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1. Tag: Flug Köln - Nizza, Rad n. Les Issambres 400 Hm - Summe 400Hm Camping Au Paradis de Campeurs, 15,-€ 81 Km - Summe 81 Km
1,5 Stunden Flug bis Nizza sind schnell vorbei. Im Billigflieger sitzen auch die Herren van Bommel (FC- Bayern München und van
Marwijk (ex BxB) mit Ihrem Clan: Die Fußball-Millionäre sind auch nicht mehr das, was sie mal waren :-) . Der Flughafen ist recht klein und übersichtlich. Fahren mit viel Verkehr auf die
Terrassenhochhäuser von Villeneuve Playa zu und dann an der unansehnlichen Küstenstraße am Strand entlang nach Antibes. Hier netter Blick von der alten Stadtmauer auf das Stadtsträndchen, wo es trotz
bewölktem Himmel recht voll ist. Schnell sind wir im mondänen Cannes, wo wir den ersten Regenschauer abbekommen. Trotz vielen Autos ist der Verkehr noch recht angenehm: Oft ist die Straße mehrspurig
oder weist einen Seitenstreifen bzw. eine Radspur auf. Ab Theoule sur Mer wirds ruhiger und landschaftlich schöner, denn das Massiv d´Esterel kommt näher. Die roten Felsen sind sehr bizarr und
tauchen hier fotogen in das tolle blaue Meer. Frejus hat viele Restaurants und Cafés, die zu einer netten Rast einladen. Der Campingplatz hat ein nettes kleines Restaurant, wo es auch Pizza und
lecker Bier gibt. Außerdem gibt es einen gut sortierten Supermarkt.
2. Tag: MLes Issambres - Sanary sur
Mer 800 Hm - S. 1200 Hm Camping Porc Mogador, 16,-€ 136 Km - S. 217 Km
Haben uns schon seit Tagen auf das leckere französische Baguette zum Frühstück gefreut. Nette Gegend bis St. Tropez, das einen
schönen Hafen hat. Leider ist der aber total mit Riesen-Protz-Jachten vollgestellt, so dass man kaum etwas anderes sieht! Fast auf jedem Boot muskelbepackte Bodyguards und blonde Schönheiten. Wir
fahren weiter Richtung Ramatuelle und verzichten damit auf die verkehrsreichere Abkürzung durchs Landesinnere. Bald folgen die Abzweige zu einigen schönen Badebuchten. Ab etwa Le Royal gibt es einen
Radweg, der mit einigen Unterbrechungen auf einer alten Bahntrasse in Straßennähe bis nach Toulon führt! Vor Toulon wird der Verkehr stärker. Fahren an den Salinen d´ Hyères nach Hyères Plage und auf
der D559 nach Toulon, das ein großer unübersichtlicher Moloch ist. Am Abzweig nach La Seyne und Six Fours wirds dann wieder ruhiger. Kurz vor Bandol erreichen wir müde den Campingplatz, im Restaurant
gibts Bolognese, genau das richtige für heute.
3. Tag: Sanary sur Mer - La
Couronne 1250 Hm - S. 2450 Hm Camping Le Arquet, 16,-€ 102 Km - S. 319 Km
Hinter Bandol gehts über den ersten von gefühlten 5 Hügeln. Bei La Ciotat gehts dann schon wieder hoch, um das Cap Canaille
abzukürzen. Die nächste Steigung bringt uns auf 240m Höhe, wo wir einen schönen Blick auf das Cap haben. Hier gehts nicht sofort wieder runter, denn wir haben eine Art Hochtal erreicht, das sehr
unwirtlich und kahl aussieht. Gemächlich zieht die Straße weiter hoch bis auf 350m Höhe. Ab der Paßhöhe gibts dann eine weite Aussicht auf die Vororte von Marseille und das Meer. Die lange Abfahrt
endet erst mitten in der Stadt, die einen freundlichen und großzügigen Eindruck auf uns macht. Wir kommen teils auf Radwegen zum alten Hafen, wo unzählige Bars und Restaurants auf hungrige Mäuler
warten. Schöne Kulisse mit unzähligen Booten, schönen alten Häusern und den Festungen im Hintergrund. Weiter gehts parallel zu den Hafenkais. Diese Stadtteile sind nicht mehr so mondän, hier leben
vor allem Hafenarbeiter, die uns sehr freundlich begegnen. Die Straße geht in die Autobahnauffahrt über und wir biegen parallel rechts ab. Die nächste Möglichkeit nach L`Estanque nehmen wir. Dort
gibt es eine gute Möglichkeit für eine ruhige Rast. Die nächste Auffahrt bringt wieder eine schöne Aussicht auf das schon etliche Kilometer zurückliegende Marseille. Über Carry und Sausset gehts nach
La Couronne. Der schön gelegene Campingplatz hat kein Restaurant, und so faucht halt der Kocher zum erstenmal.
4. Tag: St. La Couronne - Le Grau du
Roi 300 Hm - S. 2750 Hm Camping Abri Camargue, 27,-€ 127 Km - S. 446 Km
Kaum wieder auf dem Rad waten auch schon wieder über 100 Höhenmeter auf uns. Oben gibts einen “tollen” Blick auf ein
schwarz rauchendes Kraftwerk und gelbbraune Schwaden der Großraffinerie. So eine Umweltverschmutzung habe ich in Deutschland schon `zig Jahre nicht mehr gesehen! Die nächste Rast machen wir im netten
Städtchen Martigues. In einer Bar erzählt uns eine alte Frau, die aus Deutschland ausgewandert ist, dass die Gegend hier fest in kommunistischer Hand sei! Hier sollte man noch einmal Kraft und Ruhe
schöpfen, denn bald beginnt für etwa 20km für Radler ein verkehrstechnischer Horrortrip. Entlang einer unendlichen Schwerindustrie-”Meile” führt eine autobahnähnliche Schnellstraße mit
vielen großen LKW. Wir fühlen uns zwar nicht direkt gefährdet, aber es ist laut und hässlich hier. Da es keine Alternative in der Nähe gibt lassen wir eine Stunde dieses Ereignis über uns ergehen.
Kurz vor Port St. Louis fahren die LKW dann ab und die nun schmalere Straße wird sehr ruhig. Wir erreichen die Grand Rhone und lassen uns kostenlos von der Fähre auf die andere Seite bringen. In
Salin de Giraud gibts wieder einige nette Restaurants, wo wir uns etwas leckeres bestellen. Hier sollte man nochmal Getränke und Verpflegung nachladen, denn bis Saintes Maries gibts nichts mehr. Die
Häuser sehen hier völlig untypisch aus, eher wie eine Bergmannsiedlung. Nebenan liegt dann auch das große Salzwerk von Solvay, das wohl die ganze Stadt ernährt. Nun wird es einsam, denn es geht durch
die weite Ebene der Camargue, die erst wie ein verwildertes Holland aussieht und später in eine Mondlandschaft übergeht. Bald erreichen wir den “Deich” Digue a la Mer. Ein kurzes Stück
dürfen noch Autos auf die feste Piste, aber kurz vor dem Leuchtturm ist dann Schluß für PKW. Der Weg ist sehr gut zu befahren und führt bis nach Saintes Mairie de la Mer auf etwa 1,5m Höhe durch das
Herz der Camargue. Hier ist es auch wieder etwas grüner und im flachen Wasser stehen viele Flamingos. Auf der ganzen Strecke müssen wir nur 3x20 Meter schieben, da einige Dünen an den Weg
heranreichen. Nach etwa 80 Minuten ist Saintes Mairie erreicht und wir haben ein paar Mückenstiche mehr. Ein verschwitzter Radfahrer ohne Mückenschutz sollte hier besser nicht anhalten, obwohl wir es
uns viel schlimmer vorgestellt haben. S.M. ist ein Städtchen mit engen Gassen aber unendlich vielen Reisebussen, Touri-Buden und -Läden. Der Himmel wird schwarz und mit stürmischem Rückenwind
erreichen wir nach 90 Minuten Aigues Mortes, das Highlight unter den bisherigen Ortschaften. Wunderschönes altes Städtchen hinter einer dicken Wehrmauer. Toll! Flach gehts weiter nach Grau du Roi wo
es einige Campingplätze der teueren Sorte gibt. Den Gewitterschauer können wir aber im Restaurant verbringen, sodass der Abend doch nicht ins Wasser fällt.
5. Tag: Grau du Roi - Portiragnes
Plage 200 Hm - S. 2950 Hm Camping Le Sablons, 30,-€ 103 Km - S. 549 Km
Grau du Roi hat ein paar nette Restaurants am Hafen, aber wir düsen sofort weiter nach La Grande Motte. Diese Stadt ist eine
Ansammlung von älteren, teils futuristischen Plattenbauten, die unzählige Stockwerke aufweisen, und ein riesiger Sportboothafen. Einfach gräßlich, aber das muss man einfach mal gesehen haben. Entlang
des Meeres fahren wir weiter nach Palavas. Von hier aus mogeln wir uns über Nebenstraßen vorbei an Villeneuve und Vic nach Frontignan Plage. Hier ist es nicht so toll, als dass man unbedingt nochmals
herkommen müsste. Sete ist wieder ganz nett an einem großen Kanal gelegen und die ganze Stadt scheint sich in einem der unzähligen Restaurants aufzuhalten. Bis Agde (nette verwinkelte Altstadt)
fahren wir in strömendem Regen in Sichtweite zum Meer weiter. Der heutige Campingplatz ist fest in deutscher Hand und am Restaurant sitzen viele Fußballfans bei der Übertragung des Länderspiels auf
der Großleinwand. Wir gehen lieber in ein ruhiges Lokal im “Dorf”.
6. Tag: Portiragnes Plage - Torreiles
Plage 400 Hm - S. 3350 Hm Camping Mar y Sol, 30,-€ 125 Km - S. 674 Km
Hinter Portiragnes überqueren wir den Canal du Midi, und wir versuchen eine Abkürzung zu finden, die in einem matschigen Pfad mitten
in den Salinen endet. Wir finden nur mit Mühe auf eine Straße zurück und landen in Serignan. Die Gegend ist hier sehr nett und das hübsche Fleury lädt zu einer Brotzeit an der Kirche ein. Auf kleinen
Sträßchen gehts durch die Weinfelder des Languedoc bis nach Narbonne weiter. Narbonne ist eine schöne alte Stadt, in der unzählige große Platanen stehen. In der sehenswerten alten Markthalle kaufen
wir ein paar Leckereien, bevor es weitergeht. Auf der breiten Ausfallstraße müssen wir kurz starken Verkehr ertragen, bevor der Abzweig nach Bages für einsame schmale Straßen sorgt. Über La Palme
erreichen wir Leucate, wo langsam der Reigen der Badeorte beginnt. Die in der Ferne auftauchenden Pyrenäen sorgen bei uns für riesige Vorfreude auf die Küstenstraßen.
7. Tag: Torreiles Plage - Port de la Selva (E) 900
Hm - S. 4250 Hm Camping Port de la Selva 20,-€ 92 Km - S. 766 Km
Auf Radstreifen oder Seitenstreifen gehts nach Canet und am Meer entlang nach Argeles. Bald endet die flache Fahrt durch die Ebene.
Aber bevor es richtig anstrengend wird, müssen wir dem außergewöhnlich schönen Städtchen Collioure noch einen Besuch abstatten, was für uns das Schönste der ganzen Tour war! Sehr alt, mit einer
großen Festung und direkt am Meer gelegen: Ein Augenschmaus! Nun gehts aussichtsreich und kurvenreich auf und ab weiter. Die Berghänge sind sehr grün und es wird viel Wein angebaut. Bald ist die
spanische Grenze erreicht, wo es einen tollen Blick auf die weitere Küste gibt. In Port Bou müssen wir in der Bar erstmal wieder von französisch auf Spanisch umswitchen, was gar nicht so einfach
ist. Ab Llanca wirds wieder ein wenig gemütlicher und wir fahren in die tolle Bucht der weißen Stadt. Der Campingplatz liegt ruhig etwas außerhalb und im Restaurant müssen wir unsere
Flüssigkeitsverluste dann erstmal mit einem kalten Cerveza ausgleichen...
8. Tag: Port de la Selva - Empuria
Brava 950 Hm - S. 5200 Hm Privatunterkunft 65 Km - S. 831 Km
Vom Campingplatz müssen wir durch schöne Landschaft sofort auf 230m hoch, um dann gleich wieder hinunter zum Künstlerdorf Cadaques
hinunter zu düsen. Unterwegs gibt schöne Ausblicke auf die schneeweiße Stadt, aber auch etwas Ausflugsverkehr der Touristen von Roses und Umgebeung. Im Dorf gibt man sich betont cool und als Mann
trägt man hier überwiegend Zopf oder Rastalocken. Irgendwie kommen wir uns hier 20 Jahre zurückversetzt vor. Wir fahren gleich weiter zum Cap Creus, eine etwa 8km lange Sackgasse mit
außerordentlicher landschaftlicher Schönheit. Nach etlichem Auf und Ab durch eine sehr rauhe und felsige Landschaft erreichen wir am Ende der Straße das kleine Lokal, das hoch über dem Meer zu einer
tollen Pause einlädt. Nach einem kalten “Clara” (Radler) machen wir uns auf den Rückweg nach Cadaques. Hier müssen wir die Straße von heute Morgen wieder ein Stück zurückfahren, um
dann nach Roses abzubiegen. Der Abzweig liegt auf etwa 230m Höhe, aber es geht noch leicht steigend weiter bis auf fast 300m Höhe. Als Belohnung gibt es einen tollen Blick auf die Bucht von Roses, wo
wir nach rasanter Abfahrt bald eintreffen. Wir fahren soweit möglich auf der Strandpromenade am Meer entlang, um dann auf Umwegen in den Naturpark vor Empuria Brava einbiegen. Hier führt uns ein
Radweg bis zur größten Marina Europas, wo wir Freunde mit unserem Besuch überraschen.
9. Tag: Empuria Brava -
Palamos
600 Hm - S. 5800 Hm Camping Internacional Palamos 28,-€ 80 Km - S. 911 Km
Wir kommen erst um 10:00Uhr los und radeln über St. Pere Pescador an den riesigen Campingplätzen Las Dunas und Ballena Allegre
vorbei, wo wir uns in unserer Jugend mehr als einmal getummelt hatten. Kurz vor La Escala gibts vom Radweg aus alte römische Gemäuer eines kleinen Dorfes zu sehen. Eine langweilige gerade Landstraße
führt uns über Toroella nach Pals, ein uraltes wunderschön restauriertes Dorf. Zurück am Meer radeln wir zu einer tollen Bucht bei Platja de Pals mit steilen Felsen und schönem Pinienwald. Wir quälen
uns auf Nebenstraßen bei bis zu 18% Steigung bis nach Begur. Bald biegen wir ab zur Platja Castell und von dort über eine ausgeschilderte Radstrecke auf Sandwegen durch Felder und Wald weiter bis
Palamos.
10. Tag: Palamos - Canet
Mar
950 Hm - S. 6750 Hm Camping Globo Rojo 13,-€ 87 Km - S. 998 Km
Wir versuchen so strandnah wie möglich weiter zu kommen und gelangen über Platja d´Aro auf aussichtsreichen Wegen nach St. Feliu de
Guixols. Die Gegend ist sehr ansprechend und hier beginnt nun der schönste Streckenabschnitt der Tour. Unzählige Kurven führen uns in Höhen bis fast 200m aussichtsreich über dem Meer nach Süden. Da
neben der tollen Landschaft auch fast kein Verkehr herrscht, mutiert der Weg zur Traumstraße. Unterwegs gibts zwar eine nicht so schöne Urbanisation, aber das tut dem Erlebnis keinen Abbruch.
Unterwegs kann man immer wieder Blicke auf die Steilküste und kleine Strände mit glasklarem Wasser genießen. Viele Buchten sind nur mit einem Boot erreichbar und daher vor Überfüllung
geschützt. Viel zu schnell neigt sich die Straße wieder dem Meer zu und der Blick schweift über die schöne Bucht von Tossa de Mar und seine Festungsanlage. Tossa ist für einen Touristenort recht
angenehm und so lassen wir uns in einem Restaurant am Strand nieder. Nach einem Abstecher mit Steigung ins Hinterland erreichen wir Lloret de Mar, das ebenfalls einen netten Strand aufweist, aber
augenscheinlich von saufstarken Billigtouristen der unteren Kategorie bevorzugt wird. Insbesondere ganze Horden betrunkener Briten werden aufmerksam von etliche Polizisten beobachtet. Wir wollen ein
Stück schnell überbrücken und fahren zunächst auf der Str. 682 über Blanes und weiter nach Malgrat de Mar. Hier können wir fast ausschließlich auf Promenaden oder meernahen Wegen bis zum Ortsende von
Calella fahren, das eine osteuropäische Hochburg ist. In Canet de Mar erwischen wir einen Campingplatz an der Hauptstraße, der aber nachts überraschend ruhig ist.
11. Tag: Canet Mar -
Barcelona
150 Hm - S. 6900 Hm 57 Km - S. 1055 Km
Wir versuchen zuerst noch, etliche Kilometer soweit wie möglich am Meer entlang zu fahren, haben davon aber nach mehreren Sackgassen
die Nase voll. So weichen wir auf die Schnellstraße N2 aus, die uns bei mäßigem Verkehr schnell bis in die Gegend von Barcelona bringt. Ab Badalona versuchen wir wieder so oft wie möglich das Meer zu
sehen, was uns auch überwiegend gelingt. Auf Radwegen gehts weiter bis wir auf die Strandpromenade stoßen, die uns zum Olympiazentrum und dann weiter auf makellosen Radwegen bis in die Innenstadt von
Barcelona bringt. Barcelona überrascht uns mit vielen Fahrradleihstationen und einem guten Radwegenetz! Wir schieben durch die Altstadt, machen eine letzte Rast am Königspalast, rollen die Rambla
herunter und fahren vom Kolumbusdenkmal auf Radwegen zum Bahnhof Franca. Hier lösen wir ein Ticket für 2,50€ und besteigen mit unseren bepackten Rädern den Zug. Da innen viele Klappsitze
angebracht sind, haben die Räder viel Platz. Außerdem beginnt hier die Fahrstrecke und so ist der Zug noch ganz leer. Besser kann man mit dem Rad nicht zum Flughafen von Barcelona kommen! Nach einer
1/2 Stunde sind wir am Bahnhof und wir sagen “Hasta luego Espana”.
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