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Unsere Reise durch Japan war geprägt von extremen Kontrasten. Einerseits schöne einsame Landschaften aber andererseits auch
stundenlange Fahrten durch öde und langweilige Städte in dichtem Verkehr. Die Menschen waren extrem zurückhaltend und würdigten uns oft keines Blickes. Die Fröhlichkeit, Offenheit und Herzlichkeit,
die in vielen anderen asiatischen Ländern allgegenwärtig ist, fanden wir hier nicht. Einige Eigenarten der Japaner nerven extrem. Wir haben wenig gefunden was wir als “außergewöhnlich
lohnenswert” für eine Radreise empfunden haben. Gemütliche Einkehrmöglichkeiten gibts fast nicht. Eine Reise durch Japan ist m. E. zwar sehr interessant, aber keine wirkliche Genußtour fürs
Herz und für die Seele. Nach 10 Tagen wußten wir bereits, dass wir unsere fürs kommende Jahr geplante Reise durch den Süden Japans nicht mehr machen werden. Ich denke, dass man für Japan viel Zeit
und Muße mitbringen muß, wenn man in das Land eintauchen möchte.
Eindrücke quer Beet:
Berge steil und zerklüftet, bis ins Tal dicht zugewuchert, kaum Bebauung an den Hängen Man hat oft den Eindruck, in einem
kommunistischen Staat zu sein, wo man alles kaufen kann Der Japaner scheint alles zu kopieren, vieles erkennt man sofort wieder... Überall Regelungen und Vorschriften auf naiv gezeichneten
Schildern Regelmäßig ertönt fast im ganzen Land der Klang von “Big Ben” aus den allgegenwärtigen Lautsprechern
Ganz Japan scheint mit Kameras überwacht zu werden Es scheint
Unmengen an Billigjobs im Land zu geben. In Kaufhäusern scheinbar mehr Verkäuferinnen als Kunden anwesend Grauenvolle und laute Musik in Kaufhäusern und Raststätten etc. Irre
Pachinko-Spielhöllen mit buntester Beleuchtung und nicht vorstellbarer Lautstärke: Erlebnis!
Rasentrimmer sind Kreissägen am Stiel ohne Schutz! Radfahrer mit Schirm sind nicht selten, es
gibt überwiegend einfache Billigräder die alle gleich aussehen Bahnhöfe und Regionalzüge sind oft sehr alt und abgenutzt Autos fahren rücksichtsvoll und viel langsamer als in Europa, auf den
Hauptstrecken sehr viel Verkehr LKW´s sprechen teilweise beim Abbiegen oder Rückwärtsfahren
Überwiegend fürchterlich häßliche Häuser im USA-Stil, wenig japanisches Flair Sehr öde und
langweilige Städte im US-amerikanischen Stil mit überbordender Reklame In Höfen oder Gärten herrscht oft totales Gerümpel-Chaos Fast nirgendwo Sitzmöglichkeiten auf der Strecke Vieles im
Land erscheint alt und abgenutzt, außer Autos
Überwiegend neue Autos, immer total sauber, kaum Beulen/Schäden, Sitzbezüge aus Spitze Merkwürdige Pantoffelregeln in Häusern, Tatamizimmern
und Toiletten In Räumen häufig ungemütliche Neon-Beleuchtung Handtrockner in WC´s blasen Hände mit kalter Druckluft trocken Jugendherbergen teils auch von Geschäftsleuten/Arbeitern
belegt Viele Leute mit hinten plattgetretenen Schuhen
Unzählige Frauen konnten wegen krummer Beine kaum laufen Wenige japanische Worte von Ausländern lösen positive Überraschung
aus Deutschen begegnet man überwiegend wohlgesonnen, Polen hatten von Schwierigkeiten berichtet Japaner sind oft ohne jede Mimik und Gestik unterwegs, fast wie Roboter Kaum Lebensfreude bei
Japanern zu erkennen, geben sich sehr funktionell
Keine erkennbare Eigeninitiative der Japaner bei Problemen oder Hilfegesuchen Hobbies der Japaner: (Luft-)Golf, Wellenreiten,
Rasenschneiden, Autoputzen, mit Handy surfen Viele öffentliche Toiletten, auch in den Kombinis gibts immer welche Japaner scheinen total auf Energiegelees, Mineralien- und Vitamintrunks zu
stehen Überwiegend Kettenrestaurants, oft aus USA, in den Städten
In vielen Souvenirshops gibts allerlei glibberiges Zeugs in Schleim eingelegt... Oft schmierige Füllungen von Kuchen und
Weißbrotscheiben Vieles ist sehr schwach gewürzt Mehr Getränkeautomaten als Menschen, auch warmer Kaffee in Dosen (Überall 120 Yen pro Dose) In vielen Kuchenpackungen o.ä. Silica-Gel Tütchen
zum Trocknen
Klare Fischsuppe in “Teebeuteln” ist auch mal was Neues Fürchterliche Verpackungswut, selbst bei Plätzchen o.ä., Japan erstickt in Getränkedosen, PET-Flaschen
und Plastikmüll Keine öffentlichen Mülleimer in den Städten, nur vor den Kombinis gibts welche Oft wird der Boden unter Bäumen gefegt, damit keine Blätter rumliegen
Sprache
Außerhalb der Großstädte wird kaum Englisch gesprochen. Vorbereitete selbsterstellte Karteikarten mit Standardsätzen in japanischen
Schriftzeichen haben uns in vielen Situationen geholfen
Übernachten
Sehr viele Zeltmöglichkeiten, fast nie bewirtschaftet. Ein Stück Wiese oder ein kleiner Stadtpark, einige Toiletten, keine Gebühr
-> Kein Problem also und fast immer kostenlos. Da ab 19:00Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden, ists auch in Stadtnähe meistens sehr ruhig in der Nacht. Hotels, Ryokans und andere Herbergen
sind ziemlich teuer. Jugendherbergen sind eine seltene aber gute Alternative.
Verpflegung
Überall gibt es Kombinis, Minisupermärkte, mit allem Notwendigen, wenn man keine kulinarischen Ansprüche stelle. Selten Bäckereien
mit Brot oder Baguette, meist in großen Supermärkten am Eingang/Ausgang. Viele Kettenrestaurants nach US-Vorbild. Verhungern kann man in Japan nicht.
Gefahren, restriktive Reisegebiete
Aus unserer Sicht gibt es keine spezifischen Gefahren, Japan gehört zu den sichersten Reiseländern
Rad und Ausrüstung
Das, was man auch in Deutschland wählen würde. Gutes Regenzeug nicht vergessen. Eine Zeltausrüstung kann etliche hundert bis tausend
Euros sparen.
Straßen und Verkehr, Transport
Es wird sehr langsam gefahren. Japaner fahren sehr rücksichtsvoll. Hauptdurchgangsstraßen sehr voll und laut, Nebenstrecken teils
einsam! Fast immer neben der Straße ein Rad-/Fußweg mit häufig variierender Breite/Oberfläche. Haben wir nur auf stark befahrenen Fernstraßen mit vielen LKW genutzt.
Reiseführer und Karten
Reise-Know-How und Lonely-Planet, jedoch wenige Infos “zwischen” den Haupttouristenorten. Karten gibts hierzuland KEINE
vernünftigen. Unbedingt vor Ort in die nächste Buchhandlung gehen und die Tourig Mapples R kaufen. Plastifiziertes Papier, Ringbindung. Alles in Japanisch aber mit vielen
“internationalen” Symbolen, wie Campingplätzen. Ohne diese Karten kann man kaum eine der einsamen Strecken finden, die oft in einigem Abstand parallel zur Hauptstraße entlangführen. Die
wichtigste Anschaffung in Japan!!!!!
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