|
1. Tag: Düsseldorf - Paris -
Verneuil 73km - Summe 73km Camping Vale du Seine €11,- 350Hm - Summe 350Hm
Kaum in Orly gelandet, schon der erste Schreck: Das Gepäck ist da, aber unsere Räder nicht. Nach langem Fragen erfahren wir, dass
Sondergepäck im Ankunftsbereich nebenan am Band 6 ausgegeben wird. Draußen dann das nächste Problem: Es führen nur Autobahnen mit Schildern „Fahrräder verboten" vom Flughafen zur Stadt. Gott sei
Dank finden wir einen Radweg, der etwa von der Mitte des Flughafengebäudes ausgeht und zwischen den beiden Autobahnen liegt. Nicht toll aber besser als auf einer für Radler gesperrten Straße zu
fahren.
Wir halten uns Richtung Porte Italie und gelangen auf dem Weg durch ruhige Vororte von Paris. Am großen Kreisverkehr der Porte
Italie biegen wir rechts ab und düsen zur Seine hinunter. Heute ist Feiertag und es sind zudem noch Ferien in Frankreich. So ist die Stadt wie ausgestorben und wir kommen auf den leeren breiten
Straßen gut und sicher voran. Es gibt überraschend viele Radwege und auch die Busspuren dürfen von Radlern genutzt werden. An der Seine entlang geht's weiter bis wir an Notre Dame ankommen. Von
hier aus weiter zum Louvre, dem Place de la Concorde und dann natürlich auf den Champs d'Elysees wo wie langsam auf der sehr breiten Prachtstraße auf den Triumphbogen zurollen. Natürlich machen
wir auch den kurzen Abstecher zum Eiffelturm, wo uns lange Schlangen an den Zugängen erwarten. Also langsam wieder zurück zum Arc de Triomphe und von dort aus zum Hochhausviertel La Defense, wo ein
riesiges Hochhaustor inmitten unzähliger Hochhäuser auf uns wartet. Gigantisch und beeindruckend, aber leben möchte man hier wohl nicht.
Nun geht's auch schon raus aus Paris, teilweise sogar an der Seine entlang über Nanterre, Rueil und Malmaisen. Von Le Pecq aus
geht's hoch nach St. Germain, wo es eine tolle Aussicht auf Paris gibt. Neben La Defense sieht man hier auch noch den Eiffelturm. Über Poissy und Triel fürht die nette Strecke weiter, bevor wir
in Verneuil den ruhigen Campingplatz ansteuern. Nach dem Zeltaufbau finden wir am nahen Seinestrand noch die Möglichkeit für einen Imbiss.
2. Tag: Verneuil - St. Etienne
Vauvray 96km - Summe 169km Camping Le St. Pierre €13,- 600Hm - Summe 950Hm
Über die fast leere D154 geht's nach Les Mureaux, wo wir in einem Park an der Seine erstmal ausgiebig frühstücken. Das Frühstück
macht sich bald bezahlt, denn nach Vetheuil geht's fast 100m hoch. Nun sieht man bereits die weißen Kreidefelsen schön am Seineufer aus dem Hang hervorbrechen. Wir bleiben erstmal nahe der Seine.
Bis Port Mort liegen etliche verschlafene, aber nette Dörfer am Weg. Nach Le Thuit geht's wieder mal aufwärts über einen Hügel bevor die Straße wieder zur Seine abfällt. Der Campingplatz in
Vauvray liegt sehr schön im Garten eines alten Herrenhauses. Die Besitzer bieten uns eine Flasche Cidre an, und so ist auch der Tag getränkemäßig gerettet. Am Abend dieses schönen ruhigen Tages
fallen die ersten Tropfen auf unser Zelt und es sollten nicht die letzten sein...
3. Tag: St. Etienne Vauvray - St.
Aubin 121 km - Summe 290km Camping du Mesnil €15,- 950Hm - Summe 1900Hm
Es ist Sonntag und so kommen wir auf kaum befahrenen Straßen schnell nach Rouen. Das Wetter ist schlecht und es nieselt dauernd.
Rouen ist sehr groß, hat aber eine sehr sehenswerte historische Innenstadt mit viel Fachwerk und reich verzierten Kirchen. Bei Duclair verabschieden wir uns von der mittlerweile recht breiten Seine
und biegen ab Richtung Küste. Wir müssen erstmal hoch aufs Plateau und kommen hinter dem schönen Tal bei Freville nach Yvetot, das uns nicht so sehr gefällt. Ab Hericourt treffen wir dann aufs Tal
der Durdent, und landschaftlich wird's nun wieder sehr schön. Mit Rückenwind passieren wir etliche alte Herrenhäuser und Chateaus bevor wir der D70 bei leichtem Auf und Ab zur Küste nach Veules
de Roses folgen. Nun führt der Weg über die Küstenhochebene bis kurz vor St. Aubin der gepflegte Campingplatz erreicht ist. Nach der langen Etappe genießen wir im Restaurant erstmal ein großes Bier
und ein Entrecote.
4. Tag: St. Aubin -
Brighton
86km - Summe 376km Camping Le Bois du Brighton €29,- 700Hm - Summe 2600Hm
Pünktlich mit dem Schellen des Weckers beginnt es zu stürmen und zu regnen – Klasse ! Also erstmal in Ruhe frühstücken und
dann nach einer Stunde hört der Regen endlich auf. Bei immer noch starkem Wind und dunklen Wolken geht's dann los. Die Strecke führt dann dauernd auf und ab ist aber wunderschön und führt durch
schmucke Dörfer mit parkähnlichen Gärten. Bei Sonne muß das noch viel besser erscheinen. Immer wieder kann man alte Herrenhäuser hinter den vielfältigen Hecken erblicken und oft reicht der gepflegte
Rasen der Gärten bis an den Straßenrand. Die Gegend ist wunderschön trotz des schlechten Wetters. Die Abfahrten von der Ebene zum Meer hinunter halten oft schöne Ausblicke auf die weiße Steilküste
und die giftgrün bewachsenen Kuppen für uns bereit. Wir sind begeistert.
Es folgt Dieppe, das wir mit seinem recht chaotischen Hafen nicht ganz so anziehend finden. Aber hier können wir uns bei dem
einsetzenden Regenschauer gemütlich in ein Starßencafé setzen, um dem Treiben um uns herum in Ruhe zuzuschauen. Die Ausfahrt aus der Stadt mutet wie eine alte englische Bergarbeitersiedlung an. Die
Straße führt nun bis zum Abzweig nach Ciel ein wenig abseits der Küste. Es folgt wieder ein schöner Küstenabschnitt. Treport ist fast erreicht und am Stadtrand kann man von der Klippe aus eine tolle
Aussicht auf die Stadt und die Umgebung werfen. Unten angekommen können wir uns mit der Überquerung der Schleusenanlage einen Umweg über die Straße sparen. Nun sind wir in Mers le Bains, das eine
schöne Uferpromenade hat. Hier gibt es viele alte Häuser mit verspielten Holzbalkonen und –brüstungen und als Kulisse dient wieder einmal die weiße Steilküste.
Das letzte Steilstück bietet uns Ault, wo die Klippen einer flachen Landschaft weichen. Die D-940 ist nun stärker befahren, aber die
Autofahrer verhalten sich überaus radierfreundlich. In Brighton liegt unser heutiger Campingplatz wo wir für einen Hammerpreis unterkommen “dürfen". Die Dusche stinkt aber die Stellplätze
sind ok. Da es leider kein Restaurant am Platz gibt, gibt es abends Resteessen.
5. Tag: Brighton -
Wimereux 116km - Summe 492 km Camping Municipal L'Olympic €12,- 600Hm - Summe 3200Hm
Der starke Wind ist auch heute wieder unser Begleiter, nur gut dass er überwiegend von hinten kommt... In St. Valery genießen wir
auf einer Bank am Hafen erstmal ein kleines Frühstück. Hier ist es nun recht flach und wir genießen den Radweg entlang der D940. Der Abzweig nach Faviere bietet die Möglichkeit einer Abkürzung, die
wir gerne annehmen. Auffällig für uns ist, dass die schönen Häuser und gepflegten Gärten nun rar werden. Die Gegend erscheint nüchterner als die Normandie. Also nutzen wir den Rückenwind, um mal
einige Kilometer „zu machen". Wir bleiben auf der Nebenstrecke D143 und gelangen nach Le Touquet Plage. Die Einfahrt in die Stadt macht einen sehr gepflegten und wohlhabenden Eindruck. Hier
liegen wieder viele schöne Häuser mit großen Gärten am Straßenrand. Am Strand erwartet und ein krasses Kontrastprogramm: Lange Hochhäuser direkt an der Promenade! Der Wind ist zum Sturm geworden und
so lassen wir uns fast ohne Treten an den Betonfassaden entlang schieben. Die touristische Stadt hinter den Hochhäusern sieht recht englisch aus, viele Pubs und noch mehr Engländer.
Bis Neufchatel können wir wieder einem guten Radweg folgen, der parallel zur Straße führt. Wir erreichen ein riesiges Gebiet mit
bewachsenen Dünen das so anders als die Steilküste aussieht. Hier riecht man schon die Nähe zu den langen flachen Strandabschnitten von Belgien. Boulogne sur Mer finden wir riesig und hässlich und so
nehmen wir den kürzesten Weg hinaus auf der D940. Wir rollen auf Wimereux zu und genießen die tolle Aussicht auf die Sturmgepeitschte See vor dem netten Urlaubsort. Wir müssen das Zelt mit der
Sturmabspannung sichern, bevor wir von Campingplatz hinunter ins Dorf fahren. Auf der Promenade (Radfahren verboten) werden wir zum ersten Mal von einem Polizisten zurückgefiffen und zum Schieben
genötigt. Ist aber auch ok und so haben wir etwas mehr Muße, den Touristen zuzusehen, die in kleinen weißen Holzhütten geschützt vom Wind an der Promenade sitzen.
6. Tag: Wimereux – Bray Dunes 109km Summe 601 km Camping Perroquet €12,-€ 500Hm Summe 3700Hm
Wimereux ist am frühen Morgen noch wie ausgestorben. Die Bäckerei hat zwar schon auf, aber einen Kaffee können wir nirgendwo bekommen.
Also spülen wir das Baguette mit kaltem Wasser hinunter. Es geht weiter auf und ab durch eine nette Dünenlandschaft, die teils in landwirtschaftliche Flächen übergeht. Am Cap Blanc Nez haben wir aus
über 100m Höhe eine tolle Aussicht. Dann sind wir auch schon im riesigen Calais, wo uns eigentlich nur das Rathaus mit seinem Turm gefällt. Den ruhigen und küstennahen Weg nach Dünkirchen finden wir
nicht ohne die freundliche Hilfe eines Polizisten. Trotz des Zauberwortes „Oye Plage" verfahren wir uns im unendlichen Hafengebiet, da ein Straßenschild von einem LKW verdeckt war.
Hinter Oye Plage erreichen wir die hübsche Festung von Graveline und später den geschichtsträchtigen Ort Loon Plage. Nun radeln wir auf
ein Industriegebiet zu. Anstatt durch die verkehrsreichen Vororte von Dünkirchen zu fahren, biegen wir ab auf die Straße, die zu Raffinerie von Mardijk führt. Hier kommt man über eine Klappbrücke auf
den Seedeich, der am Industriekanal de Dunes bis nach Dünkirchen führt. Für den normalen Verkehr gesperrt, fahren wir an riesigen Industriekomplexen vorbei, die dicke schwarze und gelbe Rauchwolken
in den Himmel entlassen. Trotz der eher unschönen Kulisse ist das der ruhigste und schnellste Weg, um nach Dünkirchen zu gelangen. Die Stadt möchten wir aber nicht besuchen und so rollen wir gleich
weiter nach Malo les Bains, dem netten Strandbad von Dünkirchen (wenn da nicht im Hintergrund die Fabriken wären...). Hier wimmelt es von Leuten, die die kurzzeitig durch die Wolken brechende Sonne
genießen. Wir kaufen uns in einer Strandbude heiße ChiChis bevor wir durch Bray-Dunes zum Campingplatz kommen, der direkt an der belgischen Grenze liegt. Der riesige Ferienplatz liegt direkt in einem
großen Dünengebiet. Von einer Anhöhe kann man schon einen Blick auf die belgische Stadt de Panne werfen und angesichts der dort zu erblickenden Hochhauszeilen haben wir schon eine Ahnung von dem, was
da auf uns zukommen wird.
7. Tag: Bray Dunes (F) - Cadzand an Zee (NL) 114 km - Summe 715 km Camping De Zwinhoeve €16,- 100 HM - Summe 3800 Hm
Der kalte Morgen hält wieder Wind und dicke Wolken für uns bereit. Es ist zum Verzweifeln. Kaum sind wir über die belgische Grenze
gefahren, sieht es schon erheblich gammeliger aus! Dann kreuzen wir kurz vor de Panne schon die Gleise der Küsten-Straßenbahn, die uns die gesamte belgische Küste begleiten wird. Panne ist ein Schock
ür uns: Am netten Strand stehen unzählige Hochhäuser, die die Kulisse bis zum Horizont bestimmen. Da kann uns auch die gut zu fahrende Promenade nicht so richtig trösten! Bis Nieuwpoort das gleiche
Bild: Riesenstrand, Promenade, Hochhäuser. Oostende ist ebenfalls ein Schocker, wenn man den Blick über die Küstenlinie streifen lässt. In Blankenberge habe wir von der Küstenbebauung die Nase voll
und lassen Knokke Knokke sein. Statt dessen fahren wir schnurstracks über die N371 nach Brügge, das mehr als ausreichend für die Küste entschädigt. Brügge ist ein toll erhaltener historischer
Traum, ein Gesamtkunstwerk! Wir haben selten eine schönere Stadt gesehen. Wir schieben langsam durch die alten Gassen und essen belgische Waffeln zum Kaffee. Bei leichtem Sonnenschein gehts am
wunderschönen idyllischen Brügge-Sluis-Kanal fast alleine auf perfekten Radwegen nach Sluis. Da heute die Sonne lacht, fahren wir noch weiter nach Cadzand, wo wir einen netten ruhigen Campingplatz
finden, auf dem uns ein großer Storch begrüßt.
8. Tag: Cadzand an Zee (NL) - Stekene
(B) 91 km - Summe 806 km Camping Vlasaart €20,- 200 Hm - Summe 4000 Hm
Auf dem Deich fahren wir vom Campingplatz ins Zentrum von Cadzand weiter, wo wir in einem Supermarkt frische Brötchen finden. Über
Breskens und Hofdplat gehts bis nach Terneuzen. DA wir es bis Antwerpen nicht mehr schaffen, bleiben wir in Stekene auf dem Campingplatz.
9. Tag: Stekene -
Zilverstrand
109 km - S. 915 km Camping Zilverstrand 16,-€ 200 Hm - S. 4200 Hm
Fahren bei kalten 13°C über Beveren und dann auf der N70 direkt auf Antwerpen zu und kommen an der Schelde aus. In die Altstadt führt
ein 30m tiefer Rad- und Fußgängertunnel ähnlich dem Hamburger Elbtunnel unter der Schelde hindurch. Antwerpen hat ein toll restauriertes historisches Zentrum, jedoch ist der Rest der Stadt ziemlich
groß und häßlich. Antwerpen hat bei weitem nicht das Flair von Brügge! NAch Besuch der wichtigsten Sehenswürdigkeiten fahren wir vorbei am Hauptbahnhof zum Albert-Kanal, der uns auf seiner Nordseite
bei stetig abnehmender Industrie bis nach Herentals bringt. Hier beginnt am Jachthafen ein Radweg am alten Kanal Herental-Bocholt, dem wir nun lange folgen. Der tolle Radweg führt unter altem
Baumbestand entlang dieses historischen sehr französisch anmutenden Kanals. Hinter Schans/Mol biegen wir vom Kanal zum Zilvermeer ab, das ein riesiges Erholungsgebiet mit mehreren Seen und einem
Campingplatz ist. Den Abend verbringen wir bis zum Sonnenuntergang alleine auf der Terrasse des Camping-Restaurants, während im Saal die Hölle los ist.
10. Tag: Zilverstrand (B) - Herkenbosch
(NL) 112 km - S. 1027 km Camping Elfenmeer
15,-€
200 Hm - S. 4400 Hm
Das Frühstück nehmen wir auf einer Bank am See ein, während die restlichen Camper wohl alle noch schlafen.
Zurück am Kanal. müssen wir den Weg heute mit hunderten Rennradfahrern teilen, die vielfach in größeren Gruppen unterwegs sind. Hier in Belgien ist es wohl Pflicht, Sonntagsmorgens auf dem Renner zu
sitzen... In Bocholt verlassen wir den schönen Kanal und fahren auf dem ausgeschilderten Radwegenetz weiter bis wir bald in die Niederland kommen und in Roermond einfahren und nach einer netten Pause
zum ruhigen Campingplatz fahren, wo wir den letzten Abend bei einem großen Steak mit Bier ausklingen lassen.
11. Tag: Herkenbosch -
Düsseldorf 100 km -
S. 1127 km 200 Hm - S. 4600 Hm
Nicht weit vom Campingplatz fahren wir über die deutsche Grenze und bald teils auf Naturwegen am Rur-Radweg entlang. Dieser gefällt
uns nicht so besonders, auch weil wir in den letzten Tagen stets durch gute Radwege verwöhnt wurden. Wir fahren durch verlassene Dörfer weiter zum riesigen Tagebergbau Garzweiler II, wo wir vom
Aussichtspunkt einen weiten Blick in das kilometergroße unglaublich tiefe Loch werfen. Wahnsinn, was für eine Umweltzerstörung! Nun steuern wir den Erfttalradweg an, der streckenweise sehr idyllisch
ist. Bei Neuss treffen wir auf den Rhein, wo wir an der nächsten Brücke auf die andere Rheinseite wechseln. Nun schein auch die Sonne vom Himmel, was wir zu einer längeren Pause in einem Café an der
Rheinpromenade nutzen. Hier endet fast unsere Reise, denn zum Flughafen, wo unser Wagen steht, ist es nicht mehr weit.
|