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Jordanien   -   Oktober 2011

Weltkarte-Jordanien-klein

Jordanien war schon viele Jahre unser Traum. Während es 2010/2011 in den Nachbarländern mehr oder weniger gewalttätige Umstürze gab, blieb es in Jordanien friedlich und sicher. Das veranlasste uns, diese Tour nun endlich anzugehen, da wir auch ein wenig Sorge hatten dass dieses Land vielleicht in Zukunft doch nicht so einfach wie bisher zu bereisen ist.  Aus Sicherheitsgründen schlossen wir uns dann doch über eine Reisegesellschaft einer Gruppe aus den Niederlanden an, die die ganze Tour perfekt organisierte (Vlieg en Fiets).

Als wir nach 10 Tagen wieder in Amsterdam landeten waren wir sicher, eines unserer spektakulärsten Reiseziele der letzten Jahre mit dem Rad bereist zu haben.

Allgemeine Infos:

Anreise:
Wir sind vom Amsterdam aus mit Turkish Airlines über Istanbul nach Amman gereist. Flug und Radtransport waren problemlos, jedoch erreichte die Airline aus unserer Sicht nicht die westeuropäischen Standards im Hinblick auf Sauberkeit und Service. In Amman fehlten zwei Gepäckstücke unserer Gruppe, die erst einige Tage später nachgeliefert wurden.

Land und Leute:
Das ganze Land macht einen sehr freundlichen und friedlichen Eindruck. Ich würde ohne zu zögern die Reise auch allein durchführen. Jordanien wartet mit einer unglaublichen Fülle historischer Stätten und landschaftlicher Höhepunkte auf.

Übernachtungen:
Viele Hotels auf der Strecke, die nicht immer westeuropäischen Standard erreichen. Personal immer freundlich und hilfsbereit.

Reiseführer:
Reise-Know-How “Jordanien”

Inländische Verkehrsmittel
Uns sind nur einige wenige Nahverkehrsbusse aufgefallen.

Straßen und Verkehr
Der Verkehr außerhalb von Amman und abseits des Desert Highways ist sehr gering. Die Autofahrer sind in Bezug auf Radler sehr umsichtig. Wir wurden nie bedrängt. Amman ist stärker befahren aber im Vergleich zu anderen Großstädten relativ problemlos zu beradeln. Allerdings viele starke Steigungen in den Stadtgebieten. Der Desert Highway ist äußerst trostlos und hat autobahnähnlichen Charakter. Ich hätte aber keine Sorge, auf dem meist breiten Seitenstreifen abschnittsweise zu radeln.

Routen
Die von uns gefahrene Tour deckt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes ab. Evtl. lässt sich noch ein Badeaufenthalt am Roten Meer anschließen.

 


Zum Start der Diashow bitte das Foto anklicken

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1. Tag

Gut im Airport-Hotel gefrühstückt und dann mit dem Shuttles zum Flughafen. Flug nach Amman führt über Istanbul. In Istanbul 3h Aufenthalt. Am Flughafen alle Räder da, aber zwei Taschen der Gruppe. Dann mit Truck und Kleinbus fast 1h zu Hotel gefahren, da es am anderen Ende der Stadt am Rand liegt. Einchecken und als wir die Räder fertig haben ist es zwei Uhr nachts. Um 8Uhr gibt's Frühstück, also nichts mit Ausschlafen.

 

2. Tag
Amman - Jerash - Auto Ajloun
57km Summe 57km - 850Hm Summe 850Hm - D 20km/h - max. 55km/h
980m - 411m - 760m - 565m - Auto 1150m

Schlecht geschlafen und entsprechend müde aufgestanden. Im Speisesaal waren ausschließlich sehr gut gekleidete Jordanier, aber die Frauen komplett (modisch) verschleiert. Um 9:30Uhr ging los und sofort mit Polizeibegleitung durch die Stadt. Spektakuläre Aktionen, wenn sie wieder mal eine Kreuzung dicht machten, um uns freie Fahrt zu ermöglichen. Amman ist sehr hügelig und so müssen wir uns erst einmal ein wenig anstrengen, bis wir eine tolle Abfahrt machen können. Die Häuser sehen sehr gut aus, alles ist in Schuss. Die ärmeren Viertel liegen wohl am anderen Ende der Stadt. Die Landschaft ist stark hügelig und sehr trocken. Es herrscht ein weißockerner Farbton vor. Wir machen eine kurze Pause und dann müssen wir eine längere Steigung absolvieren. Schließlich Abfahrt ins quirlige Jerash, wo wir nahe dem mit 2000 Jahren uralten römischen Stadtteil Lunchen und dann einen ausgedehnten Rundgang durch die recht gut erhaltenen Ruinen machen. Danach beschließen wir, mit dem Auto weiter zu fahren, da es bald 17:00Uhr ist und es um 18:00Uhr dunkel wird. Dann von Jerash aus noch 25km bis 1150m Höhe bergauf mit dem Auto. Gut, denn für die Strecke hätten wir 3 Stunden benötigt. Nettes Ajloun Castle Hotel mit spießigen Zimmern, aber ok. Essen lecker zu Abend und fallen dann müde ins Bett, endlich ausschlafen!

 

3. Tag
Ajloun -  Totes Meer - Mt. Nebo - Madaba
65 km  Summe 122km - 800Hm Summe 1650Hm
1150m -> -200m -> -400m Auto -> 700m Auto - 770m Rad

Vom Hotel aus geht's zuerst das kurze Stück hoch zur Burg von Ajloun, die im Jahre 1184 zum Schutz gegen die Kreuzfahrer gebaut wurde und noch sehr gut erhalten ist. Dann irre lange Abfahrt ins Jordantal. An der Hauptstraße steigen wir um in den Bus, der uns zu einem Ressort am Toten Meer bringt. Hier vergnügen wir uns 2 Stunden im ekelig salzigen Wasser, das über 30% Salzgehalt hat. Schlucken ist der Horror und Wasser in den Augen brennt so stark, dass man sofort nichts mehr sieht und die Augen ausspülen muss. Man geht wirklich nicht unter und so machen wir unsere Spielchen in der Schwerelosigkeit. Dann bringt uns der Bus bis zum Mount Nero, dem Berg Moses, von wo aus man eine tolle Aussicht bis auf das Tote Meer hat. Nun ist es nicht mehr weit zum Salome Hotel, wo wir uns schon aufs Abendessen freuen. Abends machen wir noch einen Rundgang durch die Stadt und dann geht's müde ab in die Falle.

 

4. Tag
Madaba  - Wadi al Mujib - Karak
86km Summe 208 - 1750 Hm Summe  3400Hm - D 16km/h - max. 56km/h
770m - 210m - 1100m - 1000m

Schon um 8:00Uhr losgefahren und in Madaba noch die griechisch Orthodoxe Kirche St. George besichtigt. Sehenswert ist hier der Mosaikboden, der eine Karte des Jordantals zeigt. Dann über die alte Königsroute, die Damaskus mit Ägypten verband, erst zum Wadi  Al Hinan und dann ab zum riesigen Wadi al Mujib. Wie ein Grand Canyon sieht die tief eingeschnittene Schlucht aus. Runter geht's viel zu schnell bei enormen Aussichten. Mit jedem Meter wird es heißer und unten am Damm steht die Luft. In vielen Kehren geht's hinauf, teils für kurze Stücke steil aber alles in allem gut zu fahren. Wir schwitzen das T-Shirt durch und erst weit oben kommt ein wenig Wind auf. Unterwegs einige "Cafés", aber wir machen erst oben wieder Halt. Wir sind unter den Ersten oben und dann kommen die anderen im Minutentakt nach. Dann müssen wir noch 30km bis zum Hotel, aber es gibt nur noch wenige und kurze Steigungen. Es sind noch einige Städtchen mit Polizeibegleitung zu durchfahren, die aber nun doch ziemlich arabisch aussehen: Kaputte Häuser, viel Dreck und Chaos. Aber insgesamt ok, wir haben schon Schlimmeres gesehen. Schließlich kommen wir müde am Al Mujeb Hotel an. Abends recht gutes Essen, zwei Dosen Bier (!) und dann müde in die Falle...

 

5. Tag
Karak - Dana Nature Reserve, Camping im Dana Reserve
90km   Summe 298km - 2150Hm Summe 5550Hm
1000m - 1250m - 500m - 1500m - 1400m

Weiter über die Königsroute geht's 800m hinunter in den gigantischen Wadi al Haas und nachher fast 1000m wieder auf der anderen Seite hoch. Ein sehr harter Tag wegen der Länge. Da es aber nicht so steil und heiß ist, schaffen Marion und ich die Strecke recht locker. Zum Schluss biegen wir von der Hauptstraße ab in den schönen Dana Naturpark, wo wir in Zelten übernachten.

 

6. Tag
Dana Nature Reserve - Wadi Musa (Petra)
70km Summe 368km - 1200Hm Summe 6750Hm - D 18km/h - Max. 58 km/h
1400m - 1580m - 1260m - 1700m - 1050m

Nach dem Frühstück sind wir erst einmal zurück zu unseren Fahrrädern gebracht worden. Dann geht's per Rad wieder zurück zum Kings Highway, der recht schmal und kaum befahren ist. Nach einer Steigung entlang der Abbruchkante zum Jordangraben erreichen wir einige schöne Aussichtspunkte unter anderem den Dana Valley Viewpoint, von wo aus man von 1600m Höhe fast 2000m tief schauen kann. Die weitere Fahrt führt durch trockene Gegend weiter entlang der Abbruchkante. Unterwegs liegt eine verlassenen Burg und eine uralte Stadt am Berghang. Die Steigungen heute sind vergleichsweise gemächlich, führen aber bis auf 1700m hoch, der höchsten Stelle der Reise. Die Gegend sieht nun nicht mehr so Ockergelb aus, denn es mischen sich mehr und mehr härtere Gesteinsarten in die Landschaft, die teils sehenswert aus der Landschaft ausgewaschen sind. Die Abfahrt in Richtung Klein Petra stellt dann wieder ein tolles landschaftliches Highlight dar, wie wir es selten gesehen haben. Dann rollen wir auf die beeindruckenden Felsen von Klein Petra zu, wo wir einen kurzen Gang in die Schlucht unternehmen. Die Straße nach Wadi Musa ist nicht minder spektakulär und von vielen schönen Felsen begleitet. Wadi Musa ist der “neue” Ort direkt an der alten Stadt Petra, die wir morgen besuchen. Hier soll Moses der Sage nach auf einen Felsen geschlagen haben, und es kam angeblich Wasser hervor…   Toller Tag heute voller landschaftlicher Höhepunkte.

 

7. Tag
Petra - Wanderung durch die Felsenstadt

Früh morgens gefrühstückt und mit einem Bus hinter die Berge in die Wüste gebracht worden, wo unsere Wanderung beginnt. Sehr schöne einsame Gegend mit einer heiklen Kletterstelle. Hier nur handschmaler Grat und hunderte Meter Abgrund. Haben das aber alle geschafft. Bald erreichen wir die höchste Stelle des Gebiets von Petra mit dem gut erhaltenen  Ed Deir das als Kloster genutzt worden sein soll. Dann laufen wir die steile Schlucht hinunter in das Hauptgebiet über angeblich mehr als 800 Stufen. Sehr spektakuläre Landschaft! Unten römische Ruinen und unzählige Grablöcher. Sehr schön auch die Königswand mit etlichen stärker verwitterten riesigen Fassaden. Schließlich gehen wir auf den Siq zu, wo sich das Treasury versteckt, das Highlight von Petra. Das Ende der Wanderung stellt die enge Schlucht Siq dar durch die der Wadi Musa fließt, wenn Hochwasser herrscht. Den schönen Tag lassen wir auf der Dachterrasse des Mövenpick bei Kaffee, Bier und Kuchen ausklingen.

 

8. Tag
Petra - Wadi Rum
37km Summe 405km

Morgens gleich um 7:30Uhr alleine losgefahren. Fahren fast durchgängig bergauf bis auf nahezu 1700m Höhe mit fantastischen Blicken auf das Tal von Petra. Dann kommen wir langsam in die Wüste und die Straße führt auf einem Bergkamm zwischen 1600-1700m Höhe weiter, bis wir den Desert Highway erreichen. Hier verladen wir die Räder in den LKW. Am Abzweig zum Wadi Rum geht die Radtour weiter durch nun tolle Kulissen dunkler Felsen im Wüstensand. Wir erreichen das Hauptcamp des Wadi, wo wir in zwei Jeeps umsteigen und etliche Kilometer durch die Traumkulisse des Wadi Rum fahren, bis zu unserem Camp mitten im Nirgendwo. Toller Abend mit Lagerfeuer und Grillgerichten. Schlafen gut und lange.

 

9. Tag
Wadi Rum Wanderung - Amman (Auto)

Der Tag beginnt mit einer mehrstündigen kilometerlangen Wanderung durch die Wüste entlang goldener Felsen in der Morgensonne. Am Hauptcamp setzen wir uns in den Bus und fahren die ca. 350km auf dem trostlosen Desert Highway wieder zurück nach Amman. Räder einpacken und um 19:00Uhr zum letzten gemeinsamen Essen gefahren.

 

10. Tag
Rückflug