über sechs Pässe. Sehr anstrengende Tour, die zum Ende hin noch einen 4700er Pass bereithält.

20. Tag:  Radtour Yajiang (2600m) - Xinduquiao (3450m)
77 km - 1950 Höhenmeter - Fahrzeit 6 Std. - Guesthouse
Höhenprofil: 2600m - 4450m - 3450m
Durch eine schöne Schlucht gehts erstmal lange bergauf. Der Regen geht in leichten Schneefall über, was uns zusätzlich langsamer macht. Riesige Militärkolonnen begleiten uns, aber die Fahrer sind allesamt sehr Rücksichtsvoll und gefährden uns nicht. Unterwegs zum ersten Mal dreckige Straßendörfer mit Schlammstraßen. Es zeigen sich nun die ersten Schriften in den Bergen.

21. Tag:  Ruhetag Xinduquiao (3450m)
Kurze Wanderung auf den “Hausberg” und durch die Stadt, die durch viele schmiedeeiserne Fenster/Türen und stark verzierte Häuser auffällt, ansonsten aber nichts Außergewöhliches hat.

22. Tag:  Radtour Xinduquiao (3450m) - Tagong (3800m)
41 km - 400 Höhenmeter - Fahrzeit 2 Std. - Hotel
Höhenprofil: 3450m - 3800m
Flach steigend durch ein schönes Tal, leider einige Zeit auf Piste, da hier wieder eine lange Baustelle ist. Tagong ist ein etwas heruntergekommener kleiner Ort, mit vielen Tourishops für Chinesen. Es gibt mehrere Klöster in der Gegend und ganze Berghänge sind mit tausenden wild flatternden Fahnen verziert. Klettern auf den Hausberg, von dem man eine tolle Aussicht auf ein beeindruckendes Kloster vor verschneiten Bergen hat. Leider müssen wir hier nachträglich 10Y “Eintritt” berappen.

23. Tag:  Radtour Tagong (1780m) - Dawu (3000m)
72 km - 1150 Höhenmeter - Fahrzeit 5 Std. - Hotel
Höhenprofil: 3800m - 3450m - 4050m - 3000m
Die nächsten 30km fahren wir auf guter Baustellenpiste, die aber später sehr schlecht wird. Die nette Landschaft wird uns langsam etwas langweilig. Der Pass liegt auf einer Hochebene. Bis dahin schlucken wir unvorstellbar viel Staub, der von den vielen LKW aufgewirbelt wird. Die Abfahrtbeginnt wieder mit kilometerlangem Schotter und tiefem Staub, sodass wir bald genervt den Bus in Anspruch nehmen. Dawu selbst ist eine stinknormale Stadt ohne Sehenswürdigkeiten, wenn man mal vom Olympiastadion absieht. Der lange Abzweig hierhin lohnt auf keinen Fall!

24. Tag:  Radtour Dawu (3000m) - Jiaju (2150m)
91 km - 1050 Höhenmeter - Fahrzeit 5,5 Std. - Guesthouse
Höhenprofil: 3000m - 3700m - 1700m - 2150m
Die Schotterpiste überbrücken wir alle gerne im Bus. Dann gleich 15km bergauf zu einem Pass mit sehr schöner Aussicht auf Berge, die eine weiße Kappe tragen. Die Straße ist wieder besser. Nach einigen Kilometern tauchen wir in eine gigantische Schlucht ein, die mit ihren fast senkrechten Felsen ein wenig bedrohlich aussieht. Neben der Straße rauscht ein wilder weiß schäumender Bach. Mit jedem Kilometer werden die Berghänge grüner und der Bach reißender. Wunderschöner landschaftlicher Kontrast zu den kahlen Bergen der letzten Tage. Es geht nach Danba und dort zweigen wir links ab in ein gigantisches Flusstal wo sich die Berghänge weit über 2000m über den Fluss erheben. Nun müssen wir auf einer Nebenstraße noch 550m in die Höhe kurbeln, um nach Jiaju zu gelangen, dem angeblich schönsten chinesischen Dorf. Das Dorf mit seinen ungewöhnlichen Häusern liegt schön verteilt am Hang mit wunderschöner Aussicht auf den tief liegenden Fluss.

25. Tag:  Radtour Jiaju (2150m) - Luding (1300m)
148 km - 1100 Höhenmeter - Fahrzeit 7,5 Std. - Hotel
Höhenprofil: 2150m - 1700m - 1300m
Erst wieder runter nach Danba und dann am brodelnden Fluss Dadu He entlang ganz leicht bergab durch eine tolle dramatische und scheinbar endlose Schlucht. Leider wird die Strecke in einigen Jahren so nicht mehr befahrbar sein, da momentan die ersten Straßenabschnitte weit nach oben verlegt werden und an etlichen Stellen Bauarbeiten für einen großen Staudamm im Gange sind. Unterwegs einige kilometerlange Tunnel, die aber ohne Verkehr, breit und beleuchtet sind. Kurz vor Luding noch ein gigantisches Staudammbauwerk.

26. Tag:  Radtour Luding (1300m) - Pandapark Bifengxia
121 km - Fahrzeit 6 Std. - Guesthouse im Park
Im Regen über den 2300m hohen Pass und dann auf kurvenreicher Strecke durch tropischen Regenwald hinunter. Der Verkehr ist hier stärker als auf der ganzen zurückliegenden Strecke, war aber ungefährlich. Bananen, Farne und kleine Palmen wachsen am Wegesrand. Dann einige kilometerlange Straßenstädte mit unzähligen Werkstätten. Die Städte sehen hier dreckig und heruntergekommen aus. In Ya´An biegen wir ab zum Pandapark, der wieder etliche Höhenmeter oberhalb der Stadt liegt.

27. Tag:  Radtour Pandapark - Richtung Chengdu
70 km - 450 Höhenmeter - Fahrzeit 4 Std. - Hotel
Zuerst die etwas lieblose Panda-Aufzucht angesehen. Trotzdem waren die Pandas sehenswert. Der letzte Tag auf dem Rad führt uns dann in Richtung Chengdu. Auf einer ruhigen Nebenstrecke kommen wir zu wunderschönen alten Dörfern mit Holzhäusern, die nun sehr chinesisch und nicht mehr tibetanisch aussehen. Durch Regenwald und entlang giftgrüner Reisfelder geht es auf guter Straße weiter. Den Abend verbringen wir damit, die Räder zu verpacken. Morgen gehts zurück nach Amsterdam.