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1. Tag, Sa. 27.10.2001, Marl – Frankfurt
Mit dem Wagen fahren wir in 3 Stunden nach Frankfurt. Dort geht es erst zum Flughafen, um bei der Gepäckaufbewahrung die Fahrräder
abzugeben (€ 6,- pro Karton für die Nacht). Dann nach Raunheim zum Mercure Wings Hotel. Das Auto steht dort vier Wochen kostenlos im Parkhaus.
2.und 3. Tag, Flug über Kuala Lumpur nach Cairns
Nach dem Frühstück fahren wir mit dem kostenlosen Hotel-Shuttlebus zum Airport. Für die Räder müssen bei der Malaysian Airlines
pro Stück und Flugrichtung DM 100,- bezahlt werden. Wegen des Terroranschlags in New York sollten wir 4 Stunden vor dem Abflug einchecken und so sind wir die ersten Fluggäste. Es dauert trotzdem
fast 1 Stunde bis wir endlich abgefertigt werden, aber von härteren Kontrollen merken wir nichts. Noch nicht einmal die stählernen SPD-Klicker der Radschuhe geben Signal! Abflug 12:30 Uhr.
Unterwegs über Italien geflogen. Dubai war gut im dunkeln zu sehen. Wir landen um 8:00 Uhr nahe der Küste weit außerhalb von Kuala Lumpur (KL). Sehr moderner großer Flughafen. Wir verlassen den
Flughafen in Richtung Tageshotel, das Gepäck wird für den Weiterflug durchgecheckt. Mit einem Kleinbus der Airline geht’s es zum Vororthotel Allson Klana. Dort buchen wir für 50 US$ (für 2
Personen) eine Stadtrundfahrt. Überraschung 1: Wir sind alleine mit dem Fahrer in einem PKW! Überraschung 2: Der gesittete Verkehr auf der Autobahn und in der City. Die Stadt ist riesig, aber viel
Grün und Freiraum vorhanden. Wir sind überrascht, wie sauber es hier ist. In brutaler Hitze (39°C) und fürchterlicher Schwüle klappern wir die Sehenswürdigkeiten ab. Toller Blick vom
Fernsehturm auf die Petronas Tower, die höchsten der Welt. Nach fast 5 Stunden sind wir zurück im Hotel. Ein wenig ausruhen, dann vorzeitig zum Flughafen zurück (man weiß ja nie!). Treffen
Langzeitradler Michael aus dem Erzgebirge wieder. Fliegen mit Zwischenlandung in Darwin nach Cairns weiter.
3. Tag, Cairns – Port Douglas, 77 km Σ 77 km, 18 km/h, 200 Hm Σ 200 Hm
Die Maschine landet um 10:00 Uhr und es ist schon über 30°C warm. Am Gepäckband schlägt dreimal der niedliche Beagle-Spürhund
der Immigration an unserem Gepäck an. Wir haben als Weihnachtsgeschenke für unsere Freunde Holzschnitzereien dabei, was angemeldet werden müsste, wir aber vergaßen. Es folgt eine strenge
Verwarnung der Beamtin. Beim zweiten mal erschnüffelt der Köter den Apfelgeruch in meiner Lenkertasche. Gott sei dank war der Apfel schon im Flugzeug in meinem Magen verschwunden. Schließlich
riecht die kleine Bestie noch unsere Filme, die wochenlang zuhause im Kühlschrank zwischen all den Leckereien lagen. Auch kein Problem, als die Beamtin noch einmal persönlich den Tascheninhalt
kontrolliert und nichts findet. Dann dürfen wir endlich zum Zoll. Wir müssen die Räder aus den Kartons nehmen und selbst die Schutzbleche werden innen nach Schmutz abgesucht! Aber Gott sei Dank
ist das ganze Rad total sauber. Dann können wir endlich durch! Ein Pärchen aus der Schweiz darf 55$ berappen und bekommt einen Eintrag in den Computer, weil sie Pfeffer im Koffer haben! Also kann
man jedem Reisenden nur raten, bloß nicht versuchen etwas einzuschmuggeln. Der Hund riecht alles!
Etwas ungelenk rollen wir die ersten Meter auf der ungewohnten linken Straßenseite entlang. Darauf haben wir wochenlang gewartet!
Einen Kilometer sind wir erst unterwegs und schon liegt die erste (tote) Riesenpython vor uns, halb im Graben, halb auf der Straße. Das geht ja gut los! Nach dem Passieren des uns mit zweifelhafter
Geste grüßenden Captain Cook kaufen wir in Cairns erst einmal Wasser, Campinggas und Lebensmittel ein. Auf dem Postamt schicken wir später die mitgebrachten Geschenke für unsere Freunde nach
Sydney, damit wir diese nicht die ganze Strecke mitschleppen müssen.
Die zuerst breit verlaufende Straße nach Port Douglas wird bald schmal und kurvig. Durch eine tolle tropische Landschaft geht es
entlang sehenswerter Strände weiter. Doch nach dem langen Flug haben wir dafür nicht den richtigen Blick. Müde erreichen wir den Campingplatz, auf dem es vor Mücken wimmelt. Wir werden ganz
schön zerstochen, bis wir endlich unser Autan in der Tasche finden. Noch schnell an der Rezeption einen Ausflug zum Barrier Reef buchen und dann ab ins Zelt.
Camping: Pandanus Van Park, Port Douglas, $16,-
4. Tag, Port Douglas – Cape Tribulation, 89 km Σ 166 km, 16 km/h, 450 Hm
Frühmorgens um 5:20 Uhr zwitschern die Vögel schon wie wild, so dass an Schlafen nicht mehr zu denken ist. Die Nachttemperatur ist
nicht unter 24°C gefallen, und so sind wir ganz schön verschwitzt. Um 9:00 Uhr rollen die Räder nach einer ausgiebigen Dusche schon über den heißen Asphalt. Auf flacher Straße sind es ca. 50 km
bis zum Daintree River. Die Landstraße ist schmal und wenig befahren, so dass es zügig vorangeht. An der Fähre locken viele Firmen zu Bootsausflügen auf dem krokodilverseuchten Daintree River,
was wir uns aber für die Rückfahrt aufheben. Nach dem Übersetzen mit der Autofähre auf die andere Uferseite verläuft die Straße zunächst traumhaft durch dichte grüne Vegetation. Wir fühlen
uns wie im Paradies, bis es dann nach etwa 2 km plötzlich steil bergauf geht. Der Neigungsmesser unserer Radcomputer zeigt bis zu 19%. Wir müssen oft schieben, da es in der Hitze auf der steilen
Strecke teilweise nicht auf dem Rad zu schaffen ist. Die einsame und landschaftlich faszinierende Urwaldstrecke ist aber mehr als nur ein Ausgleich für die Strapaze.
Oben sind wir total geschafft, aber die Anstrengung hat sich gelohnt! Dann führt eine längere Strecke flach oder bergab bis zur
letzten Tankstelle vor Cooktown, wo wir wieder über die eiskalten Säfte herfallen. Hitze macht Durst und das warme Wasser aus den Trinkflaschen schmeckt bei weitem nicht so gut. Unterwegs liegen
zwar mehrere Campingplätze an der Straße, doch wir haben uns als heutiges Ziel das Cape Tribulation vorgenommen, wo wir schließlich erschöpft angelangen. Die Reiseführer und Erzählungen anderer
Reisender haben nicht zuviel versprochen: Eine tolle Bucht mit weißem Sand und Urwald bis zum Strand liegt vor uns. Da es um 18:30 Uhr schon dunkel wird, fahren wir ein kurzes Stück zurück zum
nahegelegenen Campingplatz am Backpacker PK Jungle Village. Glücklicherweise gibt es hier eine Kneipe mit Restaurant, so dass wir uns bei einem kalten Bier und Fleisch vom Grill stärken können. Da
heute außerdem auch noch Halloween ist, wird es noch ein lustiger Abend. Da wir aber sehr müde sind, gehen wir bald zum Zelt. Schlafen können wir jedoch erst, als nach 1:00 Uhr auch der letzte
Zecher in den Hütten verschwunden war. Das ist für ruhesuchende Radler ein nicht zu unterschätzender Nachteil der Backpacker.
Camping: PD Jungle Village, Cape Tribulation, 22$
5. Tag, Cape Tribulation – Port Douglas, 84 km Σ 250 km, 17 km/h, 450 Hm
Um der Hitze ein wenig zu entgehen und so weit wie möglich die Stunden des Tageslichts zu nutzen, stehen wir schon um 5:30 Uhr auf.
In der Kühle des Morgens ist der Weg zurück nun richtig angenehm zu fahren, und auch schieben müssen wir diesmal nicht. Wieder an der Daintree-River-Fähre angelangt, buchen wir eine Krokodiltour
für nur 18$ pro Person, die große Konkurrenz macht es möglich. Leider sind die Sandbänke jedoch von der Flut überspült und die furchterregenden Urviecher versteckten sich im seichten Wasser.Nur
mit Mühe machten wir drei Exemplare im Wasser aus. Aber allein schon die Fahrt durch die wild wuchernden Mangroventunnel der Seitenarme des Flusses macht den Ausflug zu einem einmaligen Erlebnis.
Einige Kilometer hinter der Fähre liegt zum Glück ein Cafe, wo wir uns vor der heißen Sonne verstecken, Unmengen kalten Saft trinken und jeder einen Riesenburger verdrücken. Wir bleiben bis zum
Nachmittag hier, da es einfach nicht kühler werden will. Erst spät am Nachmittag rollen wir bei immer noch unerträglichen Temperaturen von über 35°C ein wenig schlapp zurück nach Port Douglas.
Camping: Pandanus Van Park, Port Douglas, $16,-
6. Tag, Port Douglas, Tagestour zum Barrier Reef, 0 km
Der Bus holt uns morgens vom Campingplatz ab und fährt zum kleinen Hafen von Port Douglas. Mit etlichen anderen Touristen besteigen
wir den silberglänzenden Katamaran Quicksilver. In rasender Fahrt donnert das Boot dem Außenriff entgegen. Dort schwimmt ein riesiger fest verankerter Ponton, der die Menschenmasse aufnimmt. Das
warme Wasser ist eine Wohltat, aber wir sind ja nicht zum Baden hier. Ein paar Meter weiter warten unendliche Korallengärten und eine Vielzahl bunter Fische auf die Entdeckung. Vom Untergeschoss des
Pontons aus kann man die Schnorchler durch große Panoramascheiben zwischen den Fischen beobachten. Außerdem fahren Glasbodenboote die Umgebung ab, sodass auch wasserscheuen Naturen der Einblick in
die Unterwasserwelt nicht verwehrt bleibt. Die hier gesichteten Riffhaie führten bei mir aber anschließend zu häufigen hektischen Blicken nach hinten... Viel zu schnell legt das Schiff
wieder ab und ein wunderschöner Ausflug geht zu Ende. Den Weg vom Hafen zum Campingplatz legen wir zu Fuß zurück, da das exotisch erscheinende „Zentrum“ von Port Douglas ungemein
sehenswert ist und der lange palmengesäumte Strand besonders am Nachmittag zu einem Spaziergang lockt.
Camping: Pandanus Van Park, Port Douglas, $16,-
7. Tag, Port Douglas - Kuranda, 77 km Σ 327 km, 15 km/h, 750 Hm Σ 1650 Hm
Um 7Uhr bei wolkenlosem Himmel zum Strand, auf ein Foto. Nach einigen Kilometern geht es hoch zum Rex-Lookout und kurvenreich auf und
ab weiter. In Ellis Beach ist ein großer Straßenimbiss direkt am Weg. Dann ein lohnenswerter Abstecher nach Palm Cove, ein hübsches Feriendorf inmitten toller tropischer Vegetation. Nun ist es
nicht mehr weit bis zur Skyrail, doch die Gondeln sind zu klein, um unsere Räder aufnehmen zu können. Also machen wir erst mal Pause, um der Mittagshitze zu entkommen und fahren dann durch den
schönen Regenwald hinauf nach Kuranda. Die Steigung ist ok, aber bei Windstille und sengender Sonne ist die Strecke eine Tortur. Kuranda besteht fast nur aus Läden und Souvenirshops und ist am
späten Nachmittag wie ausgestorben. Der wunderschöne Campingplatz liegt toll mitten im Regenwald.
Camping: Kuranda Rainforest, Kuranda, $15
8. Tag, Kuranda - Malanda, 96 km Σ 423 km, 15 km/h, 910 Hm Σ 2560 Hm
Von Kuranda aus weiter in die Tablelands über Mareeba und Atherton. Unterwegs nur eine mäßige Verpflegungsmöglichkeit. Sehr
anstrengend, da dauernd auf und ab. Landschaft besteht teilweise aus Farmland, sonst aus Urwald. In Atherton (kleine Wildweststadt) kaputt und hungrig in ein Restaurant. Weiter nach Yungaburra mit
historischer Innenstadt (nichts besonderes). Danach Abstecher zum Fig Curtain Tree, der nahe an der Straße nach Malanda liegt. Sehr sehenswert und gut zu erreichen. In Maranda sehr schöner
Campingplatz in einem Park mit vielen blühenden Jacarandabäumen. Abends setzt mit der Dunkelheit ein ohrenbetäubender Urwaldlärm ein – Toll!
Camping: Malanda Falls, Malanda, $ 13
9. Tag, Malanda – Mission Beach, 130 km Σ 553 km, 17 km/h, 950 Hm Σ 3460 Hm
Endlich mal ein paar Wolken und kühler. Wir müssen unser Frühstück gegen die lästigen Turkeys des Platzes verteidigen. Dann in
dauerndem auf und ab nach Millaa Millaa. Das hätten wir gestern nicht mehr geschafft, zu anspruchsvoll. Kurzer Abstecher hinunter zum Millaa Millaa Fall, der wunderschön gelegen in ein
urwaldgesäumtes Bassin 80m tief hinabfällt. Wieder zurück steil hinauf zur Landstraße. Bald ist weit und breit nur Urwald neben der Straße, die nur teilweise noch bergauf, aber mehr und mehr
bergab führt. Höchste Erhebung hier 950m. Unterwegs der Crawfords Lookout, der durch eine Waldschneise einen Blick in die Tiefe ermöglicht. 12 km vor Innisfail nehmen wir die Nebenstrecke, die uns
über 10km spart. Man sieht wieder viel Zuckerrohr und schwarz rauchende Zuckermühlen. Auf dem wenig befahrenen Bruce Hwy. eben weiter nach El Arish, wo die Straße nach Mission Beach abzweigt. Noch
ein Stück durch den Regenwald und schon ist das Meer wieder erreicht.
Camping: Mission Beach Hideaway, Mission Beach, $ 17
10. Tag, Mission Beach - Ingham 133 km Σ 686 km, 18 km/h, 300 Hm Σ 3760 Hm
Frühmorgens hat es gut geregnet und sich auf 23°C abgekühlt. Wunderschöne Strecke durch den Regenwald auf der Nebenstrecke nach
Tully (olles Kaff). Bis Cardwell dann lange und eintönige Fahrt. Ab Cardwell wieder recht langweilige Fahrt durch Waldgebiete. Dann erreichen wir kurz vor Ingham eine kurze Steigung die 10m
hinaufführt zu einem tollen Aussichtspunkt auf Hitchinbrook Island. Unten tut sich ein riesiger Dschungel in einem Feuchtgebiet auf. Irre schnelle Abfahrt auf guter Straße. Wieder Zuckerrohrfelder
bis Ingham.
Camping: Palm Tree, Ingham, $15
11. Tag, Ingham – Townsville (Airlie Beach), 105 km Σ 791 km, 18 km/h, 90 Hm Σ 3850 Hm
Sehr eintöniges Radeln in flacher immergleicher Gegend. Wir freuen uns schon auf den Leihwagen heute Abend. Abwechslung bieten
unterwegs einige Tankstellen, wo wir eiskalte Getränke zapfen. Dann lange vor Townsville schon die ersten Reklameschilder. Durch riesiges Industriegebiet zum Flughafen, wo unser vorgebuchter
riesiger Ford Falcon Station Wagon (Kombi) schon bereit steht und die ganze Ladung locker schluckt. Wir fahren durch bis Airlie Beach.
Camping: Island Gateway, , Airlie Beach, $ 18
12. Tag, Airlie Beach – Hervey Bay (Auto), knapp 1000km
Lange Fahrt durch eintönige, aber keinesfalls hässliche Landschaften. Erst über viele Kilometer recht flach, dann zum Ende hin
immer hügeliger. Gut, dass wir für dieses Teilstück den Wagen hatten!
Camping: Fraser Island Lodge, Hervey Bay, $ 22
13. Tag, Fraser Island Tour (geführt)
Um 8:00 Uhr vom Zeltplatz abgeholt und zum Hafen gefahren worden. Mit kleiner Fähre zur Insel übergesetzt und dann in einen
Allradbus umgestiegen. In über 1 Stunde durch den Wald zu einem Süßwassersee geschaukelt worden. Von dort aus ging es zum Oststrand mit großem Schiffswrack im Sand. Nette Süßwasserquelle mit
Bach lädt uns zum Baden ein. Dann weiter zum Regenwald mit kurzem Spaziergang. Dann noch eine Kaffeepause, und der schöne Tag ist auch schon wieder vorbei.
Camping: Fraser Island Lodge, Hervey Bay, $ 22
14. Tag, Hervey Bay – Dicky Beach, 63 km Σ 854 km, 19 km/h, 300 Hm Σ 4150 Hm
Die Fahrt war ab Gympie sehr nett, hügelig und schön bewachsen. Den Wagen geben wir in Noosa Head wieder ab. Noosa ist eine
angenehme Urlaubsstadt für wohlsituierte Leute. Bis Point Arkwright ist die Küste noch nett anzusehen, aber dann sackt der Eindruck stark ab wegen der vielen Hochhäuser und endlosen
Straßendörfer bis Dicky Beach. Da passt es gut, dass es nun wie aus Eimern schüttet. Nun wieder mehrere schöne Strände und erste Rettungsboote mit muskelprotzenden Baywatchfiguren.
Camping Dicky Beach Family Holiday Park, $16,50
15. Tag, Dicky Beach – Aspley (Brisbane), 92 km Σ 946 km, 18 km/h, 500 Hm Σ 4650 Hm
Wieder regnet es in Strömen. Wir bauen das Zelt in der großen offenen Küche zusammen und gehen noch kurz zum Surfer Carnival an
den Strand. Hier finden mehrere Bootswettbewerbe statt. Dann ist das Wetter urplötzlich wieder gut und wir düsen gut gelaunt an den sehenswerten schroffen Glasshouse Mountains entlang. Hinter
Caboolture müssen wir für einige Kilometer auf den Motorway, da es sonst keinen vernünftige Alternative gibt. Am Big 4 Campingplatz an der Einfallstraße nach Brisbane entschließen wir uns, eine
Cabin zu nehmen, da es schon wieder schüttet.
Camipng Big 4 Brisbane, Cabin 80$
16. Tag, Aspley – Kirra Beach, 127 km Σ 1073 km, 17 km/h, 700 Hm Σ 5350 Hm
Nach durchregneter Nacht bei strahlendem Sonnenschein gestartet. Im Einbahnstraßen-zick-zack geht’s zum Hwy. 77 direkt bis in
die Stadt. Sehr viele, sehr steile Hügel, was sehr anstrengend ist. Ab in die Queen Street zur schattigen Fußgängerzone. Die Innenstadt macht einen sehr positiven Eindruck. Weiter über Logan
Street, Hwy.95 und 94 bis Beenleigh, da der Hwy 3 noch für Radler gesperrt ist. Später ist der Hwy 3 wieder für Radler freigegeben, aber es herrscht auf den 8 Spuren reger Verkehr. Mit viel
Rückenwind donnern wir der Gold Coast entgegen. Dann stehen wir vor einer Skyline, die Brisbane und Sydney locker in den Schatten stellt. Aber im Gegensatz zu ähnlichen Ferienghettos in Europa ist
hier alles sehr gepflegt und mit viel Grün durchsetzt. Ausserdem ist da ja noch der tolle Strand, der uns für den Nachmittag einlädt. Wir beobachten die vielen Surfer, aber die Wellen sind nicht
berauschend. Kurz vor dem Sonnenuntergang fahren wir auf den Campingplatz von Kirra Beach.
Camping: Kirra Beach Tourist Park, $18,-
17. Tag, Kirra Beach - Lismore, 116 km Σ 1189 km, 17 km/h, 800 Hm Σ 6150 Hm
Nach der kühlen Nacht in Hwy.-Nähe fahren wir bei tollem Wetter los. Zu unserer Überraschung führt zu Beginn ein schöner Radweg
am Meer entlang. Am sehr schönen Strand von Coolangatta machen wir eine kurze Pause. Wir fahren durch eine schöne und vor allem ruhige Urlaubsgegend, die neben tollen Stränden auch glasklares
Wasser bietet. Bei einem Abstecher zum Meer sehen wir einen riesigen Waran, der vor uns auf einen Baum flüchtet. So haben wir ausreichend Gelegenheit, den Burschen zu beobachten und zu
fotografieren. Dann erreichen wir den betriebsamen Hwy. 1, der in diesem Abschnitt sehr schmal, kurvig und steil ist. Einige sehr gefährliche Abschnitte bis Brunswick Heads bereiten uns einige bange
Minuten. Leider ist die neue Strecke noch im Bau und wegen der noch fehlenden Brücken können wir nicht dorthin ausweichen. Am Abzweig nach Byron Bay geht’s fast 200m hoch bei 12% Steigung.
Oben haben wir eine tolle Fernsicht. Bis Lismore wird die Landschaft wieder richtig toll. Hier erinnert uns die Natur ein wenig an Südengland. Für uns zählt die Gegend zu den schönsten der
bisherigen Reise. Dazu passt auch der sehr gepflegt Campingplatz.
Camping: Roadrunner, $10,-
18. Tag, Lismore – Grafton, 135 km Σ 1324 km, 18 km/h, 600 Hm Σ 6750 Hm
Auf dem sehr ruhigen Campingplatz haben wir sehr gut geschlafen. Eine schöne und relativ flache Strasse führt uns nach Casino, ein
komisches Kaff. Weiter geht’s durch wunderschöne, typische australische Landschaften. Ab Casino gibt es nur noch eine Tankstele mit Getränken und Süßigkeiten. Daher sind wir froh, genug
Proviant dabei zu haben. Später fahren wir fast die erste lebende Schlange tot. Die hatte wohl mehr Angst als wir! In Grafton sind wir völlig begeistert, da die ganze Stadt mit üppig blühenden
Jacaranda-Bäumen aufwartet. Auch der Campingplatz ist mehr ein Park als ein Stellplatz für Wohnmobile.
Camping: Gateway, $16,-
19. Tag, Grafton – Nambucca Heads, 138 km Σ 1462 km, 17 km/h, 1000 Hm Σ 7750 Hm
Bei wolkenlosem Himmel und kühlen(!) Temperaturen verlassen wir die Blütenstadt Grafton. Wir nehmen die schöne Nebenstrecke über
Glenreagh nach Coffs Harbour. Viele Farmen und Weidelandschaft begleiten uns. Mehrfach hatten wir eine Möglichkeit zur Einkehr. Dann müssen wir wieder auf den breiten Hwy. 1, der aber nicht sehr
befahren ist. Müde erreichen wir Nambucca Heads und sind nach der schweren Etappe froh, die Beine ausstrecken zu können.
Camping: White Albatross H.C., $19,-
20. Tag, Nambucca – Port Maquarie, 120 km Σ 1582 km, 17 km/h, 400 Hm Σ 8150 Hm
Bis Macksville bestaunen wir den mangrovenbewachsenen Flusslauf. Heute ist der Verkehr wieder abgeflaut und das Radeln macht auf gut
ausgebauter Straße viel Spaß. Es gibt zwar keine herausragenden Sehenswürdigkeiten, aber allein das ungestörte Radfahren finden wir toll. Abends legen wir uns ein dickes Steak und Maiskolben auf
den Grill. Hmmm.
Camping: Melalenca CP $19,-
21. Tag, Port M. - Forster, 131 km Σ 1713 km, 18 km/h, 550 Hm Σ 8700 Hm
Aufgrund der langen letzten Etappen wollten wir es heute mal ein wenig langsamer gehen lassen. Wir nehmen die ruhige Seitenstraße
bis nach Bonny Hills und zum schön gelegenen North Heaven, wo wir etliche Pelikane aus nächster Nähe bewundern können. Weiter auf dem fast leeren Hwy. 1 bis kurz vor Taree. Dort rät uns ein
Motorradpärchen lieber weiter nach Forster zu fahren. Wir nehmen den Rat gerne an und rollen auf flacher Strecke dem Ziel entgegen.
22. Tag, Forster – Hawks Nest, 107 km Σ 1820 km, 17 km/h, 900 Hm Σ 9600 Hm
Nach einer morgendliche Panne geraten wir in eine Ironman Triathlon-Qualifikation und werden hunderte Mal freudig vom
entgegenkommenden Fahrerfeld gegrüßt. Tolle Strecke, doch unterwegs müssen wir an einer Unfallstelle vorbei, an der ein Radler unter einem weissen Laken liegt... Nach dem Blick auf den Toten sind
wir erst mal nicht aufnahmefähig für die Schönheiten des großen Sees. In Bulahdelah geht’s wieder und nach einer Verpflegungspause rollen wir Hawks Nest entgegen. Unterwegs lässt uns eine
schwarze Wolkenwand erschaudern, doch wir haben Glück, denn sie zieht knapp an uns vorbei. Die Bewohner von Hawks Nest haben nicht so viel Glück gehabt, denn hier ist eine Windhose durch das Dorf
gezogen. Viele Bäume sind abgeknickt, Telegrafenmasten umgestürzt und Häuser beschädigt. Überall versuchen Hilfskräfte den Schaden zu beseitigen.
Camping: Hawks Nest Beach CP
23. Tag, Hawks Nest - Williamstown, 44 km Σ 1864 km, 14 km/h, 100 Hm Σ 9700 Hm
Es ist 13:00 und wir haben glatte 4km auf dem Tacho. Nach stürmischer Regennacht haben wir im strömenden Regen das Zelt abgebaut
und uns in die Küche gerettet. Unterwegs sehen wir viele Fahrzeuge der State Rescue, die den Leuten helfen, die Sturmschäden zu beseitigen. In Tea Gardens verbringen wir den Vormittag im Hotel
gegenüber der Fähre, die um 14:30 kommen soll. Abwechslung bietet uns die Unterhaltung mit einem holländischen Radlerpärchen, die aber völlig durchgefroren und ohne Regenzeug unterwegs sind. Die
Fähre kommt wirklich und für 17$ setzen wir über nach Nelson Bay. Da Nelson Bay noch stärker von Sturm zerstört wurde und es nun aufheitert, beschließen wir, bis Newcastle weiter zu fahren. Das
war wohl ein großer Fehler, denn nach 20km fängt es an zu stürmen und zu regnen, wie wir es noch nie erlebt haben. Wir können uns kaum auf den Rädern halten und es gießt wie aus Eimern. Die
Schuhe laufen trotz Gamaschen voll und von vorne bläste der Wind wahre Wassermassen in unsere Kapuzen. Es wird nun langsam dunkel und bei Schrittgeschwindigkeit kämpfen wir uns weiter. Da wir so
keine Chance haben, Newcastle zu erreichen, suchen wir eine andere Unterkunft. Das Airporthotel gibt es zu allem Überfluss nicht mehr, und wir sind bei 13°C mittlerweile völlig durchgefroren und
nass bis auf die Knochen. Wir halten ein Auto an, aber keiner weiß eine Unterkunft in der Nähe. Auf überfluteter Straße erreichen wir eine kleine Landschule, die unsere Rettung bedeutet. Wir
warten ab, bis sich kein Auto zeigt und verschwinden hinter das Gebäude. Dort haben wir großes Glück, denn auf dem Hof steht an der Gebäudewand ein halboffener Unterstand, der uns vor den
Wassermassen schützt. Wir bauen das Zelt im Trockenen auf und wechseln erstmal die Kleidung. Der Sturm wird immer stärker und die Hütte ächzt mehrmals bedenklich. Es ist nun stockdunkel aber wir
trauen uns nicht, Licht zu machen, damit uns niemand entdeckt und vielleicht wieder fortjagt. In der Nacht ist wegen des Sturms nicht an Schlaf zu denken.
24. Tag, Williamstown - Sydney, 27 km Σ 1891 km, 19 km/h
Wir stehen um 5:30 Uhr auf, damit wir nicht die Schulkinder verschrecken. Um 6:00 kommt die Putzfrau und so kommen wir sogar noch zu
einem heißen Kaffee. Sie gibt uns noch den guten Tipp, ab Stockton die Fähre hinüber nach Newcastle zu nehmen. Wegen des Sturms und häufigen Schauern beschließen wir, ab Newcastle den Zug nach
Sydney zu nehmen, was uns zusammen 33$ kostet. Bei strömendem Regen fahren wir in 2,5 Stunden unserem Reiseziel entgegen. Wir lassen es uns nicht nehmen, mitten in die Stadt Sydney bis zur
Fährstation zu radeln. Der Verkehr gewährt uns freie Fahrt, so dass wir schnell auf dem Schiff sind. Da wir nicht in die Kabine passen, müssen wir außen auf dem steilen Bug mit angezogenen
Bremsen die Räder festhalten. Und natürlich, hier beginnt es wieder Bindfäden zu regnen. Wir können die Räder nirgendwo anstellen und so lassen wir den Regen unter den erstaunten Blicken der
anderen Fahrgäste über uns ergehen. Noch eine Dreiviertelstunde fahren wir durch die südlichen Vororte Sydneys, bevor wir völlig durchnässt bei unseren Freunden Jenny und Graeme eintreffen und
uns erst mal bei einer heißen Tasse Kaffe aufwärmen. Freudig werden wir begrüßt und auch Lyn ist mit Rex aus Melbourne gekommen, um mit uns die nächsten Tage in Sydney zu verbringen. Und wir
haben jetzt sogar ein wenig Sonne...
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